Vinyl und Videogames: 1977

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1977 / It´s a damn shame von Johnny Guitar Watson /  Combat für Atari VCS 2600

Der Release des Atari VCS 2600 im Jahr 1977 dürfte für die gesamte Videospielbranche ein Meilenstein gewesen sein. Viele Zocker haben ihre ersten Schritte auf dem holzverzierten Heimsystem von Atari getätigt und mit Pitfall, Breakout, Space Invaders oder Combat ihren Weg in die verspielte Gegenwart gepflastert.

Das zuletzt genannte Combat ist sicherlich keine spielerische Offenbarung mehr aus heutiger Sicht, dürfte für viele aber der Erstkontakt mit dem Atarijoystick gewesen sein. Das Spiel lag der Konsole in den ersten Jahren bei und begeistert bis heute mit einfacher Zugänglichkeit. Sich mit einem Kumpel bei Bier und Chips im Panzer oder Flugzeug auf die Nerven zu gehen, ist ein zeitloser Zeitvertreib, der auch heuer noch Beleidigungen im Minutentakt und schadenfrohen Spielspaß provoziert!

Musikalisch ist bei mir vor allem der großartige Johnny Guitar Watson im Jahr 1977 hängen geblieben, dessen Singleauskopplung It´s a damn shame mein Erstkontakt mit seiner Interpretation von Funk und Blues gewesen ist. Watson experimentierte viel mit Funk, Soul und sogar Rap herum und fand so seinen eigenen Stil mit einer Art Westküsten-Rythm´n Blues. 1996 verstarb der Musiker bei einem Konzert im japanischen Yokohama an Herzversagen auf offener Bühne.

It´s a damn shame ist zwar nicht sein größter Hit gewesen – das dürfte im Nachhinein betrachtet wohl A real mother for ya darstellen – aber bis heute verknüpfe ich den entspannten Funktune mit Mister Watson und entsprechend auch mit dem funky Atari-Jahr 1977.

Vinyl und Videogames 1977

Johnny Guitar Watson – It´s a damn shame

Vinyl und Videogames: 1976

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1976 / Kirie Kirio von Black Blood /  Videocart 1 für SABA Videoplay

Das Jahr 1976 steht in meiner Sammlung mit dem SABA Videoplay für die erste Videospielkonsole mit auswechselbaren Spielen auf Cartridge und es dürfte neben diversen PONG-Konsolen und dem Odyssey von Philips damit das älteste Gerät überhaupt in meiner Sammlung sein.

Die Videocart 1 enthält vier kleine Spiele, die die Möglichkeiten der Konsole aufzeigen sollten und ist damit auch das älteste Spiel in meiner Sammlung auf Modul. Die Konsole und auch dieses Modul haben schon seit mehr als zwanzig Jahren einen festen Platz in meinem Archiv. Mitte der Neunziger habe ich auf einem Trödelmarkt die herrlich klobige Konsole mit diversen Spielen erworben und direkt in mein Herz geschlossen. Die Anwendungen sind zumeist arg primitiv, zu zweit sind sie jedoch gut spielbar und das Design der gelben Cartridges bietet eine Ikonizität wie sie kaum eine andere Konsole zu bieten hat.

Kirie Kirio von Black Blood befindet sich vermutlich sich seit Anfang der 2000er in meiner Sammlung und kann als durchaus beschwingte Ethno-Pop-Nummer bezeichnet werden. Das Projekt Black Blood stammt aus Belgien und wurde vom Jean Kluger produziert. Die Ohrwurmnummer landet bei Partys tatsächlich manchmal noch auf dem Plattenteller, wenn man mich lässt!

Vinyl und Videogames 1976

Der Vollständigkeit halber gibt es hier noch einen TV-Auftritt passend zu einem der größten Hits von Black Blood, damit Ihr euch musikalisch in mein persönliches Jahr 1976 zurück versetzen könnt.

Auf Wiedersehen Tronimal

Bereits im letzten Jahr hatte sich so etwas erahnen lassen, nun hat das Tronimal es aber wahr gemacht: Einer der umtriebigsten Chiptuner Deutschlands wird seinen geräuschvollen Job an den verpixelten Nagel hängen und in diesem Frühjahr das liebgewonnene Projekt Videospielkonsolenmusik auslaufen lassen.

Wer mag, kann sich die genauen Gründe und einige Abschiedszeilen auf der Facebookseite von Tronimal durchlesen, auf Details gehe ich hier nicht ein. Ich persönlich mochte den Sound von Tronimal stets sehr gerne, auch zuvor unter dem Namen Low Bit Revolte. In Erinnerung bleiben tolle Konzerte bei der Games People Play, auf Retrobörsen und beim Open Source Festival in Düsseldorf.

Da man niemals so ganz geht, bedanke ich mich bei Tronimal für alles was war und freue mich, wenn es in zwanzig Jahren zum Revival kommt auf alles, was dann ist!

PS: Seine Musik bleibt uns zunächst erhalten und wer mag, kann seinen Stuff und Bastelkram auch bei ihm im Shop erwerben.

TRONIMAL – Astronaut in Cyber Love

Weihnachten im September bescherte mir gestern der höchst umtriebige Tronimal, Deutschlands vielleicht produktivster Chiptuner am Nintendo Game Boy.

Zum aktuellen Album Astronaut in Cyber Love hat er ein prall gefülltes Paket aus CD, professionell gefertigtem Tape, Baumwolltasche, zahlreichen Aufklebern und formschönem Badge zusammen gestellt. Das Album kann wie bei ihm üblich über Bandcamp für einen freiwilligen Betrag gesaugt, oder auf physischem Audioträger erworben werden. So oder so das aktuelle Album ist wieder eine runde Sache und auf Kassette noch ein besonderer Hörgenuss. Damit reiht sich das Tape bei mir wunderbar in die Alben anderer Chipmucker ein und macht sich im Musikregal ganz wunderbar.

TRONIMAL Astronaut in Cyber Love

PIXELKITSCH RETROFLASH 200: Blue Monday Chiptune

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

NEWSFLASH-EMBLEM

Das Original aus dem Jahre 1983 von New Order gilt nicht nur unter Freunden elektronischer Musik als echter Klassiker. Blue Monday ist eine wahre Hymne und hat in den letzten beinahe 25 Jahren viel Huldigung erfahren. Umso schwieriger gestaltet es sich da natürlich für andere Künstler mit Neuinterpretationen und Remixen des Kulttitels.

Recht gelungen finde ich dieses Chiptune-Cover von SHAKAKKA, auch wenn ihm der Wums des Originals fehlt. Als Start in die Woche ist der Track dennoch eine durchaus brauchbare Interpretation des Hits von 1983.