SEGA Mega Drive – Liebeserklärung vol.8

Unnütze Hardware ist hin und wieder schön und gut. Am liebsten nutze aber auch ich die wirklich schönen Dinge der Videospielwelt. Deshalb stelle ich euch in der PIXELKITSCH Liebeserklärung hin und wieder Hard- oder Software vor, die mir wirklich ans Herz gewachsen ist.

Herz Emblem

Mein liebes Mega Drive,

am 29. Oktober 1988 erblicktest du im Land der aufgehenden Sonne das Licht der videoverspielten Welt und hast auch uns Europäer zwei Jahre später mit deinem schwarzen Gehäuse beglückt. Zum ersten mal sahen wir uns bei Woolworth auf der Wilmersdorfer Straße in Berlin, wo du den mäßigen Tetris-Klon BlockOut zum Besten geben musstest. Als Nachfolger zum vor allem in Europa und Brasilien erfolgreichen Master System und in Konkurenz zum NES und der PC Engine hattest du es nicht ganz leicht als neumodisches 16 Bit-Heimvideospielsystem. Dein Herzschlag wurde bestimmt vom MC 68000 und deine Stimme bekam seinen wundervollen Klang vom druckvollen Yamaha YM 2612. Deine Nähe zum Master System manifestierte sich mit der sekundären Nutzung des Zilog Z80 und ermöglichte es uns Spielern, per Adapter auch die umfangreiche Softwarebibliothek deines Urahns mit dir zusammen zu nutzen.


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Der Monat in Spielen: Juni 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Auch wenn ich mir Anfang des Jahres noch vorgenommen hatte, weniger Lizenzschrott zu zocken, habe ich mich im heißen Juni auf´s pixelige Glatteis gewagt.

Den Anfang machte bei mir die Versoftung der Öko-Cartoonserie Captain Planet für das geschundene Mega Drive. Die Konsole wird mir diesen Ausflug auf die Lizenzmüllhalde wohl nicht verzeihen, ich wollte dem Titel aber schon länger mal eine Chance geben. Da kaufe ich mir doch lieber eine Bionade mit Kompostgeschmack…

Für den Game Gear stand die Filmumsetzung zur Peter Pan-Fortsetzung Hook auf dem Spielplan, welche ich kürzlich in Box geschenkt bekommen habe – darauf habe ich 25 Jahre gewartet. Die Grafik ist durchaus solide und das Spiel hat gute Ansätze, krankt jedoch etwas am stellenweise recht unfairen Schwierigkeitsgrad. Mit der tollen Lizenz wäre sicher mehr drin gewesen, der Game Gear hat hier jedoch leider einen recht unfertig wirkenden Port der Lizenz von Sony spendiert bekommen.

Die Spiele des Monats Juni wurden von Titel zu Titel besser und mit der kompakten Arcade-Portiertung von Ms. Pac-Man habe ich auf dem Game Boy viel Vergnügen gehabt. Trotzdem der Bildschirm hier im Gegensatz zum Automaten scrollt, geht die Übersicht über die zu sammelnden Pillen nicht komplett verloren und das Spielgeschehen bleibt angenehm überschaubar. Technisch ist die Tablettenjagd unspektakulär, aber für eine Runde zwischendurch wunderbar geeignet.

Den krönenden Abschluss durfte mir im Juni 2018 die Filmumsetzung Jagdfieber für den Game Boy Advance von Ubisoft bescheren. Ohne Erwartungen habe ich die Cartridge angezockt und bin direkt von der hübsch gepixelten Grafik begeistert gewesen. Der Plattformer erfindet das Genre nicht neu und ist relativ flott durchgespielt, macht aber einfach Freude und zeigt, dass nicht jede Lizenzversoftung Bärenkacke sein muss!

Pixelkitsch Spielemonat Juni 2018

PIXELKITSCH RETROFLASH 220: Soccer Werbespots im Wandel der Zeit

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

Flash-Emblem

Werbespots nerven meist im Hier und Jetzt, sind aber wie lecker korkiger Wein und reifen mit dem Alter um sich sich zu tollen, skurrilen Zeitzeugnissen zu entwickeln .

Auch die folgenden drei Werbevideos zu Pele´s Soccer auf dem Atari VCS 2600, Rockmann Soccer für das Super Famicom und Fifa 95 für das Mega Drive waren bei Erscheinen sicher keine Meilensteine, wirken heute aber sehr unterhaltsam und angenehm kurios. Wer also noch nicht, weiß, wie er bei einem eventuell schlechten Abschneiden der deutschen Elf die restlichen Wochen verbringen soll, kann sich hier Anregungen holen, welches Spiel als nächstes angeschafft werden sollte!

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.56: Wrestlemania

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Angeregt durch das tolle Video zu den Wrestlingsammelkarten vom guten Onkel Weidemann habe ich mir ins Gedächtnis gerufen, welche Rolle der für viele Zuschauer durchaus unterhaltsame Kampfsport in meiner Kindheit und späteren Zockerlaufbahn gespielt hat.

Da wir früher nur eine handvoll Fernsehkanäle empfangen haben und Kabelempfang bei uns mangels Interesse bei meinen Eltern nicht angesagt gewesen ist, war es ein immer hochwillkommenes Highlight, bei Freunden dem Genuss der bunten Bilderwelt fröhnen zu können. Neben mehr oder minder schlechten Zeichentrickserien auf Tele 5 stand auch Wrestling natürlich hoch im Kurs und so waren Übernachtungsbesuche bei meinem sehr guten Klassenkameraden C. stets ein medialer Höhepunkt in meinem sonst vor allem auf öffentlich Rechtliche beschränkten TV-Konsum. Die 1991 von Merlin veröffentlichten Sammelkarten ließen dann auch mich als Wrestling-Noob tiefer in die Materie eintauchen und mit Wonne habe ich mich dem Sammeln und Tauschen der 150 Karten hingegeben.

Mit dem Ende dieser Kartengeneration verschwand das Thema Wrestling aber tatsächlich fast vollständig aus meiner Wahrnehmung, zu abgehoben und absurd erschienen mir schon damals die inszenierten TV-Gladiatorenkämpfe.

Auch in Videospielform konnte mich das Thema nur selten abholen, dafür waren viele Spiele des Genres oft einfach zu stumpf oder thematisch zu weit weg für mich, lediglich Wrestlemania auf dem SEGA Saturn hat mich mit seinem witzigen Multiplayermodus noch an die Konsole locken können. Ein klassischer Brawler wie Streets of Rage oder Beat em ups wie Virtua Fighter konnten mich immer mehr begeistern.

Nicht wegen der anscheinend ohnehin nicht vorhandenen spielerischen Qualitäten, aber immerhin wegen des tollen Wackelcovers durfte Ringside Angel für SEGA Mega Drive in meine Sammlung wandern. Auch ohne gespielt zu werden ist das kuriose Stück damit ein kleines, persönliches Wrestlinghighlight für mich!

Ringside Angel

Der Monat in Spielen: Januar 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der Jahresbeginn fiel spielerisch bei mir etwas mau aus. Ich konnte mich leider kaum zum daddeln motivieren und es fehlte schlicht die Zeit für ausgiebige Spielerei. Dennoch haben mich drei Spiele in den vergangenen vier Wochen an den kleinen und großen Bildschirm gefesselt.

Natürlich begann das Jahr damit, womit ich 2017 eigentlich abgeschlossen haben wollte – mit Landstalker auf dem SEGA Mega Drive. Im Januar habe ich mich endlich durch die letzten Dungeons gequält und mich über einige wirklich unfaire Stellen ärgern dürfen, die mich auch schon vor 25 Jahren oft in den Wahnsinn getrieben haben. Belohnt wurde ich dafür mit schönen Storyfetzen und einer nach wie vor beeidnruckenden Technik. Der Titel bleibt für mich ein echter Klassiker, aber aus heutiger Sicht ist es sicher schwer das Spiel mit der hakeligen Steuerung Neueinsteigern bedenkenlos ans Herz zu legen.

Weiter ging es bei mir am Nintendo Game Boy, der mit zwei Spielen gefüttert wurde. Vor allem Spiele aus der Frühzeit von Nintendos tragbarem Spielplatz üben mit ihren einfachen Konzepten immer wieder eine große Faszination auf mich aus.

Einer dieser Titel ist Quarth, eine Mischung aus Puzzler und vertikal scrollendem Ballerspiel. Mit eurem Raumschiff schießt Ihr Klötze in vorgegebene Formen um diese aufzulösen. Der simple Puzzleanteil überwiegt hier jedoch deutlich über dem Actionkonzept, dass wohl nur des Marketings wegen übergestülpt wurde. Auch technich ist das Spiel wenig spektakulär und fordert die Hardware wenig heraus. Dennoch habe ich immer wieder Freude an dem kleinen Spiel und auch fast dreißig Jahre nach Release ist der Titel sicher noch einen Blick wert.

Aus der selben Mottenkiste stammt auch der Vertikalshooter Solar Striker von Game Boy Urgestein Gunpei Yokoi. In dem kleinen Ballerspaß steigt Ihr in das namensgebende Raumschiff Solar Striker ein und schickt zahllose Gegner über den galaktischen Jordan. Das Spielprinzip ist bereits 1990 nicht mehr ganz frisch gewesen und auch die Technik ist wenig beeindruckend. Dennoch kann das Spiel auch heute noch Spaß machen, wirklich aufregende Alleinstellungsmerkmale solltet Ihr hier aber nicht erwarten.

Spielemonat 2018 Januar