PIXELKITSCH Retrospektive 2018

Das Jahr 2018 liegt hinter uns und ich blicke zurück auf ein paar vollkommen subjektiv und undemokratisch ausgewählte Retrogaminghighlights. Bei mir wurde etwas weniger gezockt als in den vorherigen Jahren, aber dennoch durften einige Spiele in den Modulschacht oder ins Laufwerk der Konsolen wandern. Zudem konnte ich trotz meines geringen Outputs endlich auch die 200te Episode meiner Pixelkitsch-Videoreihe feiern und habe mich über meinen 500ten Abonnenten bei Instagram gefreut – Social Media ist eben doch geiler als das echte Leben. Neben vielen Umstrukturierungen in meinem Spielarchiv und dem Aussortieren zahlreicher Staubfänger aus allen Bereichen des sammelbaren Spektrums gab es natürlich auch ein paar schöne Neuzugänge.


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Pixelige Weihnachten 2018

Mit ein paar mehr oder weniger gereimten Zeilen zum Fest der retroaktiven Liebe wünsche ich allen Lesern von Pixelkitsch ein frohes Weihnachtfest, besinnliche Tage und was Feines zum zocken!

Die Flocken fallen und der Bildschirm brummt,
wenn an Weihnachten der Stress verstummt.

Die Module glühen und der Joystick lockt,
wenn zum Advent der Nerd mit der Familie zockt.

Die Konsolen surren und das Spiel ist alt,
wenn heuer nicht nur der Glühwein knallt.

Die Freud ist groß und der Schneemann nässt,
wenn Pixelkitsch gratuliert zum Weihnachtsfest!

Weihnachten 2018

Der Monat in Spielen: November 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der Herbst drückt dem Winter bereits die Klinke in die Hand und das Spielvergnügen wächst im gemütlichen Zuhause an warm vor sich hin schmorenden Konsolen.

Begonnen habe ich den November passend zu meiner Liebeserklärung an das Mega Drive mit eben jener SEGA-Konsole und zwei oft ignorierten Krachern. Mit General Chaos veröffentlichte Electronic Arts im Jahr 1993 eine wenig beachtete Mischung aus Strategie und Action. Wir übernehmen die Kontrolle über eine unrasierte Militäreinheit aus zwei oder fünf Soldaten mit verschiedenen Fähigkeiten und versuchen, alle gegnerischen Soldaten über den blutigen Jordan zu schicken. Die Soldaten bekommen von uns Kommandos, müssen strategisch günstig platziert werden und schießen auf unseren Befehl. Was auf den ersten Blick nach totalem, dem Titel entsprechenden Chaos aussieht, entpuppt sich nach etwas Spielzeit als wirklich unterhaltsame Schlachtplatte für bis zu vier Spieler mit knuffiger Kriegsoptik und vielen taktischen Möglichkeiten – Zivis wie ich müssen hier zuschlagen! Ebenfalls am SEGA Mega Drive habe ich die Flügel bei Gynoug aus dem Hause Masaya ausgebreitet und versucht der recht agilen Feindesschar den Garaus zu machen. In der Rolle vom beflügelten Helden Wor flattern wir im Kampf gegen zahlreiches Kanonenfutter und fantastisch gestaltete Levelbosse durch clever designte Stages mit interessanten technischen Kniffen. Auch wenn die Optik aus der Cho Aniki-Schmiede meist recht düster wirkt, strotzen viele Abschnitte vor Details und tollen Ideen. Als Kind habe ich das Spiel durchaus geliebt, aktuell scheitere ich aber am recht happigen Schwierigkeitsgrad – hier hilft wohl nur noch Auswendiglernen.

Weiter ging es bei mir am Game Boy mit Tetris Blast von Elorg, das mit dem Puzzle-Urgestein nur einige Basiselemente und das Spielfeld gemein hat. Mit kleinen Bomben müssen möglichst gute Kettenreaktionen ausgelöst werden um Aufgaben zu erfüllen und das Spielfeld komplett zu räumen. Das Spiel ist ein wenig komplexer als das klassische Tetris und oft genug fühlen sich manche Aktionen etwas willkürlich an. Für zwischendurch ein netter Zeitvertreib, aber Tetris Blast besitzt sicher nicht den Suchtfaktor des Originals.

Abgeschlossen habe ich den Monat am SEGA Game Gear mit dem Klassiker Sonic the Hedgehog. Aus nostalgischen Gründen habe ich den Plattformer wieder einmal eingelegt und mich an der Suche nach den zum Teil sehr gut versteckten Chaos Emeralds versucht. Der Hüpfer hat immer noch einen sehr guten Spielfluss und begeistert mit guter Levelarchitektur und hübscher Optik. Sicher ist es objektiv betrachtet nicht der beste Teil der Serie auf 8 Bit-Systemen, bereitet mir aber immer noch eine riesen Freude. Schon beim SEGA-Intro und der Titelmelodie ist die Nostalgie für mich perfekt – so viel Freude hat mir später kein anderer Ableger des Franchises mehr bereitet!

Spielemonat 11 2018

Happy Birthday: SEGA Dreamcast

Auf den Tag genau wird SEGAs Abschiedskonsole aus dem Hardware-Markt heute bereits 20 Jahre alt. Der/die/das Dreamcast wurde mit vielen Hoffnungen für den Igel-Konzern am 27ten November 1998 in Japan veröffentlicht. Als Nachfolger zum im Westen vermeintlich nur semi erfolgreichen Saturn kam die Dreamcast gut ein Jahr später im Oktober 1999 auch zu uns nach Deutschland.

Ich selber war damals als treuer Anhänger des Saturns eher skeptisch und habe die schnieke 128 Bit-Konsole nicht direkt gekauft. Zu seltsam fand ich bereits damals den Controller mit seinem schlecht platzierten Kabel, zu unattraktiv die neumodische 3D-Welle und zu teuer ist mir der ungewisse Schritt in SEGAs Zukunft gewesen. Zu Weihnachten 1999 habe ich die Traumkonsole jedoch über die Festtage geliehen bekommen und konnte mich zumindest in Teilen mit Blue Stinger und Sonic Adventure anfreunden. So richtig sprang der Funke bei mir aber erst mit dem Release des brachialen Schlachtfestes Sword Of The Berserk: Gut’s Rage über. Erst der Animeslasher im Polygonlook sorgte dafür, dass ich mir die Dreamcast ins Wohnzimmer holte und erfreute mich später ausgiebig an Worms, Virtua Fighter 3tb und Jet Set Radio.

Auch wenn sich SEGA mit der Dreamcast aus dem Markt der Konsolenhardware verabschieden musste, ist das Gerät doch ein interessantes und wegweisendes Experiment mit fantastischem Zubehör wie dem Angelcontroller, Modem und den Samba de Amigo-Rasseln gewesen. Spiele wie Crazy Taxi, Shen Mue oder Soul Calibur werden ewig mit der Konsole verknüpft bleiben und zaubern vielen Zockern bis heute ein Lächeln ins Gesicht.

Vielen Dank SEGA für die Dreamcast, es hat anscheinend einfach nicht sollen sein…

SEGA Dreamcast

RetroGamer Mega Drive-Sonderheft

In meiner letzten Liebeserklärung an das Mega Drive habe ich anlässlich des dreißigsten Geburtstages bereits ausführlich meine Beziehung zu der 16 Bit-Konsole aus dem Hause SEGA kundgetan.

Auch andere Medien ließen es sich natürlich nicht nehmen, dem Geburtstagskind zum Jubiläum zu gratulieren. Bereits im Sommer hat sich in seiner Ausgabe 182 auch das britische Magazin Retro Gamer dem schwarzen Tausendsassa ausführlich gewidmet. Neben einem längeren Artikel im Magazin mit Kurzinterviews liegen auch ein Sonderheft sowie ein Stickerbogen bei, die der Konsole Ehrerbietung erweisen sollen.

Der Artikel im Heft ist wenig spannend und bringt nur wenig Erhellendes mit sich und auch das Sonderheft glänzt nicht unbedingt mit Neuigkeiten. Im A5 großen Extrablatt werden 30 Spiele aus verschiedenen Genres vorgestellt, die nach Meinung der Redaktion das System definiert haben. Über die Auswahl kann sicher gestritten werden, das Heft ist aber eine flott zu lesende Ergänzung und sicher eine nette Lektüre für den Gang auf das stille Örtchen. Etwas besser gefällt mir da noch der Stickerbogen, der mit einigem Sprites aus der umfangreichen Mega Drive-Bibliothek daherkommt und sich gut an Kühlschränken oder Zockerbudentürchen verkleben lässt – mit einem besseren Arrangement hätten sich auf dem Bogen aber noch deutlich mehr Aufkleber platzieren lassen.

Im britischen Webshop des Verlages ist die Ausgabe leider inzwischen ausverkauft, antiquarisch sollte sie sich aber noch finden lassen.

Meg Drive Retrogamer-Special