Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.44: SEGA Saturn Sellout

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Der Saturn von SEGA besitzt seit Release einen festen Platz in meinem Videospielherzen und hat diesen in all den Jahren auch nicht verloren. Die umfangreiche Softwarebibliothek mit vielen Arcade-Umsetzungen des Mutterkonzerns haben mir hunderte vergnügliche Stunden des Spielspaßes beschert und machen die Konsole für SEGA-Fanboys-Fans wie mich unentbehrlich. Bereits vor einigen Jahren habe ich meine Verbundenheit mit der Konsole bereits in Videoform zelebriert.

Auch die Playstation und das N64 haben selbstverständlich Einzug in meine Sammlung gehalten, trotzdem konnten die beiden Konsolen nie die Begeisterung bei mir hervorrufen, die der Bootscreen der Planetenkonsole bei mir bis heute auslöst. Vor allem das Nintendo 64 hat sich bei leider nie mir sonderlich großer Beliebtheit erfreut, auch wenn ich ein Super Mario 64 natürlich für einen Meilenstein der Spielegeschichte halte.

Leider ist der Videospielgott nicht immer auf der Seite des Igel-Konzerns gewesen und so mussten Konsumenten, Händler und Hersteller dabei zusehen, wie es vor allem im  westlichen Markt mit dem Saturn bergab ging. Die Konsole verkaufte sich die letzten Jahre mehr als schleppend, hochkarätige Exklusivtitel wie die späten Pal-Veröffentlichungen Shining Force 3, Panzer Dragoon Saga oder Fighters Megamix konnten den Niedergang auch nicht mehr aufhalten. Hartgesottene Fans hatten das zweifelhafte Vergnügen, die letzten Monate die das Gerät noch in den Geschäften zu haben gewesen ist, einer wunderbar zelebrierten Leichenfledderei zuschauen. Zahlreiche Spiele wurden verramscht, Konsolen und Zubehör in Massen zu Schleuderpreisen aus den Regalen in Grabbelkisten gedrückt. Selbst Preisreduzierungen konnten wohl nicht das gewünschte Ergebnis erzielen und so bot der Spielzeugriese Toys ´r us die Konsole in den letzten Wochen inklusive 16 (!!!) Spielen für schlappe achtzig Deutsche Mark an. Ich selber hatte damals mehrfach mit dem Angebot geliebäugelt, da ich aber mit einem Großteil der gebundelten Spiele schon versorgt gewesen bin, habe ich leider verzichtet. Dafür habe ich aber viele einzelne Spiele zu Schleuderpreisen mitgenommen, die damals niemand wollte, heute aber zu den höherpreisigen Titeln gehören. Auch der Konkurrent Karstadt stand bei mir oft auf der Einkaufsroute und so habe ich mich damals mit gut zwei Dutzend Thirdparty-Controllern für je ein bis drei DM eindecken können – Ein Fest für Fans von Saturn Bomberman.

Der Saturn bescherte mir damit wunderbare Erinnerungen an eine tolle Zockerjugend und hat sich in meinem Gedächtnis als hervorragendes Beispiel für schlechtes Marketing, seltsames Konsumentenverhalten und Rabattschlachten manifestiert.

SEGA Saturn Sellout

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.43: Kampf dem Kabelsalat

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

In den vergangenen dreißig Jahren habe ich selber vermutlich eine Hundertschaft an Controllern für unterschiedliche Konsolen genutzt, malträtiert und liebgewonnen. Dabei habe ich meine eigenen Spieleingabegeräte auf ganz unterschiedliche Art und Weise in Kisten verstaut, neben den Fernseher gezwängt oder in Schubladen verbannt. In den meisten Fällen war ich stets darum bemüht, die Joypads in gutem Zustand für Spieleabende oder als Tauschware vorzuhalten. Neben den durch ständige Nutzung beanspruchten Buttons mussten oft genug vor allem die Kabel leiden, wurden diese doch ständig auf- und abgewickelt, verknotet oder als Stolperdraht für trunkene Zockgäste mißbraucht.

Während ich selber meine Controllerkabel für gewöhnlich locker um das Pad wickel, als nicht zu straff gezogene Schlaufe aufrolle oder mit einem Gummi zusammenraffe, gibt es offenbar auch noch einige mir bislang komplett fremde Techniken, dem Kabelwirrwarr Herr zu werden.

Erst vor ein paar Monaten entdeckte ich zum Beispiel Controller, die mit einem Klettband umwickelt waren, eine aus meiner Sicht echt brauchbare Art der Bindung, die ich zukünftig eventuell adaptieren werde. Den interessantesten Ansatz sah ich jedoch vor ein paar Tagen bei einem Daddelkollegen, der kurioser Weise Klopapierrollen benutzt, um die Controllervernetzung zu bändigen. Ich habe diese Technik nun selber einmal getestet und finde die Idee prinzipiell gut, mir erscheint die Wicklung der Kabel damit jedoch etwas zu straff

Kennt Ihr eventuell noch weitere Möglichkeiten, den Kabelsalat in der Schublade zu bändigen, favorisiert Ihr vielleicht eine der oben genannten Techniken oder schmeißt Ihr einfach alles lose in eine Schublade?

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Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.42: Die Frau im Spiel

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Rund fünf Jahrzehnte Spielgeschichte am Bildschirm liegen bereits hinter der Menschheit. In dieser Zeit haben sich viele millionen Zocker die Köpfe eingeschlagen, Rennen gewonnen, Löcher in Bäuche geschossen oder Bausteine gestapelt. Die meisten dieser Spiele wurden von Männern für Männer (bzw. Jungs) erdacht, programmiert und gestaltet. Dennoch gab es immer auch Frauen in der Entwicklerszene und einige großartige Spielehighlights für beide Geschlechter wurden von weiblichen Programmieren erdacht. Daneben gab es immer auch Spiele die primär Mädchen und Frauen als Zielgruppe hatten und mit niedlichem Bonbon-Charme Jungs abschreckten, die Angst hatten, als homosexuelle Joystickrüttler abgestempelt zu werden.

Wie weit ist das emanzipierte Videospiel bislang gekommen? Ist das Medium Spiel tatsächlich Dank seines Alters schon erwachsen genug, Geschlechterrollen zu ignorieren und Mann und Frau die gleichen Fähigkeiten im Spiel anzuerkennen?

Spiele wie Tomb Raider setzen Mitte der Neunziger eine auf den ersten Blick starke Heldin ins Zentrum, Phantasy Star glänzte Ende Achtziger schon mit der rachsüchtigen Alis als Hauptcharakter und Ms. Pac-Man konnte wieder einige Jahre zuvor mit einer weiblichen Videospielikone aufwarten. Diese Figuren vereint, dass es genau wie bei Metroid vollkommen egal ist, ob eine Frau oder ein Mann die Hauptrolle spielt, solange das Spiel wirklich gut ist. Wie mit diesen Figuren geworben wurde, ist jedoch etwas anderes. Vor allem Lara Croft wurde immer wieder zum Sexsymbol degradiert und durfte zu Promozwecken häufiger die Hüllen fallen lassen – die Spielereihe selber wurde dadurch über die Jahre aber nicht unbedingt besser.

Weibliche Cartoonfiguren wie Hello Kitty sprechen vor allem junge Mädchen an – wo die simpel gezeichnete Katze drauf ist, steckt die Gewinngarantie für den Hersteller drin. Die Spiele sind meist harmlos bis schlecht, bedienen aber auf einfache Art den Markt der jungen, weiblichen Zielgruppe. In eine andere Richtung gehen weibliche Hauptfiguren in Spielen wie Rumble Roses oder der Dead or Alive-Prügelreihe, wo wohlgeformte Frauenkörper sicherlich keine Damen, sondern nur postpubertierende Männer ansprechen sollen.

Letztlich sind diese Spiele mit eigentlich starken, aber oft versexualisierten Frauenbildern nur ein Zeichen unserer Zeit und sicher nicht dazu geeignet, die Emanzipation voran zutreiben. Mehr und mehr Frauen spielen Videospiele, programmieren Software und entwickeln Konzepte um alle Geschlechter anzusprechen. Letzlich ist das Videospiel als solches nichts anderes als ein Produkt und die Hersteller passen sich den Wünschen des Marktes an. Wenn der Markt mehr starke und vernünftig angezogene Frauen haben möchte, bekommt er sie sicher auch – wenn wir als Spielerinnen und Spieler aber nicht danach verlangen, kriegen wir weiterhin unsere Klischeesuppe mit großen Brüsten und knappen Bikinis. Letzlich bin ich selber vielleicht einfach nur an guten und nicht an zwingend klischeefreien Spielen interessiert…

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Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.41: Apple

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Meinen ersten Kontakt mit Apple-Produkten hatte ich um 1998 herum bei einem Praktikum in einer Werbeagentur. Wie damals in der Branche üblich schwor die komplette Belegschaft auf Produkte mit Apfellogo und ich fügte mich als Besitzer eines altersschwachen PCs den Gepflogenheiten. Auch ein Macintosh Classic 2 war zu dem Zeitpunkt dort noch für Netzwerkadministration im Betrieb und wusste mich mit seinem kompakten Design zu begeistern.

In den Folgejahren arbeitete ich immer wieder an Apple-Geräten und habe vor allem am G3 und G4 meine Freude an der Grafikbearbeitung mit Adobe Produkten gefunden. Auch die geschrumpfte Form des G4 in Gestalt des Cube war durchaus spannend und sollte nur ein Vorgeschmack auf den kompakten Mac Mini sein. Letztgenannter wanderte im Jahr 2007 in seiner güsntigsten Form auch in meinen Besitz und steht bis heute auf meinem Schreibtisch, kommt jedoch kaum mehr zum Einsatz. Das kompakte Gerät leistete bei mir jedoch jahrelang hervorragende Dienste und war im Vergleich zu vielen anderen Apple-Produkten mit einem recht manierlichen Preis-Leistungsverhältnis gesegnet. In den letzten Jahren habe ich mich sehr weit von Steve Jobs entfernt und arbeite inzwischen lieber am PC – für weit weniger Geld bekommen auch Menschen im grafischen Gewerbe heuer einfach mehr am Personalcomputer geboten.

Vor wenigen Wochen schloss sich nun der Kreis und ich kam durch einen glücklichen Umstand in den Besitz des kompakten Macintosh Classic 2. Das Design ist nach wie vor sehr gelungen und begeistert mit robusten Zubehörteilen. Das Betriebssystem lässt noch einige komfortable Kniffe vermissen, macht jedoch schon Appetit auf mehr. Nun muss ich mich nur mit den spielerischen Qualitäten des hellgrauen Kastens auseinander setzen, meine Hoffnung wirklich gute Exklusivtitel zu finden ist jedoch gering.

Apple Macintosh 2

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.40: Willkommen in der Gegenwart

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Sehr lange habe ich mit mir gehadert, nun musste aber schlussendlich ein retrofernes Upgrade in die Gegenwart des Videospiels vollzogen werden. Von den aktuellen drei Konsolen XBox One, Playstation 4 und Wii U hat mich in den letzten Jahren eigentlich keine komplett überzeugen können. Trotz meiner lang anhaltenden Kaufunwilligkeit hat der Konsumgeist nun doch bei mir zugeschlagen und mich unversehens in die Jetzt-Zeit des Gamings katapultiert.

Da ich kürzlich die Chance erhielt, ein wenig ausgiebiger den Mario Maker anzuzocken und ich durchaus Gefallen an dem klobigen aber praktischen Gamepad gefunden habe, konnte ich meine Begeisterung für Nintendos gerade noch aktuelles Hardware-Flaggschiff nun nicht mehr zügeln. Mit der Wii U hat nun also eine Konsole Einzug in meine Sammlung gehalten, die zwar schon viereinhalb Jahre auf dem Buckel hat und bereits in einigen Monaten von der Nachfolgehardware abgelöst werden soll, trotzdem aber immer noch erstaunlich preisstabil ist. In einem größeren Bundle hat die Konsole jetzt mit zusätzlichem Controller und diversen Spielen zu einem durchaus akzeptablen Preis ihren Weg zu mir gefunden. Nachdem der umständliche Abbau der bei mir fest verdrahteten, aber in den letzten zehn Jahren kaum genutzten weißen Wii vollzogen gewesen ist, folgte die ebenfalls recht umfangreiche Erstinstallation der schwarzen Wii U.

Gezockt habe ich auf meiner aktuellsten Konsole bislang tatsächlich nur Mario Kart 8 – dieses jedoch recht ausgiebig. Während mich das Gerät technisch wenig umhaut, gefällt mir die Ausrichtung der Softwarebibliothek mit den zahlreichen Exklusivtiteln von Big N dagegen sehr gut. Auch wenn es hier nur mehr vom Altbekannten gibt, bin ich durch die Abstinenz während der Wii-Zeit der üblichen Spielereihen wie Mario World, Zelda oder Mario Kart noch nicht komplett überdrüssig. Geben wir der nun ausklingenden Hardware-Generation im Hause Nintendo also eine Chance und schauen, ob man mich als Stammkunden für die stationären Konsolen zurückgewinnen kann – bei den Handhelds hatte mich Big N nie komplett verloren!

Wii U