Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.39: Piratenspaß aus China

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Spiele als Originale zu horten kann eine Mammutaufgabe und Last sein. Die Titel wollen archiviert, gelagert und gezockt werden. In den Achtzigern waren mir Originale noch nicht so wichtig, eine kopierte Diskette vom Schulhof hat gereicht, mich stundenlang mit James Pond an den Amiga 500 zu fesseln. Zwar habe ich damals durchaus auch ein paar Originale besessen, das waren aber zumeist Budgettitel oder Spiele ohne Verpackung. Erst in den frühen Neunzigern habe ich dann mehr darauf geachtet, Spiele immer Original mit Box und Anleitung zu besitzen, bis heute lege ich bei den meisten Systemen durchaus Wert auf einen kompletten Zustand.

Dennoch hege ich eine große Leidenschaft für die vor allem beim Game Boy und Famicom stark verbreiteten Chinapiratenmodule. Hinter den phantastischen Multimodulen mit klangvollen Namen wie 99999 in 1, Gear 23 in 1 oder auch Multi 4 in 1 verbergen sich vermeintlich endlos gefüllte Schatztruhen mit spielbarem Gold. Die Ernüchterung ist oft groß wenn man nach dem Einschalten feststellt, dass statt der angepriesenen Hundertschaft an Spielen oft nur ein Dutzend Titel tatsächlich zur Verüfung steht. Spiele erhalten im Menü neue Namen um Masse vorzutäuschen und aus Super Mario Land wird plötzlich Super Jump Land oder Mario Land Extra.

Zwischendrin verstecken sich vor allem bei den Klonmodulen für das Famicom trotzdem manchmal echt interessante Titel. Zwischen all den dreist kopierten Originalen finden sich hin und wieder spannende Hacks, seltenere Titel oder schlicht Spiele, die nie den westlichen Markt erreicht haben. Vor allem auf Trödelmärkten lassen sich die kleinen Lizenzräubereien immer wieder für wenige Euro auftreiben, zwischendurch wandern diese bei mir entsprechend flott in meine Sammlung. Vor allem am Game Boy dürfen die Piratenmodule dann ab und an für eine heitere Stunde sorgen. Aus meiner Sicht sind diese Module einfach Teil des industriell geprägten Hobbies Videospiel und immer auch ein spannendes Zeugnis von chinesischem Geschäftssinn.

Bereits vor einige Zeit hatte ich die Seite schon mal vorgestellt, möchte aber dennoch noch einmal JensMas Bibliothek für Piratenmodule hervorheben wo sich einzelne Titel auf Multimodulen finden lassen. Viel Spaß als beim Stöbern und Zocken im Piratenparadies.

Chinaklon Modules

Happy Birthday: Castlevania

Nicht mehr auf den Tag genau, aber die Vampirjagd Castlevania aus dem Traditionshause Konami wird dieses Jahr genau 30 Jahre jung. Am 26ten September erblickte die Peitschensimulation auf dem Famicom Disk System das Licht der Welt und wurde kurze Zeit später auch auf die MSX2-Computerfamilie portiert. In der Folge wurde der Plattformklassiker mehrfach fortgesetzt und feierte bis in die 16 Bit-Ära große Erfolge bei Kritikern und Konsumenten. Nach dem großartigen Symphony of the Night für SONY Playstation und SEGA Saturn und zwei eher fraglichen Auftritten auf dem N64 wurde die Serie auf vor allem auf dem Nintendo DS sehr schön und erfolgreich fortgesetzt und etablierte weiter das Metroidvania-Prinzip. Auf PS3 und XBox 360 wurde die Serie zwar in drei Dimensionen fortgesetzt, konnte jedoch an die alten Erfolge nicht wieder anknüpfen.

Wir danken Konami für groteske familiäre Verflechtungen, uralte gebratenen Hähnchen in noch älteren Gemäuern und Peitschenaction am laufenden Band, sowie technisch beeindruckende Abenteuer in Transilvanien.

Castlevania Playstation 1

UNNÜTZE HARDWARE vol.47: J PAD REVOLUTION

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

HARDWARE-EMBLEM

J PAD REVOLUTION

So viele Jahre habe ich mich schon mit unnützer Hardware auseinander gesetzt, Videos dazu verbrochen und die lieben Konsumenten vor Fehlkäufen gewarnt. Auch wenn der geneigte Zocker denkt, schon jeden Mist gesehen zu haben, kommt irgendwo her neuer Plastikschrott und will verrissen werden. Na gut, ich will mal nicht so sein…

Das J PAD REVOLUTION setzt auf betont große Schreibweise, kommt in blauem, semitransparentem Plastikgehäuse daher und kredenzt euch 68 Spiele in sechs uninspirierten Kategorien. Das Gerät selber hat nichts Extravagantes oder Auffallendes, hier im Video und Review schaue ich mir dennoch an, ob das Teil nicht zumindest spielerisch überraschen kann.

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Der Monat in Spielen: Juli 2016

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der Juli diesen Jahres war immer noch stark geprägt von meiner Begeisterung für das neue Display meines Game Gear. Hier musste als erstes das wirklich ganz schrecklich umgesetzte Double Dragon einem Test unterzogen werden. Da ich die Version für das Master System noch ganz gerne mochte, war ich von der wirklich grauenhaften Version für SEGAs Portablem mehr als enttäuscht – Finger weg! Anschließend durfte das wenig beliebte, aber dafür umso seltenere Sonic Labyrinth in die tragbare Konsole wandern. Ein Zweifelhaftes Vergnügen, ist doch das Spiel eigentlich ganz nett gemacht, entspricht allerdings mit seiner geringen Dynamik nur herzlich wenig den klassichen Teilen der Spielereihe und sollte am ehesten in der Verpackung gelassen werden. Überraschend gut hat mir die Versoftung des Disney-Films Jungle Book gefallen. Als Mogli sammelt Ihr Bananen und legt euch mit Affen an. Das Spiel sieht herorragend aus, spielt sich gut und macht nach einer kleinen Eingewöhnungszeit wirklich Laune.

Weg vom Game Gear ging es zu einem anderen portablen System, dem 3DS. Hier durfte mein frisch entpacktes Zelda Ocarina of Time einige Zeit im Schacht verweilen und war meine erste Berührung mit dem N64-Klassiker. So ganz warm bin ich noch nicht mit dem Spiel geworden, diese „realistischeren“ 3D-Zelda-Teile sind irgendwie nicht so mein Fall. In den nächsten Wochen werde ich dem Titel aber auf jeden Fall noch eine Chance geben.

Am Master System bin ich endlich in den Genuss der (nicht wirklich) großartigen 3D-Brille gekommen und habe eine Runde mit Zaxxon 3D durch den Weltraum gedreht. Leider ist das Vergnügen wenig plastisch und schon nach einigen Minuten konnte ich das Geflackere der Brille nicht mehr gut aushalten. Dennoch ein wirklich spannendes Experiment und aus meiner Sicht immer noch besser als die Optik der klassischen rot-grün-Brillen auf anderen Systemen seiner Zeit.

Meine obligatorische Session am Famicom durfte in diesem Monat mal wieder mit einem herzallerlieblichen Spiel aus dem Kosmos des Sanrio-Franchises begangen werden. Beim Tüftelspiel Kero Kero Keroppi no Daibouken helft Ihr dem knuffigen Frosch Keroppi durch labyrinthartige Level und erfreut euch an quitschbunter Optik und einfachem Spielprinzip. Auch ohne Kenntnisse der japanischen Sprache kommt der europäische Spieler hier vortrefflich zurecht.

An der XBox360 habe ich das extrem krawallige, aber dennoch (oder gerade deswegen!?) sehr unterhaltsame Full Auto aus dem Hause SEGA für mich entdeckt. Das Spiel ist inzwischen auch schonn seine zehn Jahre alt, sieht entsprechend unfrisch aus, macht aber überraschend viel Spaß. Mit bewaffneten Autos heizt Ihr durch Fantasiestädte und ballert alles ab, was nicht bei drei in der Garage steht. Zum Luft rauslassen ein perfekter Spaß für Arcade-Freunde!

Als Arcade-Freund aus der zweiten Reihe habe ich mich vor ein paar Tagen auch gefreut, endlich das von mir lange gesuchte Shock Troopers für das Neo Geo MVS erstanden zu haben. Bei Ruben og Bobby in Kopenhagen habe ich das gute Stück erspäht und musste es nun endlich in meine Sammlung holen. Das Spiel ist einfach brachial und bringt die Bude mit prallem Sound, effektvoller Grafik und stumpfem Ballergameplay zum Beben!

PIXELKITSCH Spielemonat Juli 2016

Der Monat in Spielen: Juni 2016

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der Juni stand bei mir ganz im Zeichen des gepimpten Game Gears. Mit dem neuen Display macht das Zocken endlich wieder richtig Spaß, auch wenn ich bei ein paar (vornehmlich japanischen) Modulen neuerdings nun oft das Problem hatte, dass die Module nicht erkannt wurden – sehr seltsam. Gedaddelt habe ich hier vor allem Out Run, aus meiner Sicht ein wirklich brauchbarer und perfekt zum Handheld passender Port. Ebenfalls einige Runden habe ich mich mit Galaga 91 auseinander gesetzt, das Ballerspiel macht wirklich Laune wird jedoch recht schnell ein wenig eintönig. Die gegnerischen Sprites sehen dennoch fantastisch aus, das Insektenthema wird einfach nie alt. Wie so oft, durfte auch diesen Monat mal wieder das SEGA Game Pack 4 in 1 in den Schacht wandern, Das einsteigerfreundliche Autorennen und rudimentäre Tennis auf der Cartridge wissen mich irgendwie immer wieder zu begeistern. Den monatlichen Abschluss am Game Gear machte Samurai Spirits, die mobile Umsetzung der Showdown-Reihe, welche auf meinem Handheld zunächste wehement den Betrieb verweigert hat. Als es dann lief war ich recht schnell begeistert, die Prügelei macht trotz der ledigleich zwei vorhanden Tasten wirklich Spaß, auch wenn die Move-Vielfalt natürlich arg eingeschränkt ist.

Zwischendurch wurde bei mir auch an anderen Systemen gezockt, zum Beispiel im Multiplayer an der Playstation. Hier durfte zu Beginn des Monats Street Racer in die Konsole wandern, irgendwie will man das Spiel jedesmal mögen, aber der Funke will heuer bei dem Funracer nicht mehr so überspringen wie vor zwanzig Jahren! Auf dem Game Boy Advance hielt Rampage Puzzle Attack Einzug in meine Bibliothek. Bei dem kleinen Tüftelspiel wurden zwar die Kreaturen aus den Rampage-Spielen übernommen, so richtig bereichern können sie das dröge Spielprinzip der tauschbaren Farbflächen aber nicht. An der Famicom-Front sind diesen Monat zwei Spiele in den Graben gesprungen, den Anfang machte der eher für die Game Boy-Version bekanntere Titel Flipull. Das Tüftelspiel findet sich auf zahlreichen Piratenmodulen der ersten Generation in der Geschichte des Game Boys und macht zumindest ein paar Runden durchaus Laune wenn das Spielprinzip erst einmal verinnerlicht ist. Mehr begeistern konnte mich der letzte Titel für diesen Monat – Super Star Force für das Famicom sieht gut aus, spielt sich flüssig und wird recht schnell arg schwer. Dank der Speicherfunktion am Retron 5 habe ich dem Spiel dennoch etwas abgewinnen können, ohne hätte ich den Controller wohl schon nach spätestens zwanzig wutentbrannt in die Ecke gepfeffert!

PIXELKITSCH Spielemonat Juli 2016