Bucky O’Hare / Zack Bleep Bumm #2

In der Rubrik Zack Bleep Bumm widmet sich PIXELKITSCH den spielgewordenen Comics und Cartoons auf unterschiedlichen retroaktiven Konsolen und Handhelds!

Zack Bleep Bumm Emblem

Lizenzvideospiele gibt es auf dem Nintendo Entertainment System in rauhen Mengen. Ein Großteil davon ist der absolute Ramsch, einige brauchbare Spiele finden sich darunter und nur wenige Titel sind auch abseits der Lizenz als Spiel zu gebrauchen. Eine löbliche Ausnahme stellte hier die Versoftung des Comic- und Cartoon-Helden Bucky O’Hare für das NES dar.

Der grüne Weltraumhase Bucky O’Hare erblickte 1984 im Continuity Comics Verlag das Licht der Sprechblasenwelt und wurde von Larry Hama und Michael Golden entwickelt. Zusammen mit seinem Team aus tierischen Spezialisten bekämpft der Karottennascher das böse Imperium der Kröten, welche vom Computersystem KOMPLEX gehirngewaschen wurden. Unterstützung bekommt der langohrige Raumschiffpilot dabei unter anderem vom menschlichen Jungen Willy DuWitt, der vierarmigen Augenklappenente Deadeye Duck und dem Roboter Blinky.

1991 wurde die Comicreihe als Cartoonserie über 13 Episoden ins TV gebracht, in Deutschland wurde die kompakte Serie im Jahr 1992 bei Sat 1 ausgestrahlt. Die Serie ist in sich geschlossen und heute auf DVD erhältlich. Der Cartoon ist sehr actionorientiert und effektvoll inszeniert, großartig ist auch die treibende Titelmusik. Zusätzlich hat man es sich natürlich nicht nehmen lassen, das Franchise weiter auszuschlachten und Actionfiguren auf den Markt zu werfen. Die Figuren von Hasbro orientieren sich sehr gut an der Vorlage und sind heute überraschend günstig auf dem Gebrauchtmarkt zu schießen. Wie damals üblich durften natürlich auch Versoftungen nicht fehlen und so erschienen von Entwickler Konami je ein Spiel in der Spielhalle und eines für das NES, welches wir uns im Folgenden einmal näher anschauen.

Die NES-Fassung des Spieles erschien 1992 und wurde über Konamis Publishinglinie Palcom in einer herrlich bunten Verpackung vermarktet. Das Spiel erhielt zum Release durchweg gute Kritiken, das deutsche Videospielfachmagazin Video Games zum Beispiel gab dem Titel in Ausgabe 8/92 damals stolze 89% in der Gesamtwertung.

In der Rolle von Bucky müsst Ihr zunächst auf vier Planeten eure entführten Freunde Willy, Deadeye Duck, Blinky und Jenny retten. Diese wurden vom warzigen Volk der Kröten entführt und warten nun darauf, es den Grünlingen heimzuzahlen. Die Story ist ebenso generisch wie überflüssig und wird zu Beginn in einem netten Intro erklärt. Kurze Zwischensequenzen mit Text treiben die Geschichte weiter voran. Zunächst könnt Ihr euch die Reihenfolge aussuchen in der Ihr eure vier Weltraumbuddys befreit, danach geht es linear weiter.

Bucky O'Hare

Die Level sind in kleinere Abschnitte unterteilt, bei Lebensverlust startet Ihr immer am Beginn des zuletzt begonnen Sektors. Die Stages sind dabei recht abwechslungsreich gestaltet, zwischendrin warten neben klassischen Hüpfpassagen auch kleinere Geschicklichkeits- oder Ballereinlagen. Am Ende jedes Planeten wartet ein Bossgegner, der Schwierigkeitsgrad bei den Großkopferten variiert recht stark. Mal führt simples Draufahlten schnell zum Ziel, ein anderes Mal ist mehr Taktik erforderlich, um nicht andauernd ins Gras zu beißen. Generell ist der Schwierigkeitsgrad recht gesalzen, richtig unfair wird es aber selten, wer viel auswendig lernt, wird am Ende auch belohnt und kriegt schmackhafte Plattformerkost serviert.

Nach jedem Bosskampf wächst eure Crew um ein neues Mitglied und Ihr erhaltet ein Passwort. Wer das Spiel in einem Rutsch meistern möchte, sollte sich warm anziehen. Jeder neue Charakter bringt weitere Fähigkeiten mit, ein Druck auf Select wechselt im laufenden Spiel unvermittelt die Figur. Großzügig verteilt finden sich in den Stages Bonusitems wie Leben, Energie oder Münzen, manche Gegenstände lassen sich nur mit Spezialfähigkeiten erreichen. Von Beginn an verfügbar ist der Supersprung von Bucky, der sich auch noch weiter ausbauen lässt.

Bucky O'Hare

Technisch ist das Spiel eine intergalaktische Wucht und begeistert mit flüssiger und zum Teil pfeilschneller Grafik, großen Sprites und netten Details. Die Charaktere selber präsentieren sich als Kopffüßleradaptionen Ihrer Comicvorlagen, sehen aber trotzdem gut aus und haben einen hervorragenden Wiedererkennungswert. Der Sound ist nicht auf dem gleichen Niveau wie die Grafik, trotzdem werden dem NES ein paar durchaus brauchbare Melodien entlockt.

Oftmals wird das Spiel wegen seiner grundlegenden Mechanik mit Mega Man verglichen und auch der Schwierigkeitsgrad bewegt sich in ähnlichen Sphären. Mir persönlich hat das grüne Schlappohr trotzdem etwas besser gefallen, eventuell liegt das an der gut adaptierten Atmosphäre des Cartoons.

Fazit: Trotz der hervorragenden Kritiken im Jahr 1992 scheint sich das Hasenspiel nicht übermäßig gut verkauft zu haben und ist heute dafür umso gefragter. Dies schlägt sich leider auch auf den Preis nieder, welcher in den letzten Jahren gut angezogen hat. Wer trotzdem die Chance hat, sich Bucky O’Hare lose oder komplett in die Sammlung zu holen, sollte es unbedingt auch anzocken, denn Konami hat hier aus meiner Sicht eines der besten Spiele für das NES überhaupt gezaubert.

2 Gedanken zu “Bucky O’Hare / Zack Bleep Bumm #2

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