Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.42: Die Frau im Spiel

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Rund fünf Jahrzehnte Spielgeschichte am Bildschirm liegen bereits hinter der Menschheit. In dieser Zeit haben sich viele millionen Zocker die Köpfe eingeschlagen, Rennen gewonnen, Löcher in Bäuche geschossen oder Bausteine gestapelt. Die meisten dieser Spiele wurden von Männern für Männer (bzw. Jungs) erdacht, programmiert und gestaltet. Dennoch gab es immer auch Frauen in der Entwicklerszene und einige großartige Spielehighlights für beide Geschlechter wurden von weiblichen Programmieren erdacht. Daneben gab es immer auch Spiele die primär Mädchen und Frauen als Zielgruppe hatten und mit niedlichem Bonbon-Charme Jungs abschreckten, die Angst hatten, als homosexuelle Joystickrüttler abgestempelt zu werden.

Wie weit ist das emanzipierte Videospiel bislang gekommen? Ist das Medium Spiel tatsächlich Dank seines Alters schon erwachsen genug, Geschlechterrollen zu ignorieren und Mann und Frau die gleichen Fähigkeiten im Spiel anzuerkennen?

Spiele wie Tomb Raider setzen Mitte der Neunziger eine auf den ersten Blick starke Heldin ins Zentrum, Phantasy Star glänzte Ende Achtziger schon mit der rachsüchtigen Alis als Hauptcharakter und Ms. Pac-Man konnte wieder einige Jahre zuvor mit einer weiblichen Videospielikone aufwarten. Diese Figuren vereint, dass es genau wie bei Metroid vollkommen egal ist, ob eine Frau oder ein Mann die Hauptrolle spielt, solange das Spiel wirklich gut ist. Wie mit diesen Figuren geworben wurde, ist jedoch etwas anderes. Vor allem Lara Croft wurde immer wieder zum Sexsymbol degradiert und durfte zu Promozwecken häufiger die Hüllen fallen lassen – die Spielereihe selber wurde dadurch über die Jahre aber nicht unbedingt besser.

Weibliche Cartoonfiguren wie Hello Kitty sprechen vor allem junge Mädchen an – wo die simpel gezeichnete Katze drauf ist, steckt die Gewinngarantie für den Hersteller drin. Die Spiele sind meist harmlos bis schlecht, bedienen aber auf einfache Art den Markt der jungen, weiblichen Zielgruppe. In eine andere Richtung gehen weibliche Hauptfiguren in Spielen wie Rumble Roses oder der Dead or Alive-Prügelreihe, wo wohlgeformte Frauenkörper sicherlich keine Damen, sondern nur postpubertierende Männer ansprechen sollen.

Letztlich sind diese Spiele mit eigentlich starken, aber oft versexualisierten Frauenbildern nur ein Zeichen unserer Zeit und sicher nicht dazu geeignet, die Emanzipation voran zutreiben. Mehr und mehr Frauen spielen Videospiele, programmieren Software und entwickeln Konzepte um alle Geschlechter anzusprechen. Letzlich ist das Videospiel als solches nichts anderes als ein Produkt und die Hersteller passen sich den Wünschen des Marktes an. Wenn der Markt mehr starke und vernünftig angezogene Frauen haben möchte, bekommt er sie sicher auch – wenn wir als Spielerinnen und Spieler aber nicht danach verlangen, kriegen wir weiterhin unsere Klischeesuppe mit großen Brüsten und knappen Bikinis. Letzlich bin ich selber vielleicht einfach nur an guten und nicht an zwingend klischeefreien Spielen interessiert…

evening dresses

Der Monat in Spielen: April 2016

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der April ist ebenso vorbei wie mein Aufenthalt in Tokio und brachte während meines Urlaubs wenig Zeit zum Spielen, dafür umso mehr Möglichkeiten, sich mit neuen Games einzudecken. Da ich nun ganz allmählich versuche, alles abzuarbeiten, was ich an Spielen mitgebracht habe, habe ich die letzten Tage vor allem am Famicom verbracht. Wenig begeistert war ich vom offenbar vollkommen berechtigt sehr günstigen Dough Boy. Hier rennt Ihr als Pixelsoldat über Schlachtfelder, sammelt Spreng-Utensilien ein und versucht, herauszufinden, was überhaupt zu tun ist – ich selber hatte dazu leider nach fünf Minuten schon keine Lust meh – Pech gehabt, kleiner Patriot! Wesentlich besser hat mir erwartungsgemäß Hello Kitty World gefangen, welches die Umsetzung von Balloon Kid auf dem Game Boy ist. Das Spiel macht hier mit bunter Grafik und Sanrio-Lizenz fast noch mehr Spaß und bietet auch wieder einen Zweispielermodus, den ich aber noch mal separat ausprobieren muss. Nicht ganz so gelungen finde ich den Puzzler Mario & Yoshi, den es ebenfalls auf Famicom und Game Boy gibt. Ich kannte bisher nur die portable Version und leider krankt auch die Famicom-Variante daran, relativ schnell langweilig zu werden. Ebenfalls ein wenig langweilig aber trotzdem sehr spaßig ist Dragon Spirit gelungen. Das vertikal scrollende Shmup mit Fantasy-Setting sieht manierlich aus, spielt sich flüssig und ist überraschend umfangreich. Mit seinem recht harschen Schwierigkeitsgrad und leider etwas wenig Abwechslung ist es zwar nicht perfekt, macht aber dennoch einige Zeit wirklich Laune. Auf dem Game Boy hat dann auch die portable Umsetzung von Blodia Einzug gehalten. Der Murmelbahn-Tüftler macht hier ebenso viel Spaß wie auf der PC Engine und ist für eine Runde zwischendurch immer brauchbar. Den Abschluss machte im April bei mir der Puzzler Mirumo de pon! Taisen Mahodama. So sperrig der Titel, ist auch der Storymodus des Spiels. Endlose Textwüsten, die natürlich in japanischer Sprache gehalten sind, machen den Einstige für Europäer ein wenig umständlich. Die Puzzlesequenzen als solche machen aber wirklich Spaß, wirken jedoch ein wenig beliebig.

So, das war mein gespielter Monat April, ich gehe jetzt wieder an die Konsolen, es warten noch gut drei Dutzend Spiele darauf, vorn mir angetestet zu werden!

Pixelkitsch Monat April 2016

PIXELKITSCH goes Tokyo

In einigen Tagen geht es für mich nach zwanzig Jahren endlich einmal nach Tokio, der monströsen Mega-Hauptstadt Japans. Zwanzig Jahre, in denen sich Erwartungen, Vorurteile und Vorfreude angehäuft haben und nun darauf warten, widerlegt, befeuert, entkräftet, verstärkt oder sonstwas zu werden. In dieser Zeit wird es wahrscheinlich keine Updates geben, wer dennoch hin und wieder einen Einblick in diesen Trip erhaschen möchte, kann gerne auf unserem Reise-Blog Tango in Tokyo regelmäßig vorbei schauen!

Puyo Puyo

Der Monat in Spielen: Oktober 2015

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Das Wetter wird schlechter, die Konsolen älter und die Spielfreude größer. Entsprechend habe ich im Oktober tatsächlich einiges Konsolenfutter verdrückt. Den Anfang des Monats machte das leider arg enttäuschende Mario Party 8. Als Fan der Game Cube-Episoden (immerhin ganze vier Teile) war ich im Vorfeld etwas skeptisch wegen der bei der Wii üblichen Bewegeungssteuerung. Das Spiel selber sieht knuffig aus, die Minispiele sind gewohnt abwechslungsreich und Fanservice wird wie bei Nintendo üblich groß geschrieben. Leider kommt durch einige Fuchtelelemente und unpräzise Eingabemöglichkeiten wenig Spielspaß auf, schade, dass Big N hier das Wii-Kernfeature so pushen wollte. Im gleichen Atemzug durfte dann auch mal wieder das seichte Partygame Trivial Pursuit auf der XBox 360 für ein paar gesellige Runden herhalten. Der Quizklassiker macht auch auf der Box nach wie vor Spaß, allerdings sind einige Fragen doch arg leicht geraten. Auf dem Famicom durfte das Hello Kitty-Campgame Sanrio Carnival für eine gepflegte Puzzlerunde im japanischen NES seinen Dienst verrichten. Das Spiel rund um die knuffigen Japanofiguren erfindet das Genre zwar nicht neu, macht mit herrlicher Mucke und niedlichen Spirtes aber tatsächlich Laune. Zu zweit mit einem (meist weiblichen) Fan der Lizenz echt empfehlenswert. Ein Überraschungshit war für mich auf dem Game Boy Advance im Oktober der kleine Tetrisklon Fortress. Ihr stapelt in verschiedenen Settings Klötze um Burgen aufzubauen die es dann gegen einen menschlichen oder computergesteuerten Gegner zu verteidigen gilt. Leider gibt es kein richtiges Spielziel, die putzige Optik mit Piraten, Höhlenmenschen und Rittern ist aber ansehnlich und gibt dem alten Spielprinzip einen netten Touch. Für meinen neu erstanden 3DS gab es nun auch erstes Futter in Form des fantastichen Zelda – A link between worlds. Der Serienableger bereitet mir wirklich Freude, auch wenn ich auf den 3D-Effekt meist verzichte. Mit Schwert und Schild bewaffnet kann die dunkle Weihnachtszeit gerne kommen!

PIXELKITSCH Oktober 2015