PIXELKITSCH RETROFLASH 205: Jeff Minter strikes back

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

NEWSFLASH-EMBLEM

Der Atari Jaguar fristet in meinem Konsolenarchiv leider nur ein Schattendasein und wird selten in Betrieb genommen, obwohl die Raubtierkonsole dauerhaft am heimischen TV angeschlossen und spielbereit ist. Wenn die Konsole nicht gerade für Trashrunden herhalten muss, wird sie hin und wieder immerhin für eine Runde Tempest 2000 eingeschaltet. Der Klassiker von Jeff Minter ist ein intensives Ballervergnügen und kann zwischendurch immer wieder mit strahlender Vektor-Optikt und treibendem Electro-Soundtrack begeistern.

Da Jeff Minter immer schon einen Hang zum spielgewordenen Wahnsinn hatte, sind die meisten seiner Spiele zwar nicht unbedingt spielerische Meilensteine, aber durchaus unterhaltsame Ballerorgien mit dem gewissen Etwas. Seine Vorliebe für Paarhufer bescherte der spielenden Gemeinde entsprechend auch die Einführung von Lamas und Kamele in die Welt der Videospiele.

Atari Age veröffentlicht nun die Titel Revenge of the Mutant Camels und Llamatron 2000 zusammen auf einer Cartridge für den Atari Jaguar. Das Spiel wird zunächst über Conventions vertrieben und kommt im November auch in den Webshop von Atari Age. Ich freue bereits mich auf die kleine Kollektion, die im Trailer sehr vielversprechend aussieht und in passender Box mit tollem Neon-Artwork ausgeliefert wird.

King of the Zoo / PIXELQUICKIE vol.34

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Niedliche Tiere und Videospiele sind eine Kombination die nicht erst seit Erfindung der Nyan-Katze bei kitschsensitiven Zockern für Verzückung sorgt.

King of the Zoo heißt im japanischen Original Penguin Wars und bringt nicht nur schwarzweiße Seevögel auf´s Display, sondern lässt einen halben Tierpark auf den Spieler los. Das knuffige Spiel wurde 1985 von ASCII in die Spielhallen gebracht, im selben Jahr für MSX-Heimcomputer sowie das Famicom umgesetzt und schaffte es 1990 auch als tragbare Tierschänderei auf Nintendos Game Boy. Das Spiel ist damit ein früher Titel für mobile Nintendo-Spieler und damals ein häufiger Gast auf zahlreichen deutschen Schulhöfen gewesen.

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Happy Birthday: Mortal Kombat

Ich bin wahrlich kein passionierter oder versierter Spieler von Beat ‚em ups, hin und wieder lege ich aber trotzdem gerne mal einen Prügler in die Konsole um mir einen auf die Mappe geben zu lassen.

Meinen ersten Kontakt mit einem klassischen Beat ‚em up hatte ich nicht wie viele andere Zocker mit Street Fighter 2 von Capcom, sondern mit Mortal Kombat von Midway. Bei einem Kumpel habe ich damals die Version für den SEGA Game Gear gespielt, mir diese oft ausgeliehen und das Spiel ausgiebig gezockt. Der Gorefaktor des Spiels von Ed Boon war auf dem portablen Gerät nicht sonderlich beeindruckend, aber mit meinen damals zwölf Lenzen war alles faszinierend was rote Farbe aus dem Display spritzen ließ.

In den Folgejahren verlor ich schnell das Interesse an der Serie, der Splatterfaktor konnte mich nur noch wenig reizen und spielerisch hat mich die Reihe einfach nie hinter der Blutwurst hervorlocken können. Dennoch hat sich Mortal Kombat einen festen Platz in der Videospielhistorie erkämpft und feiert in diesem Jahr bereits seinen 25ten Geburtstag.

Am 8ten Oktober 1992 erblickte Mortal Kombat das Licht der viel zu netten Welt und lehrte sie, sowie die Jugendschützer mit einem blutigen Fatality das Fürchten! Bloody Birthday!

Mortal Kombat

Der Monat in Spielen: September 2017

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der September des Jahres 2017 stand seltsamer Weise vor allem im Zeichen einer Minispielsammlung für die bislang von mir sträflich vernachlässigte Wii U.

Bei Nintendoland handelt es sich um eine Kollektion von Minispielen auf Basis klassischer  Nintendo-Franchises. Die Sammlung ist inzwischen auch schon fünf Jahre alt und gehört damit zu den Launchtiteln der Wii U. Entsprechend versuchte Nintendo hier, die Steuerungsmöglichkeiten des Tablets gut auszuschöpfen und bietet weitgehend abwechslungsreiche Spielkonzepte im Mario-, Zelda- Pikmin-, oder Donkey Kong-Universum. Überraschender Weise finden sich unter den 12 kleinen Spielen tatsächlich ein paar Minigames, die mich längerfristig an den Bildschirmcontroller fessen konnten. Die Multiplayervarianten sollten der Kollektion dann noch einen extra Boost verpassen – ich bin gespannt und freue mich, die Sammlung in zukunft auch mit Freunden zu zocken.

Auf der PSP habe ich mir Bubble Bobble Evolution zu Gemüte geführt und hatte auf ein leicht abgewandeltes Remake des orignal Konzeptes gehofft. Leider hatte Entwickler Opus ganz offensichtlich andere Pläne mit der Lizenz und hat versucht, das Prinzip weiter zu entwickeln als nur eine Evolutionsstufe. Herausgekommen ist ein Plattformpuzzler mit wenig ansprechender Polygon-2D-Optik der für sich genommen zwar ganz nett sein mag, mich aber weniger abholt, als das Original von Taito aus dem Jahr 1986. Eventuell muss ich dem Spiel noch eine weitere Chance geben, die ersten anderthalb Stunden waren jedoch eher mäßig unterhaltsam.

Das Mega Drive hat mich zum ersten mal in seiner Lebenszeit etwas ausführlicher mit Altered Beast gelockt, eine Arcade-Umsetzung, die ich wegen der oft vernichtenden Kritiken bislang gemieden habe. Der lineare Brawler ist zwar bockschwer, hat mich aber dennoch weit besser unterhalten, als ich im Vorfeld wegen der Schmähkritik angenommen hatte. Große Sprites, knarzige Sprachausgabe und ein simples Spielprinzip mit Monstertouch können zwar sicher nicht als Hit-Garanten herhalten, ich hatte jedoch durchaus Spaß mit dem Arcade-Biest für das Wohnzimmer.

Den Monatsabschluss habe ich am Game Boy verbracht und mal wieder eine Runde King of the Zoo gezockt. Das kompakte Spiel gewinnt sicher keinen Preis für ausgefeilte Spielmechaniken, kann aber zwischendurch sehr gut für ein paar Minuten unterhalten. Die nächsten Tage lasse ich mich eventuell noch ein bisschen mehr zu dem Kleinod aus…

Spielemonat September 2017

Happy Birthday: Maniac Mansion

Am fünften Oktober 1987 krempelte der Softwareriese Lucas Arts, der damals noch Lucasfilm Games hieß, mit der Veröffentlichung von Maniac Mansion das Genre der Point and Click Adventures um. Nie zuvor konnten Rätsel so intuitiv wie mit der neuartigen SCUMM-Engine gelöst werden und der später typische Humor der Lucas Arts-Schmiede fand hier sein Fundament. Das Spiel erschien für alle damals relevanten Computerplattformen und sogar das NES um den von Meteoriten verstrahlten Dr. Fred zu stoppen und Sandy aus seinen experimentierfreudigen Fängen zu befreien!

Ich persönlich konnte mit dem Urgestein der SCUMM-Engine nie ganz warm werden, der Nachfolger Day of the Tentacle hat mich jedoch direkt in seinen Bann gezogen. Beendet habe ich das Spiele wegen eines Rätsels, an das ich mich nicht erinnern kann, leider nie. An die tollen Charaktere und witzigen Dialoge erinnere ich mich aber immer wieder gerne, wenn ich meine Spielbox von damals mit eigenen Notizen aus dem Schrank hole. Wer den zweiten Teil im Besitz hat, kann übrigens auf einem Computer im Spiel ebenfalls Teil eins zocken und spart sich damit die Anschaffung des Vorgängers.

Happy Birthday an Ron Gilbert und Gary Winnick für die Zeugung von Maniac Mansion, ich muss jetzt wieder los, Benzin für die Kettensäge kaufen.*

*Entgegen der landläufigen Behauptung, es gäbe kein Benzin für die Kettensäge im Spiel, lässt sich sehr wohl welches finden. Mehr dazu nach dem Klick!

Day of the Tentacle