Retrobörse Bochum 2005 bis 2019

Die Retrobörse für klassische Videospiele in Bochum darf sich ohne Zweifel als Urgestein der deutschen Videospieleinkaufsveranstaltungen bezeichnen lassen und findet mehr oder minder regelmäßig seit 2005 im Falkenheim auf der Bochumer Akademiestraße statt. Auch in diesem Jahr gab es am sechsten April recht kurzfristig angesetzt eine Retrobörse in der Ruhrgebietsmetropole Bochum – ein guter Moment, die letzten Jahre der Veranstaltungsreihe einmal Revue passieren zu lassen.

Das erste mal habe ich die Retrobörse in ihrer zweiten Ausgabe im Jahr 2006 besucht und bin damals bereits vom wuseligen Treiben fasziniert gewesen. Ich habe damals nur Fotos und keine Videos in Bochum gemacht, viele Eindrücke aus 2006 ähneln aber bereits denen aus dem Jahr 2019. Neben den gut mit Exotika gefüllten Verkaufsständen hat mir damals die Sonderausstellung zum Thema Virtuelle Realitäten besonders gut gefallen. Diese Sonderausstellungen wurden auch in den Folgejahren weitergeführt, scheinen inzwischen aber komplett aus dem Konzept gestrichen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt versprühte die Börse noch einen starken Nischenhobbycharakter, der inzwischen doch stark nachgelassen hat.


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Fünf Freunde #40: Zurück in den Dschungel

In Der Rubrik Fünf Freunde werden an dieser Stelle zukünfitg zu verschiedenen Themen jeweils fünf Spiele vorgestellt. Thematisch sortiert bringe ich euch hier hin und wieder fünf Empfehlungen, die euren Alltag verschönern oder verändern sollen.

5-Freunde-Emblem

Fünf Freunde: Zurück in den Dschungel
Vor sechs Jahren hatte ich mich im Rahmen der nicht ganz unstrittigen TV-Show Ich bin ein Star, holt mich hier raus bereits fünf Titeln gewidmet, die auch euch in den Dschungel schicken. Nun kehren wir thematisch passend wieder zurück ins dichte Grün und schlagen uns mit fünf Dschungelprüfungen durch´s Dickicht!

Jungle Hunt – Arcade, Multiplattform
Mit Pitfall verbinden die meisten Leute sicher Dschungelabenteuer am Atari VCS 2600, doch auch bei der Arcade-Umsetzung Jungle Hunt lässt es sich ganz hervorragend durch die grüne Hölle schwingen. Technisch ist das Spiel wirklich hübsch gemacht und für eine flotte Runde zwischendurch ist es eine sehr brauchbare Dschungelprüfung.

Donkey Kong Jungle Beat – Game Cube, Wii
Mit Nintendos Vorzeigeaffen durch den Dschungel zu heizen, geht bei keinem anderen Spiel so rythmisch wie bei Donkey Kong Jungle Beat. Auf Basis des ebenfalls sehr empfehlenswerten Musikspiels Donkey Konga und mit Hilfe dessen haptisch extrem ansprechender Bongos flitzen wir durch gleichmäßiges Trommeln durch das dichte Unterholz. Die Wii-Version verzichtet leider auf die tollen Bongos, hier wird wie beim System üblich mit der Wiimote gefuchtelt.

Rescue Mission – Master System
Bei Rescue Mission geleiten wir einen pazifistisch veranlagten und wenig wehrhaften Sanitäter durch einen mal mehr, mal weniger dichten Dschungel. Der reisende Militärarzt ist auf vorgegebenen Pfaden mit einer Draisine unterwegs und muss per Lightgun gegen heranstürmende Soldaten verteidigt werden. Das Spiel ist sicher kein Highlight des Lichtpistolen-Genres, macht aber zwischendurch Laune und bietet optisch ansprechende Dschungeloptik.

Congo Bongo – Arcade, Multiplattform
Vielfach wird Congo Bongo von SEGA als dreiste Kopie vom Klassiker Donkey Kong angesehen, aus meiner Sicht bietet das Spiel aber mehr als genug eigenständige Spielemente und Urwaldcharme. Ähnlich wie bei Nintendo geht es hier einem wütenden Gorilla an den Kragen, der hier aber den Namen Bongo trägt. Spielerisch ist der Titel allerdings eher mit Frogger aus einer Iso-Perspektive zu vergleichen.

Danan the Jungle Fighter – Master System
Trotz des passenden Namens bietet der Dschungelkämpfer Danan außer eines luftigen Urwaldoutfits nur wenig grünes Tropenflair. Das 2D-Actionspiel wartet dafür mit solider Plattformkeilerei und hübscher Pixeloptik auf und kredenzt genug Anreize, um den muskulösen Lendenschurzfan Conan Danan auch ohne Dschungelambiente auf seinem Abenteuer zu begleiten.

Jungle Games Illustration

PIXELKITSCH Retrospektive 2018

Das Jahr 2018 liegt hinter uns und ich blicke zurück auf ein paar vollkommen subjektiv und undemokratisch ausgewählte Retrogaminghighlights. Bei mir wurde etwas weniger gezockt als in den vorherigen Jahren, aber dennoch durften einige Spiele in den Modulschacht oder ins Laufwerk der Konsolen wandern. Zudem konnte ich trotz meines geringen Outputs endlich auch die 200te Episode meiner Pixelkitsch-Videoreihe feiern und habe mich über meinen 500ten Abonnenten bei Instagram gefreut – Social Media ist eben doch geiler als das echte Leben. Neben vielen Umstrukturierungen in meinem Spielarchiv und dem Aussortieren zahlreicher Staubfänger aus allen Bereichen des sammelbaren Spektrums gab es natürlich auch ein paar schöne Neuzugänge.


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ATARI – Kunst und Design der Videospiele / Pressespiegel vol. 23

Als Freund des gedruckten Wortes und Anhänger klassischer Videospiele-Gazetten, freue ich mich, euch an dieser Stelle regelmäßig Einblicke in Presseerzeugnisse vergangener Tage bieten zu können. Zeitschriften und Bücher zum Thema Videospiele sollen hier im Pressespiegel beleuchtet werden.

Pressespiegel Banner

Freud und Leid lagen bei Besitzern eines Atari VCS 2600 in den frühen Achtzigern oft nah bei einander. Der Freude über ein neues Spiel mit aufregendem Coverartwork wich meist das Leid der Ernüchterung über die tatsächlich geringe Spieltiefe und das nüchterne Erscheinungsbild der Ingamegrafik. Talentierte Grafiker haben fabulös ausgestaltete Luftschlösser kreiert, die die Verkäufe im selben Maße ankurbelten, wie sie Hoffnungen zerstörten. Kunden des einstiegen Versandhausriesen Quelle kannten dieses Problem glücklicherweise nicht, hier sahen die Illustrationen auf den Verpackungen meist mindestens ähnlich gruselig aus wie die Spielgrafiken selber.

Das englischsprachige Buch Art of Atari aus dem Jahr 2016 von Tim Lapetino trägt diesen zum Teil fantastischen Illustrationen auf rund 350 Seiten Rechnung und widmet sich der Entstehung der handwerklichen Meisterstücke. Das Buch wurde nun nach längerer Vorarbeit vom Gameplan-Verlag in einer lokalisierten Fassung veröffentlicht und von den videospieljournalistischen Urgesteinen Stephan Freundorfer und Winnie Forster für den germanischen Retropöbel übersetzt. Für den deutschsprachigen Markt wurde der etwas sperrige, aber inhaltlich durchaus passende Titel ATARI – Kunst und Design der Videospiele gewählt.


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Zu Besuch im Oldenburger Computer Museum

Museen sind ein wichtiger Bestandtteil kulturellen Lebens in unserer vermeintlich zivilisierten Welt. In manchen Museen hängen Pferde an der Wand, in anderen stehen blasse Oberkörper im Weg herum. Im Oldenburger Computer Museum stehen, sicherlich zur Überraschung vieler, elektronische Rechenmaschinen auf Schreibtischen und sollen dem Besucher Elektronikgeschichte und Softwarekultur näher bringen.

Kürzlich feierte eben jenes Computermuseum in der kleinen Großstadt Oldenburg seinen zehnten Geburtstag und hat sich von Organisatoren und Gästen aus der ganzen Republik hochleben lassen. In diesem Rahmen habe auch ich den Räumlichkeiten in Niedersachsen zum ersten mal einen Besuch abgestattet und mich im feuchtfröhlichen Geburtstagsstrudel treiben lassen.


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