Der Monat in Spielen: November 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der Herbst drückt dem Winter bereits die Klinke in die Hand und das Spielvergnügen wächst im gemütlichen Zuhause an warm vor sich hin schmorenden Konsolen.

Begonnen habe ich den November passend zu meiner Liebeserklärung an das Mega Drive mit eben jener SEGA-Konsole und zwei oft ignorierten Krachern. Mit General Chaos veröffentlichte Electronic Arts im Jahr 1993 eine wenig beachtete Mischung aus Strategie und Action. Wir übernehmen die Kontrolle über eine unrasierte Militäreinheit aus zwei oder fünf Soldaten mit verschiedenen Fähigkeiten und versuchen, alle gegnerischen Soldaten über den blutigen Jordan zu schicken. Die Soldaten bekommen von uns Kommandos, müssen strategisch günstig platziert werden und schießen auf unseren Befehl. Was auf den ersten Blick nach totalem, dem Titel entsprechenden Chaos aussieht, entpuppt sich nach etwas Spielzeit als wirklich unterhaltsame Schlachtplatte für bis zu vier Spieler mit knuffiger Kriegsoptik und vielen taktischen Möglichkeiten – Zivis wie ich müssen hier zuschlagen! Ebenfalls am SEGA Mega Drive habe ich die Flügel bei Gynoug aus dem Hause Masaya ausgebreitet und versucht der recht agilen Feindesschar den Garaus zu machen. In der Rolle vom beflügelten Helden Wor flattern wir im Kampf gegen zahlreiches Kanonenfutter und fantastisch gestaltete Levelbosse durch clever designte Stages mit interessanten technischen Kniffen. Auch wenn die Optik aus der Cho Aniki-Schmiede meist recht düster wirkt, strotzen viele Abschnitte vor Details und tollen Ideen. Als Kind habe ich das Spiel durchaus geliebt, aktuell scheitere ich aber am recht happigen Schwierigkeitsgrad – hier hilft wohl nur noch Auswendiglernen.

Weiter ging es bei mir am Game Boy mit Tetris Blast von Elorg, das mit dem Puzzle-Urgestein nur einige Basiselemente und das Spielfeld gemein hat. Mit kleinen Bomben müssen möglichst gute Kettenreaktionen ausgelöst werden um Aufgaben zu erfüllen und das Spielfeld komplett zu räumen. Das Spiel ist ein wenig komplexer als das klassische Tetris und oft genug fühlen sich manche Aktionen etwas willkürlich an. Für zwischendurch ein netter Zeitvertreib, aber Tetris Blast besitzt sicher nicht den Suchtfaktor des Originals.

Abgeschlossen habe ich den Monat am SEGA Game Gear mit dem Klassiker Sonic the Hedgehog. Aus nostalgischen Gründen habe ich den Plattformer wieder einmal eingelegt und mich an der Suche nach den zum Teil sehr gut versteckten Chaos Emeralds versucht. Der Hüpfer hat immer noch einen sehr guten Spielfluss und begeistert mit guter Levelarchitektur und hübscher Optik. Sicher ist es objektiv betrachtet nicht der beste Teil der Serie auf 8 Bit-Systemen, bereitet mir aber immer noch eine riesen Freude. Schon beim SEGA-Intro und der Titelmelodie ist die Nostalgie für mich perfekt – so viel Freude hat mir später kein anderer Ableger des Franchises mehr bereitet!

Spielemonat 11 2018

Brainstorm Boy – Objektkunst

Viele retroaktive Zocker halten es für pure Ketzerei, originale Konsolenhardware zu etwas anderem als vorgesehen zu verarbeiten. Ich persönlich freue mich jedoch immer, wenn jemand aus Elektroschrott etwas eventuell Unverhersehbares kreiert und damit einem Massenartikel individuellen Charme verleiht.

Für eine Ausstellung in Düsseldorf habe ich nun auf Basis eines klassischen Game Boys in Kombination mit einem Röntgenbild, Farbe und ein bisschen Technik ein kleines Objekt gefertigt. Herausgekommen ist ein trag- und hängbares Objekt mit zuschaltbarer Hintergrundbeleuchtung unter dem Titel Brainstorm, welches sich stilistisch in meine Reihe von Tape-Art-Portraits eingliedert.

Brainstorm Game Boy

Die Ausstellung läuft noch täglich 18-20 Uhr bis einschließlich Freitag, den 16ten November im Düsseldorfer Kulturbahnhof Gerresheim. Mehr Infos zu meinen künstlerischen Aktivitäten gibt es auch nach dem Klick auf meiner Webseite.

Brainstorm Game Boy

Der Monat in Spielen: Oktober 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der Herbst des Spielejahres 2018 hat auch vom Hause Pixelkitsch Besitz ergriffen und mir ein breites Genrespektrum in die Konsolen gepustet, welche überraschend Nintendo-lastig geprägt sind.

Begonnen habe ich den Oktober dort, wo ich den September abgeschlossen hatte – am Super Nintendo. Hier hole ich ein paar Hochkaräter nach, die ich in meiner Jugend versäumt habe. Nach Pilotwings durfte nun Probotector in den Schacht – ein Titel, der mich mit seinem hohen Schwierigkeitsgrad immer abgeschreckt hat. Auch im Jahr 2018 hat Konamis Ballerspaß bei mir wenig von seiner Abschreckung verloren und mich mehrfach bereits in den frühen Stages in die Knie gezwungen. Das Spiel gefällt mir technisch wirklich sehr gut und bietet einige tolle Gegnerdesigns, ich fürchte aber, dass ich mich nie soweit zwingen kann, die Projektilschlacht zu beenden!

Einen Schritt zurück ging es im Konsolenstammbaum auf dem NES mit dem spät releasten Puzzler Wario`s Woods. Der schlechtgelaunte Doppelgänger von Mario beweist hier, dass er nicht Plattformer und Minispiele beherrscht, sondern dass er auch in Rätselspielen erfolgreich mitmischen kann. Das Spiel sieht für einen Tüftler ausgezeichnet gut aus und offenbart im Verlauf extrem vielseitige Kniffe. Aufgrund der späten Veröffentlichung als letztes offizielles NES-Spiel im Westen haben viele Käufer eher die SNES-Fassung erworben oder es komplett ignoriert. Das macht das Spiel entsprechend nicht ganz so günstig, für Puzzlefreunde ist es aber durchaus eine lohnenswerte Empfehlung.

Spielemonat 10 2018

Zwischendrin habe ich mich endlich mal wieder an die sträflich vernachlässigte Wii U gesetzt und den Launchtitel ZombiU eingelegt. Für gewöhnlich nehme ich Abstand von Gruseltiteln und den meisten Spielen aus Egoperspektive, irgendwie hatte mich das Spiel von Ubisoft aber immer gereizt. Die umfangreiche Einbindung des Wii U-Tablets ist überraschend gut gelungen und gibt dem Spiel einen ganz eigenen Zombiecharme. Dadurch, dass ich seit Tenchu auf der PS1 dazu neige, vor allem 3D-Spiele immer komplett nach Gegenständen zu durchsuchen und ich bei Spielen die auf Schockelemente setzen immer besonders vorsichtig bin, zieht sich das Spielgeschehen für mich arg in die Länge. Ob ich tatsächlich noch mal die Zeit und Muße finde, es zu beenden ist fraglich, reizen würde es mich aber durchaus.

Den Monatsabschluss machte ich mit der grantigen Knollennase in Wario Land 3 auf dem Game Boy Color. Das Spiel hatte ich bislangkomplett ignoriert, habe es nun aber zusammen mit einem GBC netter Weise geschenkt bekommen. Der rätsellastige Plattformer glänzt mit wunderbar vertrackter Levelgestaltung und vielen Gimmicks. Durch freischaltbare Fähigkeiten und verschiedenen Events müssen die Stages mehrfach besucht werden und offenbaren erst mit der Zeit all ihre kniffligen Geheimnisse. Dies ist auch Segen und Fluch zugleich, nervt das dauernde Backtracking doch ein wenig mit der Zeit. Dennoch bleibt Wario Land 3 ein großartiges Abenteuer, welches ich im November noch zu Ende bringen möchte.

Game Boy Color mit Wario Land 3

Der Monat in Spielen: September 2018

In meinem gespielten Monatsrückblick stelle ich kurz und knapp vor, was ich die letzten dreißig Tage so gezockt habe, ganz gleich ob Top oder Flopp!

Monatsspiele Emblem

Der September hat uns sanft vom Sommer in den Herbst geleitet und mir die Chance gegeben, tatsächlich ein wenig zu zocken.

Den Anfang machte bei mir Wario Ware, Inc. als japanische Fassung mit dem original Namen Made in Wario: Mega Microgame$ für den Game Boy Advance, das ich schon länger einmal nachholen wollte. Bislang bin ich mit den Teilen auf Nintendo DS und Wii nicht warm geworden, im ersten Teil der Reihe auf dem GBA ist der Funke bei mir jedoch direkt übergesprungen. Die Minispiele sind herrlich doof, die Aufmachung sensationell und Wario brutal böse. Während mir die westliche Version der Minispielsammlung bisher zu teuer gewesen ist, habe ich zur japanischen Fassung gegriffen, die glücklicher Weise problemlos ohne Japanischkenntnisse zu spielen ist.

Bei einem Testlauf von diversen Controllern für die Playstation habe ich natürlich auch ein paar Spiele ins Laufwerk geworfen um mich von der Funktionsfähigkeit der Eingabegeräte überzeugen zu können. Länger hänger geblieben bin ich dabei mal wieder beim hübsch anzuschauenden Rollcage Stage 2, der Fortsetzung des ebenfalls fantastisch aussehenden Zukunftsrasers Rollcage von Attention to Detail. Während die Strecken sich im Stile von wipEout-Pisten präsentieren, sind die Fahrzeuge keine schwebenden Gleiter, sondern geländetaugliche Karts, die auch auf Kopf gedreht noch fahrtauglich bleiben. Was hier erstmal seltsam klingt, offenbart sich im Spiel umgehend als trickreiche und nicht immer gut zu beherrschende Spielmechanik und gibt dem Spiel mit toller Grafik und noch besserem Soundtrack eine ganz eigene Note. Weniger begeistert bin ich vom einstmals zensurgeplagten Carmageddon gewesen, welches ich bei einem Kumpel am PC damals noch sehr gerne gespielt habe, auf der Sony-Konsole aber nur noch schlecht wirkt. Eventuell habe ich mich als sensationslüsternder Teenager damals davon blenden lassen, dass man Leute überfahren konnte, mit zwei Dekaden Abstand ist dieses Machwerk aber nur noch lächerlich und schockiert dieser Tage allenfalls mit schlechter Steuerung und absurdem Streckendesign.

Zum ersten mal habe ich mich im September 2018 mit dem Super Nintendo-Klassiker Pilotwings befasst. Der Titel bot mir in den Neunzigern zu wenig Action und als Simulationsmuffel konnte ich dem eher ruhigen Spielgeschehen nur wenig abgewinnen. Fast dreißig Jahre nach Release bringe ich nun jedoch anscheinend genug Muße mit und hatte auf Anhieb Freude am relaxten Gleiten, Schweben und Navigieren. Die Präsentation mit dem permanenten Einsatz des Mode 7 Effekts muss man nicht mögen, die Musik ist jedoch herausragend und passt perfekt zum Konzentration erfordernden und zugleich entspannenden Spielkonzept.

PIXELKITSCH Spielemonat Oktober 2018

PIXELKITSCH RETROFLASH 226: 20 Perlen für das Famicom

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

Flash-Emblem

Das Famicom – der japanische Bruder unseres im Westen höchst beliebten Nintendo Entertainment Systems –  ist bekannt für kurze Controllerkabel, seine Langlebigkeit und eine wirklich hervorragende Spielebibliothek.

Der gute denNES danMAKU hat in einem fast 35 Minuten langen Video seine zehn liebsten Exklusivtitel für das 1983 veröffentlichte System zusammegestellt und sich bei der Videoproduktion nicht lumpen lassen. Da zehn aber nur halb so viel ist wie zwanzig, hat er neben meiner Person auch neun weitere, ewig gestrige Youtuber gefragt, die jeweils einen Famicom-Exklusivtitel vorstellen. Wer rechnen kann, ist sich bereits darüber im Klaren, dass das Video mit zwanzig Spielen randvoll ist und mit toll glitzernden  Softwareperlen glänzt.

Das Ergebnis ist knackig präsentiert, denNES danMAKU hat hier mit ein geringer Unterstützung durch die Retro-Tuber ganze Arbeit geleistet und ein tolles Video abgeliefert!