Der Monat in Spielen: Oktober 2017

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Die meiste Zeit des Monats Oktober 2017 habe ich am Game Gear und an der XBOX 360 verbracht, meinen Ausflug in die Welt der Coleco-Spiele am BIT-90-Heimcomputer habe ich ja bereits an anderer Stelle erwähnt.

Mit buntem Display und einer Vielzahl an Batterien habe ich mich einmal mehr dem SEGA Game Gear gewidmet und drei Lizenzspielen eine neue Chance gegeben. Den Anfang machte Batman Returns auf Basis des gleichnamigen Films. Der Actionplattformer spielt sich ausgezeichnet, begeistert mit wundervoll detaillierter Grafik und wählbaren Levelpfaden. Nach ein paar Stages ist mir hier zwar die Puste ausgegangen, insgesamt hat mir die Versoftung der Fledermaus aber sehr gut gefallen und wird nicht das letzte mal seinen weg in den Modulslot meines Game Gear gefunden haben.

Weniger gut gefallen haben mir zwei Lizenzstinker auf dem Game Gear, die ich dennoch zu Ende gezockt habe. Mickeys Ultimate Challenge ist ein später Disneytitel für SEGAs Handheld der es in Deutschland nicht auf den Markt geschafft hat. Ein großer Verlust ist dies jedoch nicht gewesen, entpuppt sich dieser Titel doch als recht uninspirierte Minispielsammlung abseits der hervorragenden Illusion-Reihe mit wenig Liebe zum Detail. Ebenfalls auf Basis einer Disney-Lizenz ist Ariel the little mermaid, den meisten sicherlich bekannt durch den Bikinifilm gleichen Namens von 1989. In der Rolle von Nixe Ariel planscht Ihr durch versunkene Schiffe und Tempel, sammelt Schätze ein und wundert euch über die schlechte Steuerung und lieblosen Levelaufbau. Zum Glück ist das Spiel bereits nach wenigen Stages beendet und damit nur etwas für Hardcorefans von Mädels mit Schwanzflossen.

Den Großteil des verzockten Oktobers habe ich jedoch mit The Wolf among us auf der XBOX 360 verzockt. Das Spiel auf Basis des Comics Fables von Bill Willingham wurde von Telltale Games umgesetzt und zunächst in fünf Episoden ab 2013 zum Download veröffentlicht. Anschließend wurden alle Episoden des spielbaren Comics auf Disc erneut gebündelt, diese Fassung durfte auch in meiner XBOX 360 rotieren. Das Spiel hat eine tolle Präsentation, gut geschriebene Dialoge und ein nahezu idiotensicheres, trotz vieler Entscheidungsmöglichkeiten lineares Gameplay – also genau das richtige für Häppchenspieler wie mich. Zwischen den langen Dialogen folgen immer wieder Quicktime-Sequenzen, die in der Downloadfassung keine Schwierigkeiten bereiten dürften. Auf Disc brechen diese Abschnitte dem Spiel jedoch das Genick und lassen sich nicht fehlerfrei spielen weil sie regelmäßig durch Ladepausen unterbrochen werden. Da eine Installation der Episoden aus mir unerfindlichen Gründen nicht möglich ist, werden alle Daten für die Actionsequenzen vom Silberling geladen und geraten oft ins Ruckeln. Dennoch sind die Dialoge packend geschrieben und die Atmosphäre ist unvergleichlich – schade, dass Microsoft und Telltale hier auf der technischen Seite so gepatzt haben.

Pixelkitsch Spielemonat Oktober 2017

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.50: Bit-90

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Heimcomputer sind bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nicht mein Sammelgebiet und erst recht nicht mein Spielplatz. Ab und an hole ich mir aus verschieden Gründen aber dennoch einen alten Rechenknecht nach Hause – Nostalgie, Design, Spielebibliotheken oder besondere Merkmale verleiten mich gelegentlich zum Kauf eines solchen neuzeitlichen Abakus.

Vor ein paar Tagen durfte ein kleiner Exot Einzug in mein Archiv halten, der mit einem besonderen Merkmal bei mir punkten konnte. Der Bit-90 der Firma Bit Corporation aus Taiwan ist mit seiner Gummitastatur, der geringen Verbreitung in Deutschland und seinem 18kb kleinen Speicher zwar sicher keine bekannte Größe, aber für mich durchaus interessant. Das Gerät mit Z80A-Prozessor bietet die Möglichkeit Colecovision-Spiele zu verarbeiten und da mir die Konsole bislang fehlt, ich aber seit fast zwanzig Jahren einen Stapel Spiele für die Hardware besitze, durfte der Bit-90 bei mir Unterschlupf finden.

Der Bit-90 erschien 1984 und wurde in verschiedenen Gehäusevarianten veröffentlicht, die mir vorliegende Version in Alu-Look gefällt mir persönlich sehr gut. Die Tastatur mit dunkelgrünen Gummitasten ist überraschend stabil und bietet angenehme Druckpunkte. Insgesamt ist die Verarbeitung des Rechners bis auf einen sehr sensiblen Power-Schalter relativ solide. Serienmäßig bietet das Gerät einen Modulslot für Colecovision-Spiele und kann per Adapter auch Atari VCS 2600-Module verarbeiten. Im Lieferumfang enthalten ist ein Netzteil, ein deutschsprachiges Handbuch, ein Antennenkabel, sowie ein Videokabel mit integriertem Anschluss für eine seperat erhältliche Datasette. Plug and Play wurde hier also bereits 1984 praktiziert, die Taiwaner haben damit also schon früh in den Achtzigern echten Kundenservice praktiziert.

Da für mich die Eigenschaften als Computer eher zweitrangig sind, habe ich mich in erster Linie dem Modulslot für Coleco-Spiele gewidmet. Der Slot ist stabil verarbeitet und schluckt die Module ohne viel Widerstand. Ein gutes Dutzend Spiele habe ich am Gerät getestet und alle Cartridges wurden zunächst erkannt und bis zum ersten Menü geladen. Leider jedoch scheint das Gerät arge Kompatiblitätsprobleme zu haben, wenn es darum geht die Spiele korrekt zu starten. Bis auf Donkey Kong und Donkey Kong Junior ist kein einziges Spiel vollständig korrekt geladen worden. Antarctic Adventure lässt nach dem Titelscreen die Farben vermissen, Cabbage Patch Kids kommt über den Titel nicht hinaus und Omega Race krankt daran, dass die Hardware offenbar keinen zweiten Actionbutton des Original Controllers unterstützt. Das von mir benutzte Mega Drive-Pad wurde über den 9-poligen Stecker zwar erkannt, allerdings kann nur einer der Button aktiviert werden. Bei Donkey Kong ist dies kein Problem, bei anderen Spielen jedoch bereitet dies große Schwierigkeiten. Da aber kaum Spiele vom Gerät korrekt ausgelesen werden – ca. 70% meiner Module kommen über den ersten Screen garnicht hinaus – ist dieser beklagenswerte Umstand eigentlich auch beinahe irrelevant.

Was bleibt ist ein kompakter Heimcomputer, der bei mir mit dem einzig spannenden Feature leider nicht überzeugen kann weil es schlicht nicht gut funktioniert. Die Idee hinter dem Rechner ist durchaus lobenswert, ich werde mich jedoch wohl weiter nach einem ausgewachsenen Colecovision umschauen und in der Zwischenzeit immerhin einen tollen Konsolenport von Donkey Kong auf dem Bit-90 genießen.

Bit 90