Slider aka Skweek / PIXELQUICKIE vol.39

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Slider/Skweek – Game Gear – 1991 – Loriciel/Victor

Was 1989 auf Heimcomputern mit dem bizarr aussehenden Fellknäuel Skweek in Frankreich begann, wanderte als verniedlichte Form nach Japan und wieder zurück in den Westen mit einem aggressiv dreinblickenden Critterverschnitt in sonnigem Zitronengelb, der für die verwirrten Europäer und Amis trotz seiner ohnehin westlichen Herkunft in Slider umbenannt wurde. Auf dem Lynx durfte das Spiel im selben Jahr weiterhin seinen ursprünglichen Namen Super Skweek (tatsächlich die Fortsetzung von Skweek) behalten, eventuell gab es hier lizenzrechtliche Probleme.

Das Spiel stammt ursprünglich aus dem Hause Loriciel und wurde auf zahlreichen Systemen um- und fortgesetzt, vertrieben wurde es ursprünglich von Infogrames. Die kompakte Game Gear-Version erblickte 1991 das Licht der pixeligen Welt und wurde in Japan von der Firma Victor Musical Industries für das energiehungrige SEGA-Handheld umgesetzt und auch die PC-Engine bekam einen Port spendiert.

In der Rolle des Tribble-ähnlichen Fellballs färben wir in 99 Stages vornehmlich blaue Gehwegplatten in pink um und gehen möglichst weiträumig den nervigen Gegnern aus dem Weg oder schicken Sie über den Pixeljordan. Eliminierte Gegner respawnen nach kurzer Zeit wieder in eigenen Brutkästen, in der Nähe selbiger ist also Vorsicht geboten. Das Spielprinzip erinnert grob an eine Mischung aus Pac Man und Q*Bert, erweitert dessen grundlegende Konzepte aber gekonnt um viele eigene Elemente und Stilmittel. Die Areale sind zum Teil sehr groß und manche Segmente lassen sich nur per Teleporter oder durch Mithilfe Platten auslegender Gegner erreichen.

Förderbänder, wegbröckelnde Bodenplatten oder von Gegnern umgefärbte Steine sorgen für Abwechslung und geben den Stages eine gute spielerische Tiefe. Aufsammelbare Extras wie die alles zerstörende Smartbomb, profane Extraleben oder durchaus nützliche Feuerwaffenupgrades laden zum Entdecken ein und pimpen unser knuffiges Haustier gehörig auf. Ein hilfreicher Navigator an der Kopfleiste weist uns faulen Sesselsportlern sogar den Weg in Richtung der frischen Bonusgegenstände.

Slider für Game Gear

Jede Stage will im vorgegeben und zumeist recht knackigen Zeitlimit gemeistert werden, ein wenig Puffer verschaffen uns hier einsammelbare Sanduhren. Der Schwierigkeitsgrad in den zum Teil sehr trickreich arrangierten Welten zieht nach einigen Stages gut an, ein Passwortsystem hilft jedoch, den Frust in Grenzen zu halten und auch großzügige Continues heben die Langzeitmotivation gehörig an.

Grafisch kann der gelbe Furby sicher nicht für große Begeisterung sorgen, aber dennoch bietet die Optik ein paar liebevoll gepixelte Details und stets gute Kontraste. Während die grafische Gestaltung noch durchaus in Ordnung ist, nerven die wenigen Melodien und Musikstücke schon nach kurzer Zeit. Diese sind zwar recht gut arrangiert, aber leider nicht facettenreich genug um auf Dauer zu unterhalten – großartig, dass bei vielen Game Gear Geräten dieser Tage ohnehin der Sound defekt ist.

Slider für Game Gear

Fazit: Egal, ob Slider oder Skweek – das gelbe Fellknäuel lockt uns flott ins simpel wirkende Geschehen und begeistert im Spielverlauf mit interessant arrangierten Stages. Das scrollingarme Spielprinzip ist wie geschaffen für SEGAs mobilen Batterieschlucker und bietet Herausforderungen für viele Stunden. Der flauschige Franzose kann zwar nicht mit effektvoller Grafik locken, schreckt musikalisch sogar eher ab, wickelt uns mit seinem puscheligem Charme am Ende aber locker um den verspielten Finger. Das lose Modul gibt es zum Preis eines französischen Weichkäses vom Discounter, komplett sollte das Spiel aber auch nicht mehr als 15 gut investierte europäische Taler kosten.

Slider für Game Gear