Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.31: Eine zweite Chance für Kinect

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Bereits vor einiger Zeit habe ich hier über meine nicht gerade überwältigenden Erfahrungen mit Kinect berichtet. In der Zwischenzeit habe ich die Peripherie kaum angerührt, aber am vergangenen Wochenende wollte ich mein Glück noch einmal herausfordern. Mit vier Spielen bewaffnet habe ich der Bewegenungsarmut vor der Konsole den Kampf angesagt und mir The Gunstringer, Deepak Chopra´s Leela, Fable the journey und Star Wars Kinect zu Gemüte geführt. Star Wars Kinect hatte ich bereits einmal angepsielt, wollte mir jedoch noch den grotesken Rancor Modus etwas genauer anschauen. Während Ihr im Hauptspiel als Jedischüler dämliche Droiden ausschaltet, euch über die schlechte Steuerung und alberne Bewegungsabläufe ärgert, macht das Minispiel doch etwas mehr Spaß. Als wütender Rancor zertrümmert Ihr Häuser, fresst Zivilisten und zertrampelt böse Gegner. Die Steuerung funktioniert hier halbwegs gut und für ein paar Stunden mit Freunden macht es sogar echt Laune als strunzdummer Haudrauf die Umgebung zu verwüsten. Fable the journey stellt für mich bislang den absoluten Tiefpunkt der Reihe dar und langweilt mit wirklich ödem Gameplay. Ihr sitzt auf dem Bock einer Kutsche und treibt euer stolzes Ross über die Karte Albions. Das klingt so unspektaktulär wie es sich spielt und ist auch nicht die fünf Euro wert die heuer meist für den Titel verlangt werden. Sehr interessant und garnicht mal so schlecht fand ich Deepak Chopra´s Leela, ein Meditationsspiel dass mit cleverem Esotherik-Konzept die technischen Möglichkeiten der Hardware recht geschickt nutzt. Auch wenn es spielerisch dünn ist, kann ich diesen Schnäppchentitel Kinectbesitzern mit ruhigen Nerven echt ans Herz legen. Den Abschluss meiner Kinecttour machte The Gunstringer, eine Art Railshooter im wilden Westen. Als Marionette zieht Ihr durch die Prärie und erledigt per Fingerzeig allerlei skurriler Gegner. Die Steuerung funktioniert hier recht gut, die Kollisionsabfrage ist tolerant und weder der Spieler noch die Hardware werden überfordert. Der Grafikstil ist zudem herrlich überdreht und der Sound inklusive tollem Sprecher aus dem Off runden die Gaudi gelungen ab. The Gunstringer ist für mich tatsächlich ein kleines Highlight für das Zubehör, wenn ich das Spiel durch habe, wandert Kinect aber aller Wahrscheinlichkeit nach für immer ins Archiv!

Kinect Games 2

Der Monat in Spielen: November 2015

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Im vergangenen Monat bin ich arbeitsbedingt leider kaum zum Spielen gekommen, ein paar Games mussten aber trotzdem als Herbstaufheller herhalten. Den Anfang machte bei mir erneut Fable Anniversary auf der XBox 360 welches ich endlich beendet habe. Mir hat das Spiel trotz zahlreicher Bugs und Mängel im Spieldesign viel Freude bereitet. Die ruckelige Grafik und einige fragwürdige Designschnitzer ließen das Spiel zwar etwas unfertig erscheinen, unter´m Strich überwog aber die Freude an der stimmungsvollen Grafik, der tollen Atmosphäre und den Interaktionsmöglichkeiten in der eher linearen Spielwelt. Als obligatorischer Puzzler musste bei mir im November Dr. Mario auf dem NES für eine Partie im Multiplayer herhalten. Für mich noch immer einer der schönsten Puzzler im Achtbitsektor und vor allem im direkten Duell eine Wucht. Da ich bei mir in der Schublade mit losen SNES-Spielen ein Modul ohne Label herumfliegen hatte musste ich dieses natrülich direkt mal auf dem Retron 5 kurz antesten. Es entpuppte sich als das großartige Super Turrican dessen Existenz in meinem Besitz mir schon wieder völlig entfallen gewesen ist. Die Ballerorgie spielt sich noch immer fantastisch und macht hier beinahe eine so gute Figur wie in meinen Erinnerungen die Amiga-Fassung die ich als Kind gerne gezockt habe. Den frustrierenden Abschluss des Monats machte schließlich das oft hoch gelobte Bucky O Hare für das NES. Der Action-Plattformer spielt sich tatsächlich ausgezeichnet, glänzt mit toller Grafik und schöner musikalischer Untermalung. Es glänzt aber eben auch mit einem gnadenlosen Schwierigkeitsgrad dem eigentlich nur mit stumpfem Auswendiglernen beizukommen ist. Mit einem Gedächtnis wie meinem ist hier leider kaum ein Blumentopf zu gewinnen und so habe ich das Spiel nach einer guten dreiviertel Stunde wieder aus dem Schacht entfernt. Wer frustresistent ist, bekommt hier für die Winterzeit aber ein wirklich schön gemachtes Grafikfeuerwerk mit guter Spielbarkeit und einem Sack voller Herausforderungen!

PIXELKITSCH Dezember 2015

Der Monat in Spielen: September 2015

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Die ersten zwei Wochen des Septembers habe ich eigentlich komplett videospielfrei verlebt und erst nach der Retrobörse in Bochum wieder mit dem Zocken angefangen. Die dort erworbenen Game Gear Spiele Virtua Fighter Mini und Fatal Fury Special hatten es mir beim anschließenden Anspielen besonders angetan. Beide Prügelspiele orientieren sich zumindest grob an den jeweiligen Vorlagen, Abstriche müssen neben der Grafik natürlich vor allem bei der Steuerung mit zwei Knöpfen gemacht werden. Den optischen Transfer auf den kleinen Bildschirm hat vor allem der SNK-Prügler jedoch gut überstanden. Fatal Fury Special sieht richtig gut aus und spielt sich flott und eingängig. Der SEGA-Klopper wurde bereits von 3D auf 2D für das Mega Drive reduziert und erfährt hier eine weitere Schrumpfung die dem Spiel etwas weniger gut bekommen ist. Die Steuerung verzeiht wenige Fehler und auch optisch kann das Spiel nicht ganz mit Fatal Fury Special mithalten, dennoch ist der Port recht manierlich gelungen. In geselliger Runde habe ich neben dem obligatorischen Bomberman auf dem Saturn auch nach langer Zeit wieder Street Racer im Achtspielermodus gezockt. Der Mario Kart Klon läuft zwar recht flüssig über den Schirm, der geschrumpfte Bildschirm ist aber nur auf einem Beamer halbwegs zu ertragen. Ansonsten ist der Ubisoft-Titel nach wie vor ein grundsolider Funracer der mit seinem gut gealterten Comiclook vor allem optisch noch einiges hermacht. Für meine neu erworbene PC Engine musste natürlich auch noch Software angeschafft werden, den Wiedereinstieg in die NEC-Konsole habe ich mit dem sehr günstigen, aber auch für Europäer gut verständlichen Blodia gewagt. Ein kleiner Puzzler der bereits nach kurzer Zeit ordentlich im Schwierigkeitsgrad anzieht mit seiner tollen Musik aber durchaus zu begeistern weiß. Beendet habe ich den September damit, die Neuauflage vom ersten Teil der Fable-Reihe auf der XBox 360 zu beginnen. Meine Begeisterung hält sich zwar wegen technischer Defizite, die einem Remake nicht gerecht werden, derzeit noch arg in Grenzen, aber eventuell kann mich das Spiel im weiteren Verlauf mit seiner Story noch packen.

Pixelkitsch September 2015

Happy Birthday: Fable

Ein Retrogame ist Fable zwar sicher noch nicht, heute ist der Hybrid aus seichtem Rollenspiel und Action-Adventure aber immerhin schon zehn Jahre alt geworden. An der Reihe scheiden sich die Spielergeister, ist sie einigen zu seicht und nicht fordernd genug, erfreuen sich andere an der atmosphärisch dichten Spielwelt, liebevoll gestalteten Details und interessanten Möglichkeiten, den Charakter weiter zu entwickeln. Geprägt wurde die Reihe durch seinen visionären Schöpfer Peter Molyneux, der zwar stets mit Liebe zum Detail Spiele entwickelt, dabei anscheinend aber regelmäßig die Zeit aus den Augen zu verlieren scheint und leicht unfertig wirkende Spiele auf die zockende Gemeinde loslässt. Fans der Serie wurden oft genug mit tollen Spielideen geködert und bekamen gerade in den späteren Serienteilen viele Spielfrgamente, die sich ungeschliffen anfühlten. Dennoch sind für mich persönlich die ersten drei Fable-Episoden echte Adventure-Liebhaberstücke, über die wenig erquicklichen Ableger Fable the journey, Fable Pub Games und Fable Heroes lege ich lieber den Mantel des Schweigens! Herzlichen Glückwunsch zu zehn Jahren nutzlose Gegenstände sammeln, fantastische Welten erkunden und fabulöse Geschichten erleben!

PS: Sollten die Lionhead Studios und Microsoft tatsächlich ein gescheites Fable für die XBox one bringen, wäre das eventuell sogar ein Grund für mich, der Konsole doch noch eine Chance zu geben! 😉

Fable

Helden aus der zweiten Reihe vol.2: Das Huhn

Niemand schenkt ihnen wirklich Beachtung und sie haben keinen Namen. Es sind die Helden aus der zweiten Reihe, Helden, die im niemand wirklich kennen möchte.

Nachdem wir in der letzten Episode der Kiste gehuldigt haben, darf sich dieses mal das Huhn rühmen, eine besondere Ehrung zu erfahren. In zahllosen Spielen stehen die Federtiere nur in der zweiten Reihe, Ausnahmen wie Alfred Chicken, in dem das Tier an die Front darf, mal ausgenommen. Das Huhn wird vor allem in westlichen Rollenspielen immer nur getreten, gerupft und geplündert. In der aktuellen Konsolengeneration gibt es in einigen Spielen sogar Missionen und Achievements, die nur darauf basierern, die wehrlosen Eierleger zu töten. Das muss doch nicht sein! Also, Hut ab, vor einem der tapfersten und zugleich dümmsten Videospielhelden aus der zweiten Reihe: das Huhn!