Dschungel Boy / PIXELQUICKIE vol.36

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Das Jahr hat gerade erst begonnen und im privaten deutschen Fernsehen dürfen sich semi prominente Medienhuren wieder einmal das authentisch nachmodellierte Gesicht mit Känguru-Sperma verschönern lassen. Bei Pixelkitsch lassen wir uns diese Steilvorlage natürlich nicht nehmen und schicken niemand gerineren als den guten Pitfall Harry in den Urwald…oder ist es doch nur Dschungel Boy?

Unter dem wenig aufregenden Namen Dschungel Boy und kombiniert mit einer Titelgrafik die einem Kinderbuch entstammen könnte, veröffentlichte das deutsche Versandunternehmen Quelle das Jump´n run 1983 für das Atari VCS 2600. Ältere Semester unter den Zuschauern kennen das Urgestein des analogen Katalogkaufs sicher noch sehr gut und auch die vom Unternehmen verkauften Atari-Spiele sind mit ihren teils grenzdebilen Namen immer wieder gern gesehen und selten gern gekauft.

Genau wie in der großen Vorlage von Activision-Pionier David Crane müssen wir auch in Dschungel Boy des kopierfreudigen Entwicklers Rainbow Vision unseren Weg durch ein labyrinthartig angelegten Dschungel finden bevor das Zeitlimit abläuft. Dabei schwingen wir an Lianen, tanzen Krokodilen auf der grünen Nase herum und sammeln Schätze ein. Die einzelnen Szenarien verzichten dabei auf Scrolling, das Geschehen blättert zwischen Einzelbildern um.

Das Spiel ist durchaus fordernd, vermag seinen Anspruch aber dschungeltypisch gut mit Camouflage zu tarnen. Zu Beginn kommen wir noch gut durch das Unterholz, lernen die einzelnen Abschnitte kennen und freunden uns mit den pixeligen Bewohnern des Urwaldes an. Die Schwierigkeit kommt vor allem durch den Timer, der im ersten Moment mit gut zwanzig Minuten gut bemessen zu sein scheint, uns aber ein flottes Spieltempo abverlangt. Gerüchten zufolge soll sich Dschungel Boy im Gegensatz zur Vorlage übrigens nicht zu Ende spielen lassen, ich habe es jedenfalls noch nicht beenden können.

Atari Dschungel Boy

Technisch ist das Spiel durchaus okay, reißt aber auch für Atari-Verhältnisse keine Mammutbäume aus dem sumpfigen Boden. Im Vergleich zur Vorlage von Activision wurden hier viele Details runter geschraubt, Leitern haben keine Sprossen mehr und Gegner sind weniger detailliert. Das Heldensprite lässt sich als solches identifizieren hat aber einen fetten Pickel am Hintern und Raubkatzen sehen natürlich aus wie Hunde, so gehört sich das. Der Sound ist unauffällig mit kurzen Melodien und typischen Atari-Effekten und gehört damit eher zu den langweiligen Vertretern auf der Konsole, auch hier wurden Elemente aus dem Original entfernt.

Fazit: Dschungel Boy ist unter vielen Namen veröffentlicht worden und ließ sicher in den meisten Atari-Sammlungen der Achtziger für flotten Hüpfspaß die Liane schwingen. Da das original Pitfall heuer etwas teurer geworden ist, können findige Sparfüchse bei Quelle wie anno 1983 bares Geld sparen und einfach zur Kopie mit hässlichem Cover und nacktem Dschungelkind greifen – Mowgli würde locker zwei bis acht Bananen für das Spiel springen lassen und Dschungelpromis ärgern sich, bei der Affenbande nicht doch das wesentlich bessere Original gegen eine Kokosnuss eingetauscht zu haben.

 

3 Gedanken zu “Dschungel Boy / PIXELQUICKIE vol.36

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