Happy Birthday: PC Engine

Meinen ersten Kontakt mit der PC Engine hatte ich in den späten Neunzigern des zwanzigsten Jahrhunderts. Die kompakte Konsole die ich gebraucht von einem Bekannten erstanden hatte, hat mir bereits damals ganz hervorragend gefallen und ich habe viele schöne Stunden damit verbacht.

Diese Begnung ist schon beinahe 20 Jahre her, noch viel länger liegt inzwischen jedoch der Launch der Konsole selbst in Japan zurück. Dort erblickte das formschöne und in schlichtem Weiß designte 8 Bit-Kraftpaket PC Engine am 30ten Oktober 1987 das Licht der verpixelten Welt und ist damit vor wenigen Tagen schon dreißig Jahre alt geworden. Entwickelt wurde die kleine Konsole von Elektronikhersteller NEC und der Spieleschmiede Hudson Soft, welche die Hardware fleißig mit hochkarätiger Software zunächst auf HuCard und später auch auf CD-Rom versorgte. Mit Spielen wurde die PC Engine bis Ende 1994 am Leben gehalten, im Westen konnte sich die Konsole aber leider nie gegen die Giganten SEGA und Nintendo durchsetzen.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich, du knuffige, kleine PC Engine und vielen Dank für tolle Stunden mit Bomberman, SonSon und zahlreichen SEGA-Krachern!

PC Engine mit Spielen

Ghost House / PIXELQUICKIE vol.35

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

„Versuchen Sie, den versteckten Schatz beim abenteuerlichen Besuch im verhexten Haus des Grafen Dracula zu finden.“ – mit diesem harmlosen Klappentext schickt uns SEGA in Ghost House aus dem Jahre 1986 auf dem Master System in die spielbare Hölle.

Inspiriert vom hauseigenen Arcadespiel Monster Bash von 1982 machen wir das durch den Covertext bekannte Geisterhaus unsicher und rücken dem flatterigen Fürsten der Dunkelheit auf die schlecht durchblutete Pelle. Das Spiel veröffentlichte SEGA zunächst auf der kompakten SEGA Card und einige Zeit später erneut auf Cartridge um auch bei Besitzern des Master System 2 ohne Kartenslot noch einmal Blut zapfen zu können.

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Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.50: Bit-90

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Heimcomputer sind bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nicht mein Sammelgebiet und erst recht nicht mein Spielplatz. Ab und an hole ich mir aus verschieden Gründen aber dennoch einen alten Rechenknecht nach Hause – Nostalgie, Design, Spielebibliotheken oder besondere Merkmale verleiten mich gelegentlich zum Kauf eines solchen neuzeitlichen Abakus.

Vor ein paar Tagen durfte ein kleiner Exot Einzug in mein Archiv halten, der mit einem besonderen Merkmal bei mir punkten konnte. Der Bit-90 der Firma Bit Corporation aus Taiwan ist mit seiner Gummitastatur, der geringen Verbreitung in Deutschland und seinem 18kb kleinen Speicher zwar sicher keine bekannte Größe, aber für mich durchaus interessant. Das Gerät mit Z80A-Prozessor bietet die Möglichkeit Colecovision-Spiele zu verarbeiten und da mir die Konsole bislang fehlt, ich aber seit fast zwanzig Jahren einen Stapel Spiele für die Hardware besitze, durfte der Bit-90 bei mir Unterschlupf finden.

Der Bit-90 erschien 1984 und wurde in verschiedenen Gehäusevarianten veröffentlicht, die mir vorliegende Version in Alu-Look gefällt mir persönlich sehr gut. Die Tastatur mit dunkelgrünen Gummitasten ist überraschend stabil und bietet angenehme Druckpunkte. Insgesamt ist die Verarbeitung des Rechners bis auf einen sehr sensiblen Power-Schalter relativ solide. Serienmäßig bietet das Gerät einen Modulslot für Colecovision-Spiele und kann per Adapter auch Atari VCS 2600-Module verarbeiten. Im Lieferumfang enthalten ist ein Netzteil, ein deutschsprachiges Handbuch, ein Antennenkabel, sowie ein Videokabel mit integriertem Anschluss für eine seperat erhältliche Datasette. Plug and Play wurde hier also bereits 1984 praktiziert, die Taiwaner haben damit also schon früh in den Achtzigern echten Kundenservice praktiziert.

Da für mich die Eigenschaften als Computer eher zweitrangig sind, habe ich mich in erster Linie dem Modulslot für Coleco-Spiele gewidmet. Der Slot ist stabil verarbeitet und schluckt die Module ohne viel Widerstand. Ein gutes Dutzend Spiele habe ich am Gerät getestet und alle Cartridges wurden zunächst erkannt und bis zum ersten Menü geladen. Leider jedoch scheint das Gerät arge Kompatiblitätsprobleme zu haben, wenn es darum geht die Spiele korrekt zu starten. Bis auf Donkey Kong und Donkey Kong Junior ist kein einziges Spiel vollständig korrekt geladen worden. Antarctic Adventure lässt nach dem Titelscreen die Farben vermissen, Cabbage Patch Kids kommt über den Titel nicht hinaus und Omega Race krankt daran, dass die Hardware offenbar keinen zweiten Actionbutton des Original Controllers unterstützt. Das von mir benutzte Mega Drive-Pad wurde über den 9-poligen Stecker zwar erkannt, allerdings kann nur einer der Button aktiviert werden. Bei Donkey Kong ist dies kein Problem, bei anderen Spielen jedoch bereitet dies große Schwierigkeiten. Da aber kaum Spiele vom Gerät korrekt ausgelesen werden – ca. 70% meiner Module kommen über den ersten Screen garnicht hinaus – ist dieser beklagenswerte Umstand eigentlich auch beinahe irrelevant.

Was bleibt ist ein kompakter Heimcomputer, der bei mir mit dem einzig spannenden Feature leider nicht überzeugen kann weil es schlicht nicht gut funktioniert. Die Idee hinter dem Rechner ist durchaus lobenswert, ich werde mich jedoch wohl weiter nach einem ausgewachsenen Colecovision umschauen und in der Zwischenzeit immerhin einen tollen Konsolenport von Donkey Kong auf dem Bit-90 genießen.

Bit 90

Games People Play November 2017

Nach vielen Jahren der Abwesenheit kehren die Konsolenkinder an den Ort zurück, an dem Sie das Licht der retroaktiven Welt erblickten – die Brause, das Vereinsheim des Metzgerei Schnitzel e.V. in Düsseldorf.

Am 24ten November 2017 wird wie bereits vor gut sieben Jahren an Konsolen aus den Siebzigern, Achtzgiern und Neunzigern altbacken gezockt, gefachsimpelt und gefeiert. Wie üblich stellen die Konsolenkinder dazu Spielgeräte und Software zur Verfügung, Besucher dürfen aber auch sehr gerne eigene Hardware mitbringen und mit anderen Besuchern der Freude an SEGA, Nintendo oder Atari huldigen. Das Vereinsheim des Metzgerei Schnitzel e.V. bietet euch die Möglichkeit kostengünstig Getränke vor Ort zu erwerben und ist am Freitag, 24.11.2017 ab 20 Uhr für euch geöffnet – der Eintritt ist beinahe kostenlos und kostet euch wie bei uns üblich nur ein Lächeln.

Games People Play
24.11.2017 / 20 Uhr
Brause / Metzgerei Schnitzel e.V.
Bilker Allee 233 / 40215 Düsseldorf Bilk

Games People Play November 2017

PIXELKITSCH RETROFLASH 205: Jeff Minter strikes back

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

Flash-Emblem

Der Atari Jaguar fristet in meinem Konsolenarchiv leider nur ein Schattendasein und wird selten in Betrieb genommen, obwohl die Raubtierkonsole dauerhaft am heimischen TV angeschlossen und spielbereit ist. Wenn die Konsole nicht gerade für Trashrunden herhalten muss, wird sie hin und wieder immerhin für eine Runde Tempest 2000 eingeschaltet. Der Klassiker von Jeff Minter ist ein intensives Ballervergnügen und kann zwischendurch immer wieder mit strahlender Vektor-Optikt und treibendem Electro-Soundtrack begeistern.

Da Jeff Minter immer schon einen Hang zum spielgewordenen Wahnsinn hatte, sind die meisten seiner Spiele zwar nicht unbedingt spielerische Meilensteine, aber durchaus unterhaltsame Ballerorgien mit dem gewissen Etwas. Seine Vorliebe für Paarhufer bescherte der spielenden Gemeinde entsprechend auch die Einführung von Lamas und Kamele in die Welt der Videospiele.

Atari Age veröffentlicht nun die Titel Revenge of the Mutant Camels und Llamatron 2000 zusammen auf einer Cartridge für den Atari Jaguar. Das Spiel wird zunächst über Conventions vertrieben und kommt im November auch in den Webshop von Atari Age. Ich freue bereits mich auf die kleine Kollektion, die im Trailer sehr vielversprechend aussieht und in passender Box mit tollem Neon-Artwork ausgeliefert wird.