Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.54: Der Sammelwahn im Wandel der Zeit

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Der Mensch gilt als Jäger und Sammler, erbeutet Nahrung und erquickt sich an Beeren im Wald…

Auch wenn dieses romantisierte Bild des modernen Betonhöhlenbewohners ein wenig simpel klingen mag, greifen viele Mechanismen auch heute noch bei uns unbehaarten Affen. Wir sammeln Konsumgüter und gehen im Supermarkt oder auf Retrobörsen auf Schnäppchenjagd.

Bei mir hat der Sammelwahn schon sehr früh eingesetzt und auf dem Weg von der Schule zum Hort habe ich mich für jeden Tinneff auf dem Asphalt begeistern können. Ein halbvolles Feuerzeug, ein flexibles Gummiband oder ein ungeknallter Böller, alles musste als Trophäe in die Tasche wandern – man wusste ja nie, wofür man das Fundstück noch gebrauchen könnte.

Natürlich habe ich mich aber nicht nur um den Unrat der Straße gekümmert, sondern mich bei allen Hobbies recht obsessiv dem Sammeln hingegeben. Bei Murmeln bin ich genauso schwach geworden wie bei kleinen Gummitieren, Überraschungseifiguren, Comics oder Frufos. Auch die Sammelgebiete Briefmarken und etwas später Telefonkarten haben eine große Faszination auf mich ausgeübt. Bei den Briefmarken wurde ich durch meinen Großvater an das klebrige Hobby geführt und mit Leidenschaft habe ich Marken abgelöst, geplättet und archiviert. In den späten Achtzigern und den frühen Neunzigern hat die Deutsche Post dieses Hobby mit Produkten wie der Markenbox oder der Einführung der Postleitzahlenwerbeikone Rolf „fünf ist Trumpf“ noch weiter angeheizt.

All das hat meinen heutigen Videospielsammelwahn schon erahnen lassen und so wundere ich mich dieser Tage kaum darüber, dass ich nie wirklich mit dem Horten von Dingen aufhören konnte. Mal schauen, eventuell lässt der Jagdinstinkt nach, wenn ich alt und verwirrt bin…eventuell aber auch nicht!

Briefmarken und Telefonkarten

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.33: Comicbörse 1996

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Es ist kein wirkliches Selbstgespräch im Sinne dieser Rubrik, aber ich bin manchmal doch überrascht, wie nerdy ich auf manchen Gebieten bin. Das war wohl auch schon 1996 so, aus dem Jahr stammt nämlich die unten abgebildete Baumwolltasche. Es gab sie zur damals regelmäßig im Düsseldorfer Weiterbildungszentrum stattgefundenen Comicbörse als Willkommensgeschenk für den Eintritt. Die Comicbörse im Jahr 1996 war zwar nicht die erste auf der ich gewesen bin, aus der Zeit ist dieses praktische Tragegerät aber eines der wenigen Überbleibsel als Beweis meines damaligen Siechtums Geektums. Anfang bis Ende der Neunziger habe ich noch sehr aktiv Comics gesammelt und mit wenig Talent selber gezeichnet, vor allem Lucky Luke, die Disneyklassiker und ähnliche Funnies hatten es mir damals angetan, später hatte mich dann auch der großartige Robert Crumb sehr angefixt. Die Tasche habe ich zu der Zeit viel benutzt, dann verschwand sie einige Jahre im Archiv und ist nun schon seit gut drei Jahren wieder ein täglicher Begleiter. Ich bin hier vor allem begeistert von der unfassbaren Haltbarkeit des etwas unförmig gewordenen Sacks auf dem ich auch die Illustration immer schon sehr geil fand.

Hach ja, damals war zwar nicht alles besser, aber vieles trotzdem schön – die inzwischen in Vergessenheit geratene Comicbörse in Düsseldorf zum Beispiel!

Comicbörse 1996 in Düsseldorf

 

PIXELKITSCH Retroflash 104

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

NEWSFLASH-EMBLEM

Wir hatten ja nichts, die Musik war stampfig, die Schule nervig und das Internet langsam, damals in den Neunzigern. Zudem sah auch alles fürchterlich aus und war schrecklich bunt. Wer sich dieses tolle Gefühl noch einmal zurückholen möchte, kann das mit dem phantastischen Plugin der Seite Wonder Tonic machen und eine unfassbar trashigen Blick in die Vergangenheit erleben. Einfach eine beliebige Webseite nehmen, die Adresse in das Tool einpflegen und sich überraschen lassen, es lohnt sich! 😉