SEGA Achtbit auf dem RETRON 5

Schon seit einiger Zeit ist bei mir das Retron 5 in Betrieb und ich bin im Gegensatz zu vielen anderen Nutzern sehr zufrieden damit. Die meisten Spiele werden unterstützt und das System läuft sehr stabil. Auch für Master System-Spiele über den Adapter aus dem Hause SEGA habe ich die Multikonsole in der Vergangenheit problemlos genutzt.

Nun haben die Entwickler bei Hyperkin endlich gehalten, was sie schon lange verspochen haben, der 3-in-1 Adapter für Master System-, SEGA Card- und Game Gear-Spiele ist erschienen und auch in meinem Archiv seit kurzem vorhanden. Der Adapter hat zur Einführung gut sechzig Euro gekostet, bereits jetzt ist der Preis aber bereits gestiegen. Offenbar wurde das Zubehörteil nur in geringer Auflage produziert. Der Adapter macht einen soliden Eindruck, die Modulslots sind weniger eng als in der Konsole selber, bei der sich die Module manchmal weigern, den Slot wieder zu verlassen. Leider ist der Adapter recht hoch, wer seine Konsole also in einem Schrank stehen hat und ein Master System-Modul aufstecken möchte, stöft wie ich eventuell an die räumlichen Grenzen des Möbels. Beim Test liefen die Master System-Spiele bereits absolut problemlos, für die Nutzung des Game Gear- Features ist ein Update der Konsole auf die aktuelle Systemsoftware erforderlich. Diese Softwareversion habe ich leider noch nicht auf der Hardware, freue mich aber bereits, in den nächsten Tagen dann auch portable SEGA-Spiele auf dem heimischen TV zocken zu können.

RETRON 5 Game Gear und Master System Adapter

The Lucky Dime Caper starring Donald Duck / Zack Bleep Bumm #1

In der Rubrik Zack Bleep Bumm widmet sich PIXELKITSCH den spielgewordenen Comics und Cartoons auf unterschiedlichen retroaktiven Konsolen und Handhelds!

Zack Bleep Bumm Emblem

Donald Duck erblickte das Licht der Welt im Jahr 1934 im Cartoon Silly Symphony The Wise Little Hen unter der Regie von Wilfred Jackson und sollte Gerüchten zufolge eine Ergänzung zu Mickey Mouse sein, der seinem Schöpfer Walt Disney zu populär wurde. In der Folge durfte sich der Erpel immer wieder in Zeichentrickfilmen und Comics seinen Wutausbrüchen hingeben und erfreut sich bis heute einer großen Beliebtheit. In den Achtzigern und Neunzigern bekam der Enterich zudem eine Vielzahl an Videospielumsetzungen auf den Bürzel geschneidert und auch SEGA-Systeme wurden natürlich nicht verschont.

Auf Game Gear und Master System erschien 1991 The Lucky Dime Caper starring Donald Duck, welches vom SEGA-Team AM7 exklusiv für die beiden Achtbitter entwickelt wurde. Gundel Gaukelei, die im englischen Original Magica de Spell heißt, hat Onkel Dagoberts Kreuzer Nummer eins geklaut und eure Neffen Tick, Trick und Track entführt. Da Donald ohnehin arbeitslos ist und er unter der Fuchtel seines geizigen Onkels steht, macht er sich auf den Weg, die glückbringende Münze und seine Neffen zurück nach Entenhausen zu bringen. Wie es der programmierte Zufall so will, schlüpft Ihr nicht aus dem Ei, sondern in die Rolle der vom Pech verfolgten Ente mit Vorliebe für Matrosenhüte.

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Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.43: Kampf dem Kabelsalat

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

In den vergangenen dreißig Jahren habe ich selber vermutlich eine Hundertschaft an Controllern für unterschiedliche Konsolen genutzt, malträtiert und liebgewonnen. Dabei habe ich meine eigenen Spieleingabegeräte auf ganz unterschiedliche Art und Weise in Kisten verstaut, neben den Fernseher gezwängt oder in Schubladen verbannt. In den meisten Fällen war ich stets darum bemüht, die Joypads in gutem Zustand für Spieleabende oder als Tauschware vorzuhalten. Neben den durch ständige Nutzung beanspruchten Buttons mussten oft genug vor allem die Kabel leiden, wurden diese doch ständig auf- und abgewickelt, verknotet oder als Stolperdraht für trunkene Zockgäste mißbraucht.

Während ich selber meine Controllerkabel für gewöhnlich locker um das Pad wickel, als nicht zu straff gezogene Schlaufe aufrolle oder mit einem Gummi zusammenraffe, gibt es offenbar auch noch einige mir bislang komplett fremde Techniken, dem Kabelwirrwarr Herr zu werden.

Erst vor ein paar Monaten entdeckte ich zum Beispiel Controller, die mit einem Klettband umwickelt waren, eine aus meiner Sicht echt brauchbare Art der Bindung, die ich zukünftig eventuell adaptieren werde. Den interessantesten Ansatz sah ich jedoch vor ein paar Tagen bei einem Daddelkollegen, der kurioser Weise Klopapierrollen benutzt, um die Controllervernetzung zu bändigen. Ich habe diese Technik nun selber einmal getestet und finde die Idee prinzipiell gut, mir erscheint die Wicklung der Kabel damit jedoch etwas zu straff

Kennt Ihr eventuell noch weitere Möglichkeiten, den Kabelsalat in der Schublade zu bändigen, favorisiert Ihr vielleicht eine der oben genannten Techniken oder schmeißt Ihr einfach alles lose in eine Schublade?

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Der Monat in Spielen: Februar 2017

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Den Monat Februar habe ich eigentlich fast komplett einem einzigen Spiel gewidmet. Zuvor jedoch habe ich auch kurz in anderes Spielgut reingeschaut.

Auf der WiiU durfte der Dynasty Warriors Ableger Hyrule Warriors ein paar Runden in der Konsole rotieren. Die Massenschlachten sind gewohnt episch inszeniert, spielerisch konnte mich aber auch diese Episode mit Zelda-Franchise nicht abholen. Am Game Cube habe ich mich ein paar ollen Kamellen aus dem Hause SEGA zugewandt und einen Vormittag mit der Sonic Gems Collection verbracht. Hier finden sich außer Sonic CD eigentlich nur Titel aus der zweiten Reihe der Igel-Bibliothek. Neben einigen Game Gear Fassungen habe ich vor allem das beeindruckend anzusehende, aber schlecht zu spielende Sonic R vom Planeten Saturn und den monotonen, aber bunten Prügler Sonic the Fighters gezockt. Spielspaß sieht zwar anders aus, aber für´s Kuriositätenkabinett durchaus zu gebrauchen.

PIXELKITSCH Spielemonat Februar 2017

Mein Monatshighlight katapultiert mich in die frühen Neunziger zurück, in die Zeit als ich mein erstes Master System auf einem ostfriesischen Trödelmarkt erworben habe. Phantasy Star hat mich damals direkt in seinen Bann gezogen und alleine die Tatsachen, das manche Quests kryptisch erklärt und Dungeons nicht automatisch gezeichnet werden, haben mich einst vom Durchspielen abgehalten. Nun konnte ich das Spiel nach so vielen Jahren endlich wieder in meinen Besitz bringen und Dank eines Walkthroughs aus dem Netz kann ich mich nicht mehr so leicht verlaufen. Das Spiel ist bis auf diese beiden Punkte hervorragend gealtert und sieht einfach fantastisch aus. Grafischer Höhepunkt sind die 3D-Dungeons mit ihren liebevoll gepixelten Gegnersprites.

Aus meiner Sicht rechtfertigt Phantasy Star alleine schon den Besitz des SEGA Master Systems. Generell zogen die Preise für Spiele der bislang oft vernachlässigten Konsole stark an, diese Rollenspieperle ist aber jeden Euro wert und sollte in keiner Sammlung fehlen.

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Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.38: Sind Videospiele Kunst?

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Neu ist die Diskussion nicht, aber hin und wieder kommt jeder Zocker in Verlegenheit mit anderen Videospielenthusiasten darüber zu reden, ob Computergames Kunst sind. Im Nachgang des Next Level Festivals in Düsseldorf haben Andreas Lange vom Computerspielmuseum in Berlin, Sven von den Konsolenkindern und meine Wenigkeit genau darüber gestritten gesprochen – zu einem eindeutigen Ergebnis sind wir freilich nicht gekommen.

Für mich ganz persönlich ist das Medium Videospiel keine Kunst. Videospiele sind industriell gefertigte Produkte, sowohl Hard-, als auch Software werden in teils fließbandähnlichen Produktionsprozessen seit vierzig Jahren in Masse hergestellt. Der kreative Prozess zu Beginn und während der Entwicklung eines Spieles fußt meist auf Erkenntnissen der Marktforschung, Zielgruppen wollen bedient und Publisher sowie Aktionäre monetär entlohnt werden. Eine Person oder ein kleines Team besitzt zu Beginn eine mehr oder weniger kreative Idee auf der der potenzielle Superhit basieren soll, im Anschluss greifen typische Mechanismen des Produktdesigns. Damit sind Videospiele am Ende keinen Deut künstlerischer als das Ergebnis der Arbeit einer Werbeagentur in der zwar künstlerisch ambitionierte Menschen arbeiten, jedoch stets einem Auftrag folgen und einen gewissen Markt mit einem kommerziellen Produkt bedienen müssen.

Spiele wie Okami, Flower oder Vib Ribbon die nicht hundertprozent marktkonforme Spielelemente oder Ästhetiken verwenden, mögen zwar künstlerische Elemente enthalten, sind jedoch auch nur Teil eines industriellen Fertigungsprozesses. Wird ein Spiel von einem Menschen geschaffen, der ohne finanziellen Auftrag zum Beispiel als Homebrew-Entwickler ein interessantes, andersartiges Spiel entwickelt und sein Ergebnis selber als Kunst bezeichnet, spreche ich ihm nicht ab, ein Kunstwerk geschaffen zu haben. Ein einzelnes Spiel kann für mich also durchaus Kunst sein, das Medium als solches aber als museumsreif neben der freien Malerei zu sehen, ist aus meiner Sicht überzogen. Das Medium Videospiel kann umgekehrt jedoch eine große Inspiration für Künstler sein, die Elemente, Techniken oder Bildsprachen in ihren Arbeiten übernehmen und in künstlerische Arbeiten umsetzen.

Video- und Computerspiele sind für mich generell museal erhaltenswert, jedoch weniger unter künstlerischem, sondern allenfalls unter designerischen, technologischen und kulturhistorischen Gesichtspunkten.

Was ist eure Meinung zum Thema?
Gehören Videospiele ins Museum?
Sind Computerspiele Kunst?
Was hätte Joseph Beuys dazu gesagt?

Rambo PIXELKITSCH