Capcom 30th Anniversary Character Encyclopedia / Pressespiegel vol. 21

Als Freund des gedruckten Wortes und Anhänger klassischer Videospiele-Gazetten, freue ich mich, euch an dieser Stelle regelmäßig Einblicke in Presseerzeugnisse vergangener Tage bieten zu können. Zeitschriften und Bücher zum Thema Videospiele sollen hier im Pressespiegel beleuchtet werden.

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Im Jahr 1983 wurde die Videospielschmiede Capcom in Osaka auf Basis der I.R.M. Corporation gegründet und brachte der spielenden Gemeinde in den folgenden Jahrzehnten zahllose Hits und auch ein paar Flops für Heimkonsolen, Computer und die Spielhalle. Große Namen wie Street Fighter, Mega Man oder Resident Evil dürften den meisten Zockern aller Alterstufen ein Begriff sein, aber auch Darkstalkers, Knights of the Round und Rival Schools gehen auf das prallgefüllte Lizenzkonto des Konzerns.

Wer rechnen kann, stellt fest, dass Capcom damit im Jahr 2013 schon dreißig Jahre jung geworden ist und anlässlich dieses Geburtstages veröffentlichten Brady Games, der DK Verlag und Capcom das Buch Capcom 30th Anniversary Character Encyclopedia.

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Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.38: Sind Videospiele Kunst?

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Neu ist die Diskussion nicht, aber hin und wieder kommt jeder Zocker in Verlegenheit mit anderen Videospielenthusiasten darüber zu reden, ob Computergames Kunst sind. Im Nachgang des Next Level Festivals in Düsseldorf haben Andreas Lange vom Computerspielmuseum in Berlin, Sven von den Konsolenkindern und meine Wenigkeit genau darüber gestritten gesprochen – zu einem eindeutigen Ergebnis sind wir freilich nicht gekommen.

Für mich ganz persönlich ist das Medium Videospiel keine Kunst. Videospiele sind industriell gefertigte Produkte, sowohl Hard-, als auch Software werden in teils fließbandähnlichen Produktionsprozessen seit vierzig Jahren in Masse hergestellt. Der kreative Prozess zu Beginn und während der Entwicklung eines Spieles fußt meist auf Erkenntnissen der Marktforschung, Zielgruppen wollen bedient und Publisher sowie Aktionäre monetär entlohnt werden. Eine Person oder ein kleines Team besitzt zu Beginn eine mehr oder weniger kreative Idee auf der der potenzielle Superhit basieren soll, im Anschluss greifen typische Mechanismen des Produktdesigns. Damit sind Videospiele am Ende keinen Deut künstlerischer als das Ergebnis der Arbeit einer Werbeagentur in der zwar künstlerisch ambitionierte Menschen arbeiten, jedoch stets einem Auftrag folgen und einen gewissen Markt mit einem kommerziellen Produkt bedienen müssen.

Spiele wie Okami, Flower oder Vib Ribbon die nicht hundertprozent marktkonforme Spielelemente oder Ästhetiken verwenden, mögen zwar künstlerische Elemente enthalten, sind jedoch auch nur Teil eines industriellen Fertigungsprozesses. Wird ein Spiel von einem Menschen geschaffen, der ohne finanziellen Auftrag zum Beispiel als Homebrew-Entwickler ein interessantes, andersartiges Spiel entwickelt und sein Ergebnis selber als Kunst bezeichnet, spreche ich ihm nicht ab, ein Kunstwerk geschaffen zu haben. Ein einzelnes Spiel kann für mich also durchaus Kunst sein, das Medium als solches aber als museumsreif neben der freien Malerei zu sehen, ist aus meiner Sicht überzogen. Das Medium Videospiel kann umgekehrt jedoch eine große Inspiration für Künstler sein, die Elemente, Techniken oder Bildsprachen in ihren Arbeiten übernehmen und in künstlerische Arbeiten umsetzen.

Video- und Computerspiele sind für mich generell museal erhaltenswert, jedoch weniger unter künstlerischem, sondern allenfalls unter designerischen, technologischen und kulturhistorischen Gesichtspunkten.

Was ist eure Meinung zum Thema?
Gehören Videospiele ins Museum?
Sind Computerspiele Kunst?
Was hätte Joseph Beuys dazu gesagt?

Rambo PIXELKITSCH