Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.58: Game Gear Inlays

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Dank des großen Erfolges von Hanafuda-Kartenhersteller Nintendo in den Achtzigern und Neunzigern des zwanzigsten Jahrhunderts erfreuen sich neue und vor allem alte Elektronikspielsysteme des Klempnerkonzerns bis heute bekanntermaßen großer Beliebtheit in der Retrorepublik.

Das sorgt dafür, dass sich Sammler im Nintendosektor regelmäßig auf die Füße treten und Preise in die Höhe getrieben werden, aber auch dafür, dass es heuer zahllosen neuen Merch von Nintendo und Sammelzubehör für alte Systeme gibt. Schutzhüllen in allen Variationen und Box-Inlays für Marioysteme werden in vielen Variationen angeboten, der Markt wirkt zum Teil beinahe übersättigt.

Der Sammelsektor hat bei SEGA-Systemen in den letzten Jahren ebenfalls gut aufgeholt und vor allem für Mega Drive und Dreamcast scheint es dieser Tage viele Abnehmer zu geben. Zu meinem Glück scheinen sich für den Game Gear bis heute zwar mehr, aber eben immer noch nicht übermäßig viele Sammler zu interessieren. Abseits von einigen wirklich hochpreisigen Titeln macht das Sammeln für den mobilen Batteriefresser immer noch viel Spaß.

Leider jedoch gab es aus genau diesem Grund jahrelang kaum modernes Sammelzubehör für den Game Gear und ein wenig neidisch habe ich manchmal schon zum Game Boy geschielt. Vor allem nachproduzierte Box-Inlays habe ich beim Handheld von SEGA sehr vermisst und jedes original Inlay auch bei Tauschgeschäften in der Sammlung behalten. Überrascht und glücklich bin ich davon gewesen, dass der Schutzhüllenversand Videogame Empire nun auch Inlays für den Game Gear im Sortiment hat und habe entsprechend direkt einmal zugeschlagen (aktuell scheinen sie im Shop nicht mehr verfügbar zu sein).

Die Gussform für die Plastikinlays scheint von einem original Inlay übernommen worden zu sein und dem entsprechend sehen die Duplikate sehr gut und authentisch aus. Der Kunstsoff wirkt hochwertig, klar und robust, leider jedoch scheint bei der Kopie die Passform nicht ganz akurat zu sein. Die nachgemachten Inlays für Game Gear-Boxen sind minimal größer als die Vorlagen und passen nicht 100%ig in die engen SEGA-Kartons. Diese gehen beim Befüllen zum Teil stark auf Spannung, was sich vor allem bei Spielen mit dickerer Anleitung (oder total fettem Spielspaß im Modul) bemerkbar macht.

Dennoch sind diese Inlays eine tolle Bereicherung für die Game Gear-Sammlung und eventuell wird die kleine Unstimmigkeit bei kommenden Auflagen der Inlays ja noch behoben. Ich würde mich über mehr Zubehör für SEGA-Archivare in jedem Fall freuen – shut up and take my money!

Game Gear Inlay

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.57: Kiste oder Regal?

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Das Sammlen von Videospielen ist schwierig abzuschließen und fühlt sich an, wie ein dauerhafter Prozess von Umstrukturierungen, Verlagerungen und Umschichtungen – mit zocken hat das oftmals nicht mehr viel zu tun!

In den letzten Jahren ist es mir stets wichtig gewesen, möglichst viele Konsolen zugleich am Fernsehgerät angeschlossen zu haben. Es wäre ja gut möglich, dass ich spontan total Lust bekomme, Modul Nummer fünf (Mathematik 1) in den Schacht des Interton VC 4000 zu werfen und ein paar knifflige Hausaufgaben zu lösen. Alternativ hätte ich auch jahrelang die Chance gehabt, jederzeit eine Runde Cybermorph am Atari Jaguar oder die Fratzen des Bösen am Philips CD-I zu daddeln. Auch das Nintendo 64 und das Commodore Amiga CD32 standen zu jeder Tag- und Nachtzeit parat, um mich zu unterhalten und hatten nur darauf gewartet von mir mit Besuchern bei Bier und Chips bespielt zu werden.

Wie sich der geneigte mitlesende Nerd jedoch sicher denken kann, habe ich all diese Systeme natürlich kaum genutzt, obwohl ich sie wirklich für ihre Besonderheiten schätze – bis auf das N64, der Nebelwerfer steht hier tatsächlich nur der Vollständigkeit halber – und habe nun Nägel mit Köpfen gemacht.

Da ich mir zwar sicher bin, auch in Zukunft kaum mit den Konsolen zu zocken, mir aber die Option und Illusion erhalten möchte dies doch irgendwann tun zu können, habe ich eine für mich adäquate Lösung gefunden. Die Konsolen wurden mitsamt des passenden Zubehörs und dem Großteil der Spiele in formschöne Kisten eines schwedischen Wohnalptraums verpackt, die ich in der Sammlung gut stapeln kann und die mir so im Fall der Fälle sofort zur Verfügung stünden. Damit verweilen die famosen Daddelkisten zwar nicht mehr jederzeit spielbereit unter dem TV-Empfangsgerät, machen aber Platz für anderen sinnlosen Kram, YEAH!

N64 und Interton VC4000

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.56: Wrestlemania

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Angeregt durch das tolle Video zu den Wrestlingsammelkarten vom guten Onkel Weidemann habe ich mir ins Gedächtnis gerufen, welche Rolle der für viele Zuschauer durchaus unterhaltsame Kampfsport in meiner Kindheit und späteren Zockerlaufbahn gespielt hat.

Da wir früher nur eine handvoll Fernsehkanäle empfangen haben und Kabelempfang bei uns mangels Interesse bei meinen Eltern nicht angesagt gewesen ist, war es ein immer hochwillkommenes Highlight, bei Freunden dem Genuss der bunten Bilderwelt fröhnen zu können. Neben mehr oder minder schlechten Zeichentrickserien auf Tele 5 stand auch Wrestling natürlich hoch im Kurs und so waren Übernachtungsbesuche bei meinem sehr guten Klassenkameraden C. stets ein medialer Höhepunkt in meinem sonst vor allem auf öffentlich Rechtliche beschränkten TV-Konsum. Die 1991 von Merlin veröffentlichten Sammelkarten ließen dann auch mich als Wrestling-Noob tiefer in die Materie eintauchen und mit Wonne habe ich mich dem Sammeln und Tauschen der 150 Karten hingegeben.

Mit dem Ende dieser Kartengeneration verschwand das Thema Wrestling aber tatsächlich fast vollständig aus meiner Wahrnehmung, zu abgehoben und absurd erschienen mir schon damals die inszenierten TV-Gladiatorenkämpfe.

Auch in Videospielform konnte mich das Thema nur selten abholen, dafür waren viele Spiele des Genres oft einfach zu stumpf oder thematisch zu weit weg für mich, lediglich Wrestlemania auf dem SEGA Saturn hat mich mit seinem witzigen Multiplayermodus noch an die Konsole locken können. Ein klassischer Brawler wie Streets of Rage oder Beat em ups wie Virtua Fighter konnten mich immer mehr begeistern.

Nicht wegen der anscheinend ohnehin nicht vorhandenen spielerischen Qualitäten, aber immerhin wegen des tollen Wackelcovers durfte Ringside Angel für SEGA Mega Drive in meine Sammlung wandern. Auch ohne gespielt zu werden ist das kuriose Stück damit ein kleines, persönliches Wrestlinghighlight für mich!

Ringside Angel

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.55: Goodbye C64

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Wie viele andere Kinder Achtziger auch, hatte ich dereinst viel Freude am C64 und durfte eben diesen Rechner meinen ersten eigenen Heimcomputer nennen. Mein damaliger Brotkasten war wohl eine Mischanschaffung aus Taschengeld, Erspartem und elterlichem Zuschuss. Das Argument, man würde ja nicht nur damit spielen, sondern auch den Umgang mit Computern lernen, zog sicherlich sehr gut bei meiner Familie.

Meiner Erinnerung nach durfte der Rechenknecht nicht übermäßig lange bei mir verweilen und wurde alsbald durch den Amiga 500 ersetzt. Bereits damals zeichnete sich wohl meine latente Ungeduld bei Ladezeiten ab und es war zu erkennen, dass ich eher der Plug and Play-Typ bin, als Hybrid aus Konsole und Heimcomputer hatte ich mit dem Amiga 500 tatsächlich noch wesentlich mehr Vergüngen als mit dem Commodore 64.

Die Erinnerungen sind in der Zwischenzeit natürlich etwas verblasst und  so wurde 2014 wieder ein C64 ins Archiv geholt um der angeblich guten, alten Zeit noch einmal habhaft werden zu können. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2018 und ich bin mit Datasatte, einer handvoll Modulen und einem Floppydrive gut ausgestattet gewesen, allerdings wurde der Rechenknecht nur selten aus seiner Box geholt. In den vergangenen vier Jahren habe ich das Gerät geschätzte vier mal angeschlossen und mich daran erquickt – das ist tatsächlich eine dürftige Bilanz. Für das Regal ist mir das Gerät am Ende einfach nicht hübsch genug und nicht ohne Trauer habe ich mich nun zum zweiten mal in meinem Leben vom Commodore 64 getrennt. Als Trost bleibt mir, dass ich den Cevi in guten Händen weiß und der neue Besitzer sicher mehr Zeit damit verbringen wird.

Ich bin gespannt, ob es mein letzter C64 gewesen sein wird…

Commodore 64

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.54: Der Sammelwahn im Wandel der Zeit

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Der Mensch gilt als Jäger und Sammler, erbeutet Nahrung und erquickt sich an Beeren im Wald…

Auch wenn dieses romantisierte Bild des modernen Betonhöhlenbewohners ein wenig simpel klingen mag, greifen viele Mechanismen auch heute noch bei uns unbehaarten Affen. Wir sammeln Konsumgüter und gehen im Supermarkt oder auf Retrobörsen auf Schnäppchenjagd.

Bei mir hat der Sammelwahn schon sehr früh eingesetzt und auf dem Weg von der Schule zum Hort habe ich mich für jeden Tinneff auf dem Asphalt begeistern können. Ein halbvolles Feuerzeug, ein flexibles Gummiband oder ein ungeknallter Böller, alles musste als Trophäe in die Tasche wandern – man wusste ja nie, wofür man das Fundstück noch gebrauchen könnte.

Natürlich habe ich mich aber nicht nur um den Unrat der Straße gekümmert, sondern mich bei allen Hobbies recht obsessiv dem Sammeln hingegeben. Bei Murmeln bin ich genauso schwach geworden wie bei kleinen Gummitieren, Überraschungseifiguren, Comics oder Frufos. Auch die Sammelgebiete Briefmarken und etwas später Telefonkarten haben eine große Faszination auf mich ausgeübt. Bei den Briefmarken wurde ich durch meinen Großvater an das klebrige Hobby geführt und mit Leidenschaft habe ich Marken abgelöst, geplättet und archiviert. In den späten Achtzigern und den frühen Neunzigern hat die Deutsche Post dieses Hobby mit Produkten wie der Markenbox oder der Einführung der Postleitzahlenwerbeikone Rolf „fünf ist Trumpf“ noch weiter angeheizt.

All das hat meinen heutigen Videospielsammelwahn schon erahnen lassen und so wundere ich mich dieser Tage kaum darüber, dass ich nie wirklich mit dem Horten von Dingen aufhören konnte. Mal schauen, eventuell lässt der Jagdinstinkt nach, wenn ich alt und verwirrt bin…eventuell aber auch nicht!

Briefmarken und Telefonkarten