Der Monat in Spielen: Juli 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Die Sonne straft (/belohnt) uns auch im Juli mit einer Fortsetzung des erbarmungslosen Jahrhundertsommers und zwingt uns dazu, unser Zockerdasein im Schatten zu fristen. Bei Pixelkitsch wurde aus Mobilitätsgründen im Juli 2018 ausschließlich am Game Boy gedaddelt und dabei ist ein breites Spektrum von Flops bis Tops in den Modulslot gewandert. Qualitativ absteigend folgen hier meine gezockten Spiele des Monats Juli 2018 – natürlich rein subjektiv für toll oder miserabel befunden.

Ein echtes Highlight stellte in den vergangenen Wochen für mich die portable Umsetzung von Pop´n TwinBee dar. Das Spiel ist überraschend sauber portiert, spielt sich sehr flüßig und sieht blendend aus. Auch ich als Shooternoob habe meine helle Freude am Ballern gehabt und kann jedem Freund von Konami-Shmups auch diesen Mobilschießer nur wärmstens ans Herz legen.

Überraschend brauchbar hat sich mir die Umsetzung von Langfinger E.T. für den Game Boy Color präsentiert. Das Spiel hat nur wenig mit dem unglücklichen Atari-Spiel (welches nicht das schlimmste Spiel überhaupt, aber sicher auch kein tolles Spiel ist) gemein und verquickt Geschicklichkeitspassagen mit Tüftelelementen. Definitiv eine recht solide Umsetzung des Filmthemas vor allem für die Jüngeren.

Mit wenig Erwartungen bin ich auch an die Mobilumsetzung von Yoda Stories gegangen. Das ohnehin schon wenig aufwändige PC-Desktopabenteuer hat ein paar Abstriche in der Portierung machen müssen und präsentiert sich nun als relativ nerviges Such-Spiel mit geringen Abenteuerelementen. Freunde der Star Wars-Lizenz bekommen hier jedoch einen tollen Chiptuneplayer mit der original Titelmelodie von John Williams, die in Endlosschleife immer und immer und immer wieder gespielt wird – Toll!

Navy Seals basiert auf dem gleichnamigen Film von 1990 mit dem großartigen Charlie Sheen – ein Film, den zumindest hierzulande wohl kaum jemand kennen dürfte. Da mir der Streifen gänzlich unbekannt ist, bleibt wenig Nachhaltiges von diesem austauschbaren Actionplattformer übrig.Wir ballern und hüpfen durch uninspierte Stages, ärgern uns über das öde Leveldesign und die penetrant doofen Gegner. Ein Spiel zum vergessen, passend zum Film.

Den Tiefpunkt dieses Monats habe ich in den Cartridgeslot geschoben, weil ich schauen wollte, wie die Profis das selbe Spielprinzip wie das gelungene Homebrew-Game Retroid umsetzen. Super Breakout bietet einen großen Namen mit richtig mickrigem Inhalt, soviel sei vorweg genommen. Die Kollisionsabfrage ist extrem unpräzise, die Grafik eine langweilige Frechheit und die Hitboxen der zu beseitigenden Klötzchen ebenso nebulös wie der Grund, warum dieses unfertige Stück Softwaremüll auf den Markt geworfen wurde. Es ist so schlecht, dass ich es sogar noch zwei mal wieder eingelegt habe, um mich von seiner Überflüssigkeit vollends zu überzeugen. Irgendwie hat es damit etwas und könnte eventuell ein Kandidat für das schlechteste Game Boy-Spiel überhaupt sein…

PIXELKITSCH Game Boy Spiele Juli 2018

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.47: AVGN – The Movie

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Seit vielen Jahren erquicke ich mich an den Videos von James Rolfe, der vielen Retrospiel-interessierten wahrscheinlich eher als Angry Video Game Nerd bekannt sein dürfte.

James Rolfe stellt in seinen Youtube-Videos vor allem schlechte bis mittelprächtige Spiele und Hardware vor, primär müssen NES-Spiele ihren dicken Hals in die Schlinge legen. Das Konzept verfolgt er nun seit fast 150 Episoden und in den letzten Jahren überbrückte er die Wartezeiten zwischen den Folgen zunehmend mit Let´s Plays und Filmvorstellungen. Letztere nehmen bei ihm ebenfalls einen großen Platz ein, seine Liebe zum Medium Film spürt der Zuschauer in all seinen Clips. Inzwischen scheint er von seinem Youtube-Kanal leben zu können und es ist schön zu sehen, dass er als Urgestein der Videospiel-Youtuber ein Einkommen damit bestreiten kann, ohne sich an Medien-Konzerne binden zu müssen.

Im Juli 2014 veröffentlichte der Hobby-Regisseur dann auch seinen ersten Spielfilm und nutze seine Bekanntheit die er durch die AVGN-Reihe erlangt hatte. Das Ergebnis war Angry Video Game Nerd: The Movie, ein Trashfilm der seine Videoreihe in die übersteigerte Realität überträgt und sich inhaltlich häufig an den Youtube-Videos orientiert. Viele dürften den Film bereits gesehen haben, ich möchte hier aber dennoch nichts Inhaltliches spoilern. Ich selber habe den Film erst vor kurzem gesehen, da er inzwischen kostenlos bei Amazon Prime enthalten ist. Für den Preis kann man ja nicht viel falsch machen, dachte ich…

Meine Erwartungen waren von vornherein gering, dennoch musste ich den Film wegen mangelnder Spannung in drei Häppchen gucken. Das technische Niveau ist zwar deutlich über dem der Youtube-Videos, aber dennoch nicht wirklich erwähnenswert. Viele schlechte Effekte sind als Stilmittel durchaus zu erkennen und der Film bekommt dadurch einen guten Hobby-Charme. Während ich mit der Technik noch gut leben konnte, mochte mir das Skript weniger gefallen. Die Figuren bleiben platt, die Dramaturgie allenfalls bemüht dynamisch und die Dialoge selten überraschend.

Der Zuschauer bekommt einen Zweistünder, der vor allem selbstrefenziell sein möchte, dabei aber oft mit den ewig gleichen Ideen aufwartet wie die Videoreihe und damit nur selten überraschen kann. Es gibt durchaus einige gute Gags, diese retten den Film aber nicht über die 115 gebotenen Minuten. Per Crowdfunding bekam James Rolfe ein Budget von immerhin 325.000$ zusammen, womit sicher mehr möglich gewesen wäre.

Ich habe einen großen Respekt für sein Schaffen und seinen enormen Output, denke aber nicht, dass er sich mit seinem Filmdebut einen großen Gefallen getan hat. Für Außenstehende die mit dem Thema Retrogames und seiner Person nichts anfangen können, ist der Film mit Sicherheit eine echte Zumutung, ich persönlich würde mich trotz des guten thematischen Zugangs der IMDb-Wertung von 5.7/10 Punkten anschließen, auch wenn Hardcore-Fans das sicher anders sehen mögen.

…eventuell wäre eine Art Dokumentation im Stile der Michael Moore-Filme zum gleichen Thema ein besseres Format für Sie gewesen als ein Spielfilm, Mister Rolfe!?

AVGN DVD

E.T. für Atari 2600 – das BRAVO-Gewinnspiel

E.T. für das Atari VCS 2600 gilt vielen als eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten und wird häufig als einer der Sargnägel der frühen Videospiel-Industrie angesehen. Vor allem die erste Aussage ist zwar aus meiner Sicht Quatsch, da es sicher zahlreiche Titel gibt, die noch weniger spielbar gewesen sind, ganz unschuldig am Niedergang von Atari war das Spiel aber sicher nicht.

Im Jahr 1983 wollte man die jugendlichen Zocker noch motivieren, Geld für das Spiel zu berappen und fuhr eine ordentliche Marketingoffensive. Auch im deutschen Teenie-Magazin BRAVO wurde im Rahmen eines Gewinnspiels für den Titel geworben und fleißige Postkartenschreiber konnten mit einer Belohung im Gegenwert von knapp 500 Mark rechnen – eine eventuell etwas hochgegriffene und dem damaligen Marktwert nicht mehr ganz angepasste Rechnung, aber was soll´s! Eigentlich hat die BRAVO hier auch keine Atari-Konsole verlost, sondern ein E.T.-Telespielgerät – wusste garnicht, dass es das gegeben hat…

Wer aber Glück hatte und nicht mit dem Spiel abgestraft wurde, konnte im wie üblich wenig anspruchsvollen Kreuzworträtsel der selben Ausgabe ein Philips G 7000 abstauben. Dieser Video-Spielcomputer ist übrigens mit jedem Fernsehgerät kompatibel gewesen – stark!

ET Atari 2600 Bravo

Yars´ Revenge – Videospielsoundtrack auf Vinyl

Vor gut drei Monaten habe ich euch an dieser Stelle das fantastische Yars´ Revenge für das Atari VCS 2600 vorgestellt. Für mich ist es eines der besten Spiele für die Atari-Konsole und ein echter Kaufgrund für die Hardware. Im Rahmen des Videos bin ich auch über den fantastischen Soundtrack und das passende Hörspiel zur Software gestolpert. Diese großartige Ergänzung zum Spiel musste ich unbedingt besitzen und freue mich, nun endlich die passende Schallplatte in den Händen halten zu dürfen. Die Scheibe ist leider nur in den USA erschienen und selbst dort nicht sonderlich weit verbreitet. Zum Glück gibt es ja Youtube und damit genug Menschen, die keine Probleme damit haben, Urheberrechte zu verletzen! 😉

Yars Revenge Vinyl

Viel Spaß also mit dem Soundtrack und dem passenden Titeltrack zum fantastischen Yars´ Revenge für das Atari VCS 2600!

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YARS´REVENGE / PIXELQUICKIE vol.18

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Für das Atari VCS 2600 gibt es viele gute, aber auch mindestens ebenso viele schlechte Spiele. Yars´Revenge ist in keiner dieser beider Kategorien zu Hause, sondern gehört eher in die Schublade Zeitloser Klassiker. Das Spiel von Howard Scott Warshaw erschien 1981 exklusiv auf dem Atari-Heimvideospielsystem und ist ein clever gestalteter Ballerspaß. Das Spiel ist nun schon mehr als dreißig Jahre alt und erfährt doch nicht die Beachtung, die es eigentlich verdient hätte. Was das Spiel nun so grandios macht, wie es sich heute noch spielt und ob sich auch für Atari-Neulinge eine Anschaffung lohnt, erfahrt Ihr hier direkt im Video und nach dem Klick im Review.

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