Retroherbst 2017 in Deutschland Teil zwei

Bereits vor einigen Wochen habe ich an anderer Stelle auf ein paar Retroveranstaltungen in diesem Herbst hingewiesen, nun kommt der Nachschlag in Form von weiteren Börsen und Meetings.

Bereits an diesem Wochenende geht es rund in Retro-Deutschland, stehen doch das EJagfest in Korschenbroich, die Retrobörse im Taunus und die Retro-Time-Börse in Ratingen vor der Tür. In der kommenden Woche startet dann in Düsseldorf das Next Level Festival und einige Tage später findet die letzte Homecon dieses Jahres in Hanau statt. Ende November laden auch wieder die Games People Play in der Düsseldorfer Brause, sowie das Kölner Retrotreffen zum gemeinsamen daddeln ein.

Anfang Dezember dürfen die Berliner endlich wieder fleißig Retrogames shoppen und verhökern, in den Tegeler Seeterrassen startet ein neuer Versuch, in der Hauptstadt eine Börse zu etablieren. Mitte Dezember gibt es dann die letzte größere Chance zum Retroshopping auf der Börse in Wien und eine woche später in Kaiserslautern, das sollte für dieses Jahr dann auch mal genügen mit dem Geldausgeben für olle Kamellen…

Untenstehend findet Ihr alle Veranstaltungsempfehlungen noch einmal mit Links zu den Veranstaltungen, viel Spaß in diesem heißen Retroherbst.

Retrobörse Rhein-Main / 04.11.2017 / Bürgerhaus Marxheim / Hofheim am Taunus
EJagfest / 04.-05.11.2017 / Korschenbroich
RetroTime Börse / 05.11.2017 / Stadthalle Ratingen / Ratingen
Next Level Festival 2017 / 09.-12.11.2017 / NRW Forum / Düsseldorf
Homecon 46 / 18.11.2017 / Alte Schule / Hanau
Games People Play / 24.11.2017 / Brause / Düsseldorf
6. Kölner Retrotreff / 25.11.2017 / Ahl Poller Schull / Köln
Retrobörse Berlin / 03.12.2017 / Tegeler Seeterrassen / Berlin
Retrobörse Wien / 10.12.127 / Wien
Retrobörse Kaiserslautern / 16.12.2017 / Burgherrenhalle / Kaiserslautern

Next Level Festival 2016

Happy Birthday: PC Engine

Meinen ersten Kontakt mit der PC Engine hatte ich in den späten Neunzigern des zwanzigsten Jahrhunderts. Die kompakte Konsole die ich gebraucht von einem Bekannten erstanden hatte, hat mir bereits damals ganz hervorragend gefallen und ich habe viele schöne Stunden damit verbacht.

Diese Begnung ist schon beinahe 20 Jahre her, noch viel länger liegt inzwischen jedoch der Launch der Konsole selbst in Japan zurück. Dort erblickte das formschöne und in schlichtem Weiß designte 8 Bit-Kraftpaket PC Engine am 30ten Oktober 1987 das Licht der verpixelten Welt und ist damit vor wenigen Tagen schon dreißig Jahre alt geworden. Entwickelt wurde die kleine Konsole von Elektronikhersteller NEC und der Spieleschmiede Hudson Soft, welche die Hardware fleißig mit hochkarätiger Software zunächst auf HuCard und später auch auf CD-Rom versorgte. Mit Spielen wurde die PC Engine bis Ende 1994 am Leben gehalten, im Westen konnte sich die Konsole aber leider nie gegen die Giganten SEGA und Nintendo durchsetzen.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich, du knuffige, kleine PC Engine und vielen Dank für tolle Stunden mit Bomberman, SonSon und zahlreichen SEGA-Krachern!

PC Engine mit Spielen

Ghost House / PIXELQUICKIE vol.35

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

„Versuchen Sie, den versteckten Schatz beim abenteuerlichen Besuch im verhexten Haus des Grafen Dracula zu finden.“ – mit diesem harmlosen Klappentext schickt uns SEGA in Ghost House aus dem Jahre 1986 auf dem Master System in die spielbare Hölle.

Inspiriert vom hauseigenen Arcadespiel Monster Bash von 1982 machen wir das durch den Covertext bekannte Geisterhaus unsicher und rücken dem flatterigen Fürsten der Dunkelheit auf die schlecht durchblutete Pelle. Das Spiel veröffentlichte SEGA zunächst auf der kompakten SEGA Card und einige Zeit später erneut auf Cartridge um auch bei Besitzern des Master System 2 ohne Kartenslot noch einmal Blut zapfen zu können.

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Pixel am Dienstag – der spaßige Sticker

Bereits in der Vergangenheit hatte ich an manchen Stellen meine Vorliebe für die Kindersendung Spaß am Dienstag aufblitzen lassen. Die Fernseh-Reihe rund um Zini das Wuslon und die tollen Serien wie Danger Mouse oder Sancho und Pancho, die dabei präsentiert wurden hat auf Lebzeiten einen festen Platz in meinem TV-Herzen.

Nun habe ich meine als Hommage gedachte Illustration mit dem nachgebauten Titel der Reihe auch noch als wetterfesten Sticker produziert um Pixel, Spaß und Dienstag in die Welt zu bringen. Frei nach dem neuen Testament folge ich also dem Rufe Gehet hin und pixelt euch – bei Wind, Regen, Sonne und Schneefall.

Auf den kommenden Retroveranstaltungen in NRW werde ich hin und wieder mal ein paar der Sticker verteilen, wer mag, hält also einfach die Augen auf und greift ein klebriges Vergüngen für jung und alt ab.

Spaß am Dienstag Sticker

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.50: Bit-90

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Heimcomputer sind bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nicht mein Sammelgebiet und erst recht nicht mein Spielplatz. Ab und an hole ich mir aus verschieden Gründen aber dennoch einen alten Rechenknecht nach Hause – Nostalgie, Design, Spielebibliotheken oder besondere Merkmale verleiten mich gelegentlich zum Kauf eines solchen neuzeitlichen Abakus.

Vor ein paar Tagen durfte ein kleiner Exot Einzug in mein Archiv halten, der mit einem besonderen Merkmal bei mir punkten konnte. Der Bit-90 der Firma Bit Corporation aus Taiwan ist mit seiner Gummitastatur, der geringen Verbreitung in Deutschland und seinem 18kb kleinen Speicher zwar sicher keine bekannte Größe, aber für mich durchaus interessant. Das Gerät mit Z80A-Prozessor bietet die Möglichkeit Colecovision-Spiele zu verarbeiten und da mir die Konsole bislang fehlt, ich aber seit fast zwanzig Jahren einen Stapel Spiele für die Hardware besitze, durfte der Bit-90 bei mir Unterschlupf finden.

Der Bit-90 erschien 1984 und wurde in verschiedenen Gehäusevarianten veröffentlicht, die mir vorliegende Version in Alu-Look gefällt mir persönlich sehr gut. Die Tastatur mit dunkelgrünen Gummitasten ist überraschend stabil und bietet angenehme Druckpunkte. Insgesamt ist die Verarbeitung des Rechners bis auf einen sehr sensiblen Power-Schalter relativ solide. Serienmäßig bietet das Gerät einen Modulslot für Colecovision-Spiele und kann per Adapter auch Atari VCS 2600-Module verarbeiten. Im Lieferumfang enthalten ist ein Netzteil, ein deutschsprachiges Handbuch, ein Antennenkabel, sowie ein Videokabel mit integriertem Anschluss für eine seperat erhältliche Datasette. Plug and Play wurde hier also bereits 1984 praktiziert, die Taiwaner haben damit also schon früh in den Achtzigern echten Kundenservice praktiziert.

Da für mich die Eigenschaften als Computer eher zweitrangig sind, habe ich mich in erster Linie dem Modulslot für Coleco-Spiele gewidmet. Der Slot ist stabil verarbeitet und schluckt die Module ohne viel Widerstand. Ein gutes Dutzend Spiele habe ich am Gerät getestet und alle Cartridges wurden zunächst erkannt und bis zum ersten Menü geladen. Leider jedoch scheint das Gerät arge Kompatiblitätsprobleme zu haben, wenn es darum geht die Spiele korrekt zu starten. Bis auf Donkey Kong und Donkey Kong Junior ist kein einziges Spiel vollständig korrekt geladen worden. Antarctic Adventure lässt nach dem Titelscreen die Farben vermissen, Cabbage Patch Kids kommt über den Titel nicht hinaus und Omega Race krankt daran, dass die Hardware offenbar keinen zweiten Actionbutton des Original Controllers unterstützt. Das von mir benutzte Mega Drive-Pad wurde über den 9-poligen Stecker zwar erkannt, allerdings kann nur einer der Button aktiviert werden. Bei Donkey Kong ist dies kein Problem, bei anderen Spielen jedoch bereitet dies große Schwierigkeiten. Da aber kaum Spiele vom Gerät korrekt ausgelesen werden – ca. 70% meiner Module kommen über den ersten Screen garnicht hinaus – ist dieser beklagenswerte Umstand eigentlich auch beinahe irrelevant.

Was bleibt ist ein kompakter Heimcomputer, der bei mir mit dem einzig spannenden Feature leider nicht überzeugen kann weil es schlicht nicht gut funktioniert. Die Idee hinter dem Rechner ist durchaus lobenswert, ich werde mich jedoch wohl weiter nach einem ausgewachsenen Colecovision umschauen und in der Zwischenzeit immerhin einen tollen Konsolenport von Donkey Kong auf dem Bit-90 genießen.

Bit 90