Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.48: Gamescom nein danke

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Bereits seit 2009 findet die Gamescom, die weltweit flächenmäßig größte Messe für Unterhaltungsmedien, in Köln statt. Jahr für Jahr pilgern die Massen in die Rheinmetropole mit dem obergärigen Bier (nein, die Rede ist nicht von Düsseldorf) um den neuesten Trends am Technologiemarkt hinterherzulaufen und für das kurze Anzocken eines Blockbusters von morgen (Call of Duty X, Fifa X, New Super Mario X) Schlange zu stehen.

Aber auch der seit Jahren offensichtlich sehr starke Retrobereich hat seine Fans und Anhänger, das rückwärtige Segment ist inzwischen fester Teil des Messetrubels geworden. Bekannte Gesichter aus der Nordrhein-Westfälischen und Gesamtdeutschen Retroszene stellen Konsolen, Spiele und Gadgets zur Verfügung und bieten den rückwärtsgewandten Spielern Unterhaltung aus der oft garnicht so staubigen Mottenkiste.

Sammler von Merchandise werden wohl schon seit einigen Jahren nicht mehr so richtig glücklich auf der Gamescom, die ihren Ursprung 2002 in Leipzig unter dem Namen Games Convention hatte. Dennoch scheint es noch genug Stuff zu geben, damit auch die Geier mit den übergroßen Papiertüten weiter ihre Runden ziehen können. Auch zahlreiche Cosplayer und deren Schenkel- und Bauchnabel-suchende Konterparts – die Hobbyfotografen – tummeln sich alljährlich gerne auf dem weitläufigen Messegelände.

So viele tolle Punkte sprechen also offensichtlich für einen Besuch der Gamescom, die am heutigen Dienstag ihre Pforte geöffnet hat und sich bis Samstag auf zahlreiche Gäste freut. Leider jedoch schrecken mich die obrigen Punkte und viele weitere Aspekte dieser Großveranstaltung komplett ab und werden mich wohl auch in Zukunft nicht zur Kölner Messe locken können. Als Steppke bin ich gerne auf die Berliner Funkausstellung gegangen und habe mich mit Merchandise eingedeckt. Schon damals habe ich jedoch nur wenig Freude an dem ganzen Drumherum gehabt. Auch im Jahr 2010, als es mich das das erste und bis jetzt einzige Mal auf die Gamescom trieb, war ich eher genervt und gelangweilt vom allgemeinen Zampano der Medienheinis und Werbetreibenden.

Großveranstaltungen als solche bereiten mir generell nur selten Freude und das endlose Schlangestehen, der laute Geräuschpegel und die ewig gleichen, aufgewärmten Spielkonzepte motivieren mich doch eher dazu, meine Freizeit zockend mit Freunden oder alleine zu Hause und nicht auf dem Messegelände zu verbringen. Auch der Retrobereich kann mich nicht locken, das wenigste ist wirklich überraschend und wenn ich wirklich mit wildfremden Menschen daddeln möchte, lase ich mich lieber auf private Zockpartys oder explizite Retroveranstaltungen als Besucher ein.

Ich kann hier natürlich nur von meinen Eindrücken aus der Ferne auf den aktuellen Status Quo der Messe schließen und ich wünsche allen Besuchern dennoch eine schöne Zeit, für mich jedoch wird die Gamescom auf ewig ein abschrenkendes Beispiel für konsumgesteuerte Massenabfertigung bleiben.

GAMESCOM Illustration

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.26: Die CeBIT, die es nicht gibt

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Als Grundschüler war ich fasziniert von der Berliner Funkausstellung und bin dort gerne hingegangen um allerlei Werbegoodies abzugreifen und neue Technik auszuprobieren. In den Folgejahren wollte ich unbedingt zur CeBIT in Hannover um vor allem im Computer- und Videospielbereich ein bisschen Luft von Morgen zu schnuppern. Wenn auch bereits vor rund 20 Jahren die CeBIT keine echte Messe für elektronische Spiele gewesen ist, hat die Begeisterung für die Veranstaltung bis in die späten Neunziger nicht nachgelassen. Nun war ich endlich im Jahr 2015 aus beruflichen Gründen dort und habe zumindest am Rande ein paar Impressionen der Messe mitgenommen.  Leider muss ich sagen, dass inzwischen der letzte Funke Spielerei aus Hannover gewichen ist und sämtliche Hersteller der videospielenden Zunft der Messe fernbleiben. Weder habe ich neue Software für das Philips CD-i, noch Zubehör für mein Mega Drive und auch keine neuen Spiele für das 3DO entdecken können. Für sensationelle Enthüllungen wie Bildtelefone, CD´s als Datenträger und ein neues, wegweisendes Betriebssystem aus dem Hause Microsoft bin ich wohl einige Jahrzente zu spät dran gewesen. Ein weiteres Kapitel Kindheitsträume kann ich damit erfolglos abhaken, manchmal sollte man einfach nicht versuchen, solche Träume erst im Nachhinein zu erleben.*

*Meine Erwartungen an die CeBIT waren natürlich sehr gering, die CeBIT als solche hat sich sicher stark gewandelt, ein klein wenig mehr Spaß an Spiel und Freude am Konsum hätte ich mir trotzdem erhofft!

CeBIT 2015

Spiele von gestern auf der Gamescom von übermorgen

Für mich persönlich ist die Gamescom zwar wenig reizvoll leider komplett ohne Reiz, mehr als 300.000 Fans aktueller Spiele pilgern jedoch Jahr für Jahr in die Kölner Messehallen. Abgesehen davon, dass es mir dort schlichtweg zu voll und unpersönlich ist, interessieren mich die dort gezeigten Spiele und Konsolen inzwischen wenn überhaupt, nur noch am Rande. Seit einigen Jahren werden jedoch auch Retrofreunde auf der Gamescom beglückt und können dieses Jahr den bislang größten Retrobereich der Messegeschichte besuchen, Klassiker zocken, Gleichgesinnte treffen und dem Retrohype fröhnen. Wer also schon ein Ticket hat oder im Wahn versuchen möchte an der Tageskasse noch eine Karte ins Zockerglück zu erhalten, sollte auf jeden Fall den Retrobereich mit einigen tollen Ausstellern mal besuchen.

Gamescom 2014
13
ter bis 17ter August 2014 / 9 bis 20 Uhr
Kölnmesse / Köln Deutz
Weitere Angaben zu Preisen und Daten gibt es hier, die passende deprimierende Illu zum Thema von mir seht Ihr unten! 😉

GAMESCOM Illustration