Das Bunkerkind verchippt die Retrowelt

Es ist Ende 2018 und bleepiger Chipsound boomt wie wohl nie zuvor. Das meistgenutzte Instrument ist dabei dank gut vernetzter Szene und vielen erhältlichen Tools nach wie vor der gute alte Nintendo Game Boy. Europaweit hat sich eine lebendige Szene entwickelt und zahlreiche Künstler versuchen, dem oft ähnlich klingenden Sound eigene Akzente zu verleihen.

Auch der Chiptune-Musiker Vault Kid nutzt primär Nintendos Backstein von 1989 und erzeugt damit einen sehr treibenden Vibe. Im August diesen Jahres veröffentlichte das Bunkerkind sein aktuelles Album Into the Vault. Die Beats sind oft sehr gebrochen, aber die schön ausgearbeiteten Melodien wirken dazu angenehm harmonisch. Auch das umtriebige Tronimal hatte bei der Veröffentlichung des Tonträgers wohl seine Finger mit im musikalischen Spiel.

Vault Kid CD

Erhältlich ist das hörenswerte Album als digitaler Download über Bandcamp mit flexiblem Preisvorschlag, dort ist ebenfalls die Compact Disc zum fairen Kurs bestellbar. Über Youtube könnt Ihr auch direkt in das Album reinhören, wer mag, klickt einfach mal rein.

Tronimal is leaving earth

Das Tronimal hatte ja vor einigen Monaten bereits seinen weitgehenden Rückzug aus dem Chiptune-Sektor bekannt gegeben und wird damit sicherlich eine durchaus beachtliche Lücke im unabhängigen nordrheinwestfälischen Musikbusiness hinterlassen.

Kurz bevor sich der umtriebige Musiker nun also tatsächlich aus der Musiklandschaft verabschiedet, haut er noch ein paar Produktionen raus, um das bleepfreudige Publikum zu begeistern. Im Juli erschien bereits das zum Abschied passend betitelte Album Leaving Earth und nun gibt es in limitierter Auflage auch noch das dazugehörige Remix-Album auf Kassette. Vor allem von letzterer gibt es nur noch wenige Exemplare und der geneigte Freund von chipgenerierter Musik kann Tronimal hier auf den letzten Metern mit einem Besuch seines Shops noch einmal unterstüzen.

Tronimal Leaving Earth

Auf Wiedersehen Tronimal

Bereits im letzten Jahr hatte sich so etwas erahnen lassen, nun hat das Tronimal es aber wahr gemacht: Einer der umtriebigsten Chiptuner Deutschlands wird seinen geräuschvollen Job an den verpixelten Nagel hängen und in diesem Frühjahr das liebgewonnene Projekt Videospielkonsolenmusik auslaufen lassen.

Wer mag, kann sich die genauen Gründe und einige Abschiedszeilen auf der Facebookseite von Tronimal durchlesen, auf Details gehe ich hier nicht ein. Ich persönlich mochte den Sound von Tronimal stets sehr gerne, auch zuvor unter dem Namen Low Bit Revolte. In Erinnerung bleiben tolle Konzerte bei der Games People Play, auf Retrobörsen und beim Open Source Festival in Düsseldorf.

Da man niemals so ganz geht, bedanke ich mich bei Tronimal für alles was war und freue mich, wenn es in zwanzig Jahren zum Revival kommt auf alles, was dann ist!

PS: Seine Musik bleibt uns zunächst erhalten und wer mag, kann seinen Stuff und Bastelkram auch bei ihm im Shop erwerben.

King of the Zoo / PIXELQUICKIE vol.34

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Niedliche Tiere und Videospiele sind eine Kombination die nicht erst seit Erfindung der Nyan-Katze bei kitschsensitiven Zockern für Verzückung sorgt.

King of the Zoo heißt im japanischen Original Penguin Wars und bringt nicht nur schwarzweiße Seevögel auf´s Display, sondern lässt einen halben Tierpark auf den Spieler los. Das knuffige Spiel wurde 1985 von ASCII in die Spielhallen gebracht, im selben Jahr für MSX-Heimcomputer sowie das Famicom umgesetzt und schaffte es 1990 auch als tragbare Tierschänderei auf Nintendos Game Boy. Das Spiel ist damit ein früher Titel für mobile Nintendo-Spieler und damals ein häufiger Gast auf zahlreichen deutschen Schulhöfen gewesen.

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TRONIMAL – Astronaut in Cyber Love

Weihnachten im September bescherte mir gestern der höchst umtriebige Tronimal, Deutschlands vielleicht produktivster Chiptuner am Nintendo Game Boy.

Zum aktuellen Album Astronaut in Cyber Love hat er ein prall gefülltes Paket aus CD, professionell gefertigtem Tape, Baumwolltasche, zahlreichen Aufklebern und formschönem Badge zusammen gestellt. Das Album kann wie bei ihm üblich über Bandcamp für einen freiwilligen Betrag gesaugt, oder auf physischem Audioträger erworben werden. So oder so das aktuelle Album ist wieder eine runde Sache und auf Kassette noch ein besonderer Hörgenuss. Damit reiht sich das Tape bei mir wunderbar in die Alben anderer Chipmucker ein und macht sich im Musikregal ganz wunderbar.

TRONIMAL Astronaut in Cyber Love