Zu Besuch im Oldenburger Computer Museum

Museen sind ein wichtiger Bestandtteil kulturellen Lebens in unserer vermeintlich zivilisierten Welt. In manchen Museen hängen Pferde an der Wand, in anderen stehen blasse Oberkörper im Weg herum. Im Oldenburger Computer Museum stehen, sicherlich zur Überraschung vieler, elektronische Rechenmaschinen auf Schreibtischen und sollen dem Besucher Elektronikgeschichte und Softwarekultur näher bringen.

Kürzlich feierte eben jenes Computermuseum in der kleinen Großstadt Oldenburg seinen zehnten Geburtstag und hat sich von Organisatoren und Gästen aus der ganzen Republik hochleben lassen. In diesem Rahmen habe auch ich den Räumlichkeiten in Niedersachsen zum ersten mal einen Besuch abgestattet und mich im feuchtfröhlichen Geburtstagsstrudel treiben lassen.


Weiterlesen

ATARI – Kunst und Design der Videospiele

Die Grenzen zwischen Kunst und Design verschwimmen vor allem in Illustrationen für Bücher, Kinoplakate oder Verpackungen immer wieder. Bis in die frühen neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts sind diese Gebrauchsgraphiken oft wahre Kunstwerke gewesen und auch im Videopsielsektor wurde eifrig gezeichnet, gekleckst und gepinselt.

Freunde des klassischen ATARI-Spielens haben entsprechend häufig im Einzelhandel vor dem Regal mit den bunten Verpackungen gestanden und sich von spektakulären Welten manipulieren und zu Hause von oft arg abstrakten Pixelsümpfen ernüchtern lassen. Das englischsprachige Buch Art of ATARI aus dem Jahr 2016 widmet sich diesen auffälligen Werbegrafiken, dem Übergang zwischen Kunst und Design und der historischen Einordnung in die bunte Welt des Videospielens. Der Autor Tim Lapetino hat hier einen herrlich bunten Wälzer mit mehr als 350 gut gefüllten Seiten geschaffen, der Freunde vom digitalen Spielen ebenso anspricht, wie Anhänger des feinen Pinselstrichs.

Nun hat sich der deutsche Gameplan-Verlag unter der Regie von Stephan Freundorfer und Winnie Forster dem Mammutprojekt angenommen, eine lokaliserte Fassung mit dem Titel ATARI – Kunst und Design der Videospiele für den deutschen Markt aufzubereiten. Das Buch soll pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2018 in den Buchläden stehen und kann derzeit noch vorbestellt werden. Mehr Infos gibt es natürlich auf der Webseite von Gameplan.

Ich freue mich schon, zur kalten Jahreszeit in dem eingedeutscheten Nachschlagewerk zu einem der spannendsten Themen zwischen Pixeln und Pinselstrichen ausgiebig schmökern zu können!

ATARI Kunst und Design

ATARI-Werbeprospekte / Pressespiegel vol. 22

Als Freund des gedruckten Wortes und Anhänger klassischer Videospiele-Gazetten, freue ich mich, euch an dieser Stelle regelmäßig Einblicke in Presseerzeugnisse vergangener Tage bieten zu können. Zeitschriften und Bücher zum Thema Videospiele sollen hier im Pressespiegel beleuchtet werden.

Pressespiegel Banner

Als Pionier im hart umkämpften Videospielbusiness hat das Urgestein ATARI vielfältige Wege der Kundengewinnung beschritten. Neben zahllosen, teils echt anstrengenden TV-Spots hat der Konzern die minderjährigen Investoren auch mit Printwerbung in Form von Anzeigen in verschiedenen Kampagnen penetriert und ihnen abwechslungsreiche, bunte Broschüren an die Hand gegegeben. All die Werbemittel sind nicht nur effiziente Methoden zur gewinnmaximierenden Gehirnwäsche gewesen, sondern vor allem aus heutiger Sicht auch tolle Zeugnisse Ihrer Zeit.

Im Folgenden Video und Artikel unternehmen wir eine Reise zurück in eben jene Zeit, in der Videospiele grob aufgelöst, die Konsolen holvertäfelt und die schreiend bunte Werbewelt noch in Ordnung waren!


Weiterlesen

Vinyl und Videogames: 1978 / Kraftwerk und das G7000

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

Musik-Spiel-Jahrgang Banner

1978 / Das Model von Kraftwerk / Air-Sea War (Cartridge 4) für Philips G7000

Das Philips G7000 steht in seiner Konsolengeneration meist im Schatten des Atari VCS 2600. Auch wenn die Softwarebibliothek nicht so umfangreich ist wie bei der namhaften Konkurrenz kann der geneigte Spieler mit der Konsole aber aus meiner Sicht sehr viel Spaß haben. Die Hardware erblickte 1978 das Licht der daddelnden Welt und brachte eine gute Basis an Spielen mit an den Start. Das Kombimodul Air-Sea War / Battle oder im Deutschen noch viel einprägsamer mit See- und Luftkrieg / Panzerschlacht betitelt, bietet soliden Ballerspaß für zwei retroaktive Zocker und katapultiert uns zurück in den kalten Krieg, als die Grafik noch grob aufgelöst und die Joysticks labberig waren!

Musikalisch sind Kraftwerk für mich seit frühesten Kindertagen bereits prägende Wegbegleiter gewesen, habe ich sie doch damals schon durch meinen Vater häufig zu hören bekommen. Mit der Singleauskopplung Das Model vom Album Die Mensch-Maschine haben sie es nicht nur in Deutschland in die Charts geschafft, sondern drei Jahre später mit einer englischsprachigen Version sogar im vereinigten Königreich den Popolymp gestürmt und dort Platz eins elektrisiert. Der ikonische Elektrotrack mit dem eingängigen Texten ist musikalisch sicher nicht das spannendste Stück der Bandgeschichte, aber mit Sicherheit das auch heute noch bekannteste. Zahlreiche Coverversionen von Bands wie Rammstein, Die Toten Hosen oder Zoot Woman sind zwar nett, können dem Original aber nicht das Wasser reichen – für mich bleiben Kraftwerk für mich mit diesem Ohrwurm aus dem Jahr 1978 auf ewig im Gedächtnis.

Vinyl und Videogames 1978

Kraftwerk mit dem elektrisierenden Superhit Das Model aus dem Jahr 1978

Vinyl und Videogames: 1977

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

Musik-Spiel-Jahrgang Banner

1977 / It´s a damn shame von Johnny Guitar Watson /  Combat für Atari VCS 2600

Der Release des Atari VCS 2600 im Jahr 1977 dürfte für die gesamte Videospielbranche ein Meilenstein gewesen sein. Viele Zocker haben ihre ersten Schritte auf dem holzverzierten Heimsystem von Atari getätigt und mit Pitfall, Breakout, Space Invaders oder Combat ihren Weg in die verspielte Gegenwart gepflastert.

Das zuletzt genannte Combat ist sicherlich keine spielerische Offenbarung mehr aus heutiger Sicht, dürfte für viele aber der Erstkontakt mit dem Atarijoystick gewesen sein. Das Spiel lag der Konsole in den ersten Jahren bei und begeistert bis heute mit einfacher Zugänglichkeit. Sich mit einem Kumpel bei Bier und Chips im Panzer oder Flugzeug auf die Nerven zu gehen, ist ein zeitloser Zeitvertreib, der auch heuer noch Beleidigungen im Minutentakt und schadenfrohen Spielspaß provoziert!

Musikalisch ist bei mir vor allem der großartige Johnny Guitar Watson im Jahr 1977 hängen geblieben, dessen Singleauskopplung It´s a damn shame mein Erstkontakt mit seiner Interpretation von Funk und Blues gewesen ist. Watson experimentierte viel mit Funk, Soul und sogar Rap herum und fand so seinen eigenen Stil mit einer Art Westküsten-Rythm´n Blues. 1996 verstarb der Musiker bei einem Konzert im japanischen Yokohama an Herzversagen auf offener Bühne.

It´s a damn shame ist zwar nicht sein größter Hit gewesen – das dürfte im Nachhinein betrachtet wohl A real mother for ya darstellen – aber bis heute verknüpfe ich den entspannten Funktune mit Mister Watson und entsprechend auch mit dem funky Atari-Jahr 1977.

Vinyl und Videogames 1977

Johnny Guitar Watson – It´s a damn shame