Retroaktiver Frühling 2019 – Termine und Events

Das Jahr 2019 kommt bei Pixelkitsch nur äußerst gemächlich in Fahrt, aber auch das frische Jahr tischt bereits ein paar leckere Events für Freunde der verspielten Retroaktivität auf. Während sich die altehrwürdige Retrobörse mit Terminen leider noch sehr zurückhaltend präsentiert, gibt es auch dieses Jahr wieder einige gute Alternativen zum Spielen, Fachsimpeln und Geldausgeben auf Conventions, Szenetreffen und Shoppingevents in der Bundesrepublik Spielland!

Vor allem gezockt wird dieses Jahr anscheinend mehr als je zuvor, Börsen und reine Verkaufsveranstaltungen sind bislang anscheinend noch in der groben Planung.

HomeCon 52 / Hanau / 26.01.2019 / Webseite
Retro Gaming Days / Bochum / 15.-17.02.2019 / Webseite / Event bei Facebook
HomeCon 53 / Hanau / 23.03.2019 / Webseite
RetroPulsiv 13 / Augsburg / 23.-24.03.2019 / Webseite
Retro Computer Festival / Paderborn / 30.03.2019 / Webseite
5. Retrobörse Saar / Völklingen / 25.05.2019 / Webseite
Amiga34 Germany / Neuss / 12.-13.10.2019 / Event bei Facebook

Oldenburger Computer Museum

Vinyl und Videogames: 1982 / Michael Bomber

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

Musik-Spiel-Jahrgang Banner

1982 / Thriller von Michael Jackson / B-17 Bomber für das Intellivision

Dass meine Freude über das Spielen am Intellivision ein wenig getrübt ist, habe ich an anderer Stelle ja bereits erwähnt. Aus technischer Sicht bin ich jedoch schwer begeistert von der Sprachausgabe das strategischen Actionspiels B-17 Bomber mit Unterstützung des Intellivoice-Moduls. Natürlich ist diese synthetische Stimme aus heutiger Sicht ein wenig sperrig und auch spielerisch wird sicher nicht viel geboten, aber Spiele die sprechen konnten, haben mich schon immer fasziniert. Eine kleine Stimmprobe gibt es auch in diesem Video bei Youtube, die eher limitierten spielerischen Qualitäten des europäischen Weltkriegsszenarios lassen sich hier auch gut erahren. Schön zu sehen, wie sich in Videospielen bereits so früh darum bemüht wurde, eine Spielatmosphäre über Sprache zu erzeugen und wie sich das Thema bis heute entwickelt hat.

Das Album des Jahres wird bei vielen Kids und Teenies der frühen Achtziger sicherlich Thriller von Michael Jackson gewesen sein. Mit fantastischen Videos, einem dynamischen Sound und großartigen Ohrwürmern hat der King of Pop einen echten Meilenstein der Musikgeschichte hinterlassen. Bei uns zu Hause gab es das Album auf Vinyl und auch ich selber habe es mir vor vielen Jahren noch einmal in die Sammlung geholt – mindestens einmal im Jahr liegt es auch tatsächlich auf dem Plattenteller. Da es sich millionenfach verkauft hat, ist es auch auf jedem Trödelmarkt gut auf schwarzem Gold zu finden. Ich habe mich vor ein paar Monaten jedoch gefreut, das Hitalbum auf Kassette ertrödelt zu haben und war hoch verzückt, diese Seltenheit erblickt zu haben. Für einen ganz schmalen Taler wanderte der analoge Tonträger auf dem DDR-Label Amiga in meine Sammlung und ich freue mich, damit ein schönes Stück Musikgeschichte nun auf in einer etwas exotischeren Variante im Archiv (und im Küchenkasi zur Berieselung beim Kochen) stehen zu haben.

Vinyl und Videogames 1982

Das Musikvideo zum Überhit Thriller in seiner vollen Kurzflimlänge von 13 Minuten ist wie das komplette Album gleichen Namens ebenfalls ein Meilenstein!

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.57: Kiste oder Regal?

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Das Sammlen von Videospielen ist schwierig abzuschließen und fühlt sich an, wie ein dauerhafter Prozess von Umstrukturierungen, Verlagerungen und Umschichtungen – mit zocken hat das oftmals nicht mehr viel zu tun!

In den letzten Jahren ist es mir stets wichtig gewesen, möglichst viele Konsolen zugleich am Fernsehgerät angeschlossen zu haben. Es wäre ja gut möglich, dass ich spontan total Lust bekomme, Modul Nummer fünf (Mathematik 1) in den Schacht des Interton VC 4000 zu werfen und ein paar knifflige Hausaufgaben zu lösen. Alternativ hätte ich auch jahrelang die Chance gehabt, jederzeit eine Runde Cybermorph am Atari Jaguar oder die Fratzen des Bösen am Philips CD-I zu daddeln. Auch das Nintendo 64 und das Commodore Amiga CD32 standen zu jeder Tag- und Nachtzeit parat, um mich zu unterhalten und hatten nur darauf gewartet von mir mit Besuchern bei Bier und Chips bespielt zu werden.

Wie sich der geneigte mitlesende Nerd jedoch sicher denken kann, habe ich all diese Systeme natürlich kaum genutzt, obwohl ich sie wirklich für ihre Besonderheiten schätze – bis auf das N64, der Nebelwerfer steht hier tatsächlich nur der Vollständigkeit halber – und habe nun Nägel mit Köpfen gemacht.

Da ich mir zwar sicher bin, auch in Zukunft kaum mit den Konsolen zu zocken, mir aber die Option und Illusion erhalten möchte dies doch irgendwann tun zu können, habe ich eine für mich adäquate Lösung gefunden. Die Konsolen wurden mitsamt des passenden Zubehörs und dem Großteil der Spiele in formschöne Kisten eines schwedischen Wohnalptraums verpackt, die ich in der Sammlung gut stapeln kann und die mir so im Fall der Fälle sofort zur Verfügung stünden. Damit verweilen die famosen Daddelkisten zwar nicht mehr jederzeit spielbereit unter dem TV-Empfangsgerät, machen aber Platz für anderen sinnlosen Kram, YEAH!

N64 und Interton VC4000

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.55: Goodbye C64

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Wie viele andere Kinder Achtziger auch, hatte ich dereinst viel Freude am C64 und durfte eben diesen Rechner meinen ersten eigenen Heimcomputer nennen. Mein damaliger Brotkasten war wohl eine Mischanschaffung aus Taschengeld, Erspartem und elterlichem Zuschuss. Das Argument, man würde ja nicht nur damit spielen, sondern auch den Umgang mit Computern lernen, zog sicherlich sehr gut bei meiner Familie.

Meiner Erinnerung nach durfte der Rechenknecht nicht übermäßig lange bei mir verweilen und wurde alsbald durch den Amiga 500 ersetzt. Bereits damals zeichnete sich wohl meine latente Ungeduld bei Ladezeiten ab und es war zu erkennen, dass ich eher der Plug and Play-Typ bin, als Hybrid aus Konsole und Heimcomputer hatte ich mit dem Amiga 500 tatsächlich noch wesentlich mehr Vergüngen als mit dem Commodore 64.

Die Erinnerungen sind in der Zwischenzeit natürlich etwas verblasst und  so wurde 2014 wieder ein C64 ins Archiv geholt um der angeblich guten, alten Zeit noch einmal habhaft werden zu können. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2018 und ich bin mit Datasatte, einer handvoll Modulen und einem Floppydrive gut ausgestattet gewesen, allerdings wurde der Rechenknecht nur selten aus seiner Box geholt. In den vergangenen vier Jahren habe ich das Gerät geschätzte vier mal angeschlossen und mich daran erquickt – das ist tatsächlich eine dürftige Bilanz. Für das Regal ist mir das Gerät am Ende einfach nicht hübsch genug und nicht ohne Trauer habe ich mich nun zum zweiten mal in meinem Leben vom Commodore 64 getrennt. Als Trost bleibt mir, dass ich den Cevi in guten Händen weiß und der neue Besitzer sicher mehr Zeit damit verbringen wird.

Ich bin gespannt, ob es mein letzter C64 gewesen sein wird…

Commodore 64

Neues Dreamcast-Futter: Fruit’Y – Playing With Edibles

Neue Spiele für SEGAs letzten Versuch im Hardware-Markt zu bestehen gibt es in den letzten Jahren wie Sand am Meer. Zumindest gefühlt wird der Dreamcast heuer besser mit Software versorgt als in den letzten Monaten die er in den Händlerregalen fristen musste. Frisch auf auf dem Markt ist der nette Puzzler Fruit’Y – Playing With Edibles vom Homebrew-Team Retroguru welcher sich im Dragon Box Shop bestellen lässt. Für schlappe drei Euro bekommt Ihr einen sehr bunten Klon des Klassikers Gem’X mit Chiptune-Mucke und für Dreamcastverhältnisse sehr pixelige Pixeloptik. Wer sich von dem aus meiner Sicht wenig ansehnlichen Cover nicht abschrecken lässt und sich auf das Rätseln einlässt bekommt einen wirklich kniffligen Tüftelspaß bei dem mich vor allem der schöne Soundtrack und die clever gestalteten Level begeistern konnten. Für den sehr günstigen Kurs sollte jeder Dreamcast-Nutzer sowieso zugreifen und eventuell folgen diesem schönen Projekt ja bald weitere preiswerte Veröffentlichungen dieser Güteklasse?!

Fruity Dreamcast