Der Monat in Spielen: September 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der September hat uns sanft vom Sommer in den Herbst geleitet und mir die Chance gegeben, tatsächlich ein wenig zu zocken.

Den Anfang machte bei mir Wario Ware, Inc. als japanische Fassung mit dem original Namen Made in Wario: Mega Microgame$ für den Game Boy Advance, das ich schon länger einmal nachholen wollte. Bislang bin ich mit den Teilen auf Nintendo DS und Wii nicht warm geworden, im ersten Teil der Reihe auf dem GBA ist der Funke bei mir jedoch direkt übergesprungen. Die Minispiele sind herrlich doof, die Aufmachung sensationell und Wario brutal böse. Während mir die westliche Version der Minispielsammlung bisher zu teuer gewesen ist, habe ich zur japanischen Fassung gegriffen, die glücklicher Weise problemlos ohne Japanischkenntnisse zu spielen ist.

Bei einem Testlauf von diversen Controllern für die Playstation habe ich natürlich auch ein paar Spiele ins Laufwerk geworfen um mich von der Funktionsfähigkeit der Eingabegeräte überzeugen zu können. Länger hänger geblieben bin ich dabei mal wieder beim hübsch anzuschauenden Rollcage Stage 2, der Fortsetzung des ebenfalls fantastisch aussehenden Zukunftsrasers Rollcage von Attention to Detail. Während die Strecken sich im Stile von wipEout-Pisten präsentieren, sind die Fahrzeuge keine schwebenden Gleiter, sondern geländetaugliche Karts, die auch auf Kopf gedreht noch fahrtauglich bleiben. Was hier erstmal seltsam klingt, offenbart sich im Spiel umgehend als trickreiche und nicht immer gut zu beherrschende Spielmechanik und gibt dem Spiel mit toller Grafik und noch besserem Soundtrack eine ganz eigene Note. Weniger begeistert bin ich vom einstmals zensurgeplagten Carmageddon gewesen, welches ich bei einem Kumpel am PC damals noch sehr gerne gespielt habe, auf der Sony-Konsole aber nur noch schlecht wirkt. Eventuell habe ich mich als sensationslüsternder Teenager damals davon blenden lassen, dass man Leute überfahren konnte, mit zwei Dekaden Abstand ist dieses Machwerk aber nur noch lächerlich und schockiert dieser Tage allenfalls mit schlechter Steuerung und absurdem Streckendesign.

Zum ersten mal habe ich mich im September 2018 mit dem Super Nintendo-Klassiker Pilotwings befasst. Der Titel bot mir in den Neunzigern zu wenig Action und als Simulationsmuffel konnte ich dem eher ruhigen Spielgeschehen nur wenig abgewinnen. Fast dreißig Jahre nach Release bringe ich nun jedoch anscheinend genug Muße mit und hatte auf Anhieb Freude am relaxten Gleiten, Schweben und Navigieren. Die Präsentation mit dem permanenten Einsatz des Mode 7 Effekts muss man nicht mögen, die Musik ist jedoch herausragend und passt perfekt zum Konzentration erfordernden und zugleich entspannenden Spielkonzept.

PIXELKITSCH Spielemonat Oktober 2018

Vinyl und Videogames: 1979 / Revolverhelden und Madness

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1979 / One step beyond von Madness / Gunfighter (Cartridge 14) für Philips G7000

Bereits für das Jahr 1978 musste in dieser kleinen Reihe ein G7000-Spiel als Gedächtnisstütze herhalten und auch 1979 darf die Philips-Konsole noch nicht im Schrank verschwinden. Spiele dieser Ära waren oft eher simpel gestrickt und auch das vorliegende Modul Nummer 14, welches auch als Revolverhelden oder Gunfighter bekannt ist, glänzt nicht unbedingt mit großer Finesse. Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Klon von Ataris Combat im Western-Ambiente mit hübscherer Grafik. Da mich Spiele im wilden Westen thematisch eigentlich immer abholen, hat auch dieser unscheinbare Titel hier eine Erwähnung verdient. Als Cowboy duellieren wir uns mit einem schießwütigen Desperado (gesteuert vom eigenen Bruder, besten Kumpel oder Nachbarsjungen) und freuen uns über wirklich gelungene Animationen und simple Spielmechanik. Klar bringt das Spiel keine wirklichen Innovationen mit sich, das Western-Ambiente ist aber gut gelungen und lädt auch heute noch bei Feuerwasser und Patronen zur geselligen Multiplayerpartie ein.

Mit ihrem Debütalbum One step beyond schafften es die Briten von Madness direkt in die höchsten Sphären der weltweiten Charts, kamen bei uns immerhin auf Platz 14, landeten jedoch auch zu Hause nicht auf Platz eins, sondern mussten sich dort mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Die gleichnamige Hitsingle kommt ohne Vocals aus, alleine das gesprochene Intro sorgt aber meist schon für den nötigen Wiedererkennungswert des treibenden Stücks. Ich habe generell wenig Berührungspunkte mit Ska oder 2-tone, die wirklich großen Bands der Szene gehen meist an mir vorrüber, in der Regel höre ich den Sound nur bei lokalen Bands hin und wieder gerne. Dem eingängigen Popappeal von Madness konnte ich mich jedoch nie entziehen und freue mich bis heute immer, wenn ich die Worte „Hey you, don’t watch that, watch this, This is the heavy heavy monster sound…“ höre!

Vinyl und Videogames 1979

On step beyond von den britischen Ska-Urgesteinen Madness aus dem Jahr 1979

Slider aka Skweek / PIXELQUICKIE vol.39

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Slider/Skweek – Game Gear – 1991 – Loriciel/Victor

Was 1989 auf Heimcomputern mit dem bizarr aussehenden Fellknäuel Skweek in Frankreich begann, wanderte als verniedlichte Form nach Japan und wieder zurück in den Westen mit einem aggressiv dreinblickenden Critterverschnitt in sonnigem Zitronengelb, der für die verwirrten Europäer und Amis trotz seiner ohnehin westlichen Herkunft in Slider umbenannt wurde. Auf dem Lynx durfte das Spiel im selben Jahr weiterhin seinen ursprünglichen Namen Super Skweek (tatsächlich die Fortsetzung von Skweek) behalten, eventuell gab es hier lizenzrechtliche Probleme.

Das Spiel stammt ursprünglich aus dem Hause Loriciel und wurde auf zahlreichen Systemen um- und fortgesetzt, vertrieben wurde es ursprünglich von Infogrames. Die kompakte Game Gear-Version erblickte 1991 das Licht der pixeligen Welt und wurde in Japan von der Firma Victor Musical Industries für das energiehungrige SEGA-Handheld umgesetzt und auch die PC-Engine bekam einen Port spendiert.

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Tronimal is leaving earth

Das Tronimal hatte ja vor einigen Monaten bereits seinen weitgehenden Rückzug aus dem Chiptune-Sektor bekannt gegeben und wird damit sicherlich eine durchaus beachtliche Lücke im unabhängigen nordrheinwestfälischen Musikbusiness hinterlassen.

Kurz bevor sich der umtriebige Musiker nun also tatsächlich aus der Musiklandschaft verabschiedet, haut er noch ein paar Produktionen raus, um das bleepfreudige Publikum zu begeistern. Im Juli erschien bereits das zum Abschied passend betitelte Album Leaving Earth und nun gibt es in limitierter Auflage auch noch das dazugehörige Remix-Album auf Kassette. Vor allem von letzterer gibt es nur noch wenige Exemplare und der geneigte Freund von chipgenerierter Musik kann Tronimal hier auf den letzten Metern mit einem Besuch seines Shops noch einmal unterstüzen.

Tronimal Leaving Earth

TV-Ideal Umbautagebuch #3: Klebrig und pink

Ein ausrangierter Arcade-Automat, ein paar Ideen, eine Mission! In diesem TV-Ideal-Umbautagebuch gibt es stets den aktuellen Stand über mein mysteriöses Bastelprojekt!

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Der Umbau des ausgedienten TV-Ideal-Automaten geht aktuell gut voran und in den letzten Tagen ging es darum, dem angestaubten aber charmanten Holzlook eine etwas zeitgemäßere Auffrischung zu verpassen.

Da ich ohnehin viel Mit Klebeband arbeite und bei einer Lackierung ein Rückbau noch schlechter möglich wäre, habe ich mich des Dekors mit Tape Art angenommen. Die Farben Weiß und Pink dominieren jetzt und bieten einen guten Kontrast zum Schwarz und Holzdekor des klassischen Gehäuses. Sicherlich ist die Farbwahl Geschmackssache, aber ich denke, dass es zum finalen Zweck des Projektes passen dürfte.

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Zudem ging es der Beleuchtung an den Kragen, die bisher nur im Marquee vorgesehen gewesen ist. Die alte Neonröhre wurde ersetzt durch LEDs und auch im hinteren Teil des Cabinets habe ich eine stimmungsvolle und effektive Illumination mit einzelnen LEDs umgesetzt.

Die Lösung ist nicht nur energiesparend, sondern auch einfach zu montieren, auch hiermit wäre ein späterer (aber aktuell nicht geplanter) Rückbau ohne Weiteres möglich.

In den nächsten Schritten dürfte dann noch besser ersichtlich werden, wohin die Reise mit dem Cab geht, wahrscheinlich folgt die Auflösung schon in den kommenden zwei oder drei Wochen – ich selber bin schon sehr darauf gespannt, wie das Endergebnis ausfällt.TV Ideal Bautagebuch 3