Vinyl und Videogames: 1979 / Revolverhelden und Madness

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1979 / One step beyond von Madness / Gunfighter (Cartridge 14) für Philips G7000

Bereits für das Jahr 1978 musste in dieser kleinen Reihe ein G7000-Spiel als Gedächtnisstütze herhalten und auch 1979 darf die Philips-Konsole noch nicht im Schrank verschwinden. Spiele dieser Ära waren oft eher simpel gestrickt und auch das vorliegende Modul Nummer 14, welches auch als Revolverhelden oder Gunfighter bekannt ist, glänzt nicht unbedingt mit großer Finesse. Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Klon von Ataris Combat im Western-Ambiente mit hübscherer Grafik. Da mich Spiele im wilden Westen thematisch eigentlich immer abholen, hat auch dieser unscheinbare Titel hier eine Erwähnung verdient. Als Cowboy duellieren wir uns mit einem schießwütigen Desperado (gesteuert vom eigenen Bruder, besten Kumpel oder Nachbarsjungen) und freuen uns über wirklich gelungene Animationen und simple Spielmechanik. Klar bringt das Spiel keine wirklichen Innovationen mit sich, das Western-Ambiente ist aber gut gelungen und lädt auch heute noch bei Feuerwasser und Patronen zur geselligen Multiplayerpartie ein.

Mit ihrem Debütalbum One step beyond schafften es die Briten von Madness direkt in die höchsten Sphären der weltweiten Charts, kamen bei uns immerhin auf Platz 14, landeten jedoch auch zu Hause nicht auf Platz eins, sondern mussten sich dort mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Die gleichnamige Hitsingle kommt ohne Vocals aus, alleine das gesprochene Intro sorgt aber meist schon für den nötigen Wiedererkennungswert des treibenden Stücks. Ich habe generell wenig Berührungspunkte mit Ska oder 2-tone, die wirklich großen Bands der Szene gehen meist an mir vorrüber, in der Regel höre ich den Sound nur bei lokalen Bands hin und wieder gerne. Dem eingängigen Popappeal von Madness konnte ich mich jedoch nie entziehen und freue mich bis heute immer, wenn ich die Worte „Hey you, don’t watch that, watch this, This is the heavy heavy monster sound…“ höre!

Vinyl und Videogames 1979

On step beyond von den britischen Ska-Urgesteinen Madness aus dem Jahr 1979

Vinyl und Videogames: 1978 / Kraftwerk und das G7000

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1978 / Das Model von Kraftwerk / Air-Sea War (Cartridge 4) für Philips G7000

Das Philips G7000 steht in seiner Konsolengeneration meist im Schatten des Atari VCS 2600. Auch wenn die Softwarebibliothek nicht so umfangreich ist wie bei der namhaften Konkurrenz kann der geneigte Spieler mit der Konsole aber aus meiner Sicht sehr viel Spaß haben. Die Hardware erblickte 1978 das Licht der daddelnden Welt und brachte eine gute Basis an Spielen mit an den Start. Das Kombimodul Air-Sea War / Battle oder im Deutschen noch viel einprägsamer mit See- und Luftkrieg / Panzerschlacht betitelt, bietet soliden Ballerspaß für zwei retroaktive Zocker und katapultiert uns zurück in den kalten Krieg, als die Grafik noch grob aufgelöst und die Joysticks labberig waren!

Musikalisch sind Kraftwerk für mich seit frühesten Kindertagen bereits prägende Wegbegleiter gewesen, habe ich sie doch damals schon durch meinen Vater häufig zu hören bekommen. Mit der Singleauskopplung Das Model vom Album Die Mensch-Maschine haben sie es nicht nur in Deutschland in die Charts geschafft, sondern drei Jahre später mit einer englischsprachigen Version sogar im vereinigten Königreich den Popolymp gestürmt und dort Platz eins elektrisiert. Der ikonische Elektrotrack mit dem eingängigen Texten ist musikalisch sicher nicht das spannendste Stück der Bandgeschichte, aber mit Sicherheit das auch heute noch bekannteste. Zahlreiche Coverversionen von Bands wie Rammstein, Die Toten Hosen oder Zoot Woman sind zwar nett, können dem Original aber nicht das Wasser reichen – für mich bleiben Kraftwerk für mich mit diesem Ohrwurm aus dem Jahr 1978 auf ewig im Gedächtnis.

Vinyl und Videogames 1978

Kraftwerk mit dem elektrisierenden Superhit Das Model aus dem Jahr 1978

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.57: Kiste oder Regal?

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Das Sammlen von Videospielen ist schwierig abzuschließen und fühlt sich an, wie ein dauerhafter Prozess von Umstrukturierungen, Verlagerungen und Umschichtungen – mit zocken hat das oftmals nicht mehr viel zu tun!

In den letzten Jahren ist es mir stets wichtig gewesen, möglichst viele Konsolen zugleich am Fernsehgerät angeschlossen zu haben. Es wäre ja gut möglich, dass ich spontan total Lust bekomme, Modul Nummer fünf (Mathematik 1) in den Schacht des Interton VC 4000 zu werfen und ein paar knifflige Hausaufgaben zu lösen. Alternativ hätte ich auch jahrelang die Chance gehabt, jederzeit eine Runde Cybermorph am Atari Jaguar oder die Fratzen des Bösen am Philips CD-I zu daddeln. Auch das Nintendo 64 und das Commodore Amiga CD32 standen zu jeder Tag- und Nachtzeit parat, um mich zu unterhalten und hatten nur darauf gewartet von mir mit Besuchern bei Bier und Chips bespielt zu werden.

Wie sich der geneigte mitlesende Nerd jedoch sicher denken kann, habe ich all diese Systeme natürlich kaum genutzt, obwohl ich sie wirklich für ihre Besonderheiten schätze – bis auf das N64, der Nebelwerfer steht hier tatsächlich nur der Vollständigkeit halber – und habe nun Nägel mit Köpfen gemacht.

Da ich mir zwar sicher bin, auch in Zukunft kaum mit den Konsolen zu zocken, mir aber die Option und Illusion erhalten möchte dies doch irgendwann tun zu können, habe ich eine für mich adäquate Lösung gefunden. Die Konsolen wurden mitsamt des passenden Zubehörs und dem Großteil der Spiele in formschöne Kisten eines schwedischen Wohnalptraums verpackt, die ich in der Sammlung gut stapeln kann und die mir so im Fall der Fälle sofort zur Verfügung stünden. Damit verweilen die famosen Daddelkisten zwar nicht mehr jederzeit spielbereit unter dem TV-Empfangsgerät, machen aber Platz für anderen sinnlosen Kram, YEAH!

N64 und Interton VC4000

PIXELKITSCH RETROFLASH 209: Miniatureisenbahnen und Tele-Spiele

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

Flash-Emblem

Modelbahnen gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Sammelgebieten, obwohl ich als Kind stolzer Besitzer einer kleinen Anlage der Spur N gewesen bin. In einem Trödelladen habe ich aber aus reiner Neugierde kürzlich einen Blick in eine Ausgabe des offenbar bei Kleinbahnern nicht ganz unbekannte Magazins Miniaturbahnen geworfen.

Miniaturbahnen Heft

Zu meiner Überraschung habe ich beim schnellen Durchblättern der Ausgabe Nummer vier des Jahres 1975 einen kurzen Bericht über ein Philips Tele-Spiel entdeckt. Offenbar handelt es sich hier einen Prototypen oder zumindest eine Gehäusevariante eines PONG-Klons, der so nicht in den Handel gekommen ist. Die Autoren scheinen sichtlich Freude am Bildschirm-Federball gehabt zu haben und sind im Artikel voll des Lobes für das damals 150 DM teure Fernsehunterhaltungs-System für das heimische Wohnzimmer. Laut Artikel sollte das System damals übrigens erweiterbar gewesen sein, zusätzliche Spiele sollten dann 25 deutsche Mark gekostet haben, meines Wissens nach ist das so nicht umgesetzt worden. Wer möchte, kann das komplette Heft beim Verlag bis heute erwerben, wenn auch nur in digitaler Form als eBook oder einfach schnell einen Blick in den Artikel auf der Webseite Bundesrepublik Pong werfen.

Tele-Spiel von Philips

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.25: Cola, Cartridges und Kollegen

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Es gibt viele Konsolen mit denen man gesellige Zockabende verbindet, das Philips G7000 findet jedoch selten Erwähnung. Auch ohne Bomberman, Mario Kart und Goldeneye lässt es sich auf der Konsole mit Heimcomputer-Anmutung dennoch ganz vortrefflich in Gesellschaft zocken. Mit einem Kumpel, Cola und Knabberkram habe ich einen G7000-Abend durchgezockt und hier ein paar kleine Highlights für die Philips-Konsole zum nachspielen für euch zusammen gefasst:

01 Autorennen
Aus der Draufsicht weichen wir abwechselnd entgegen kommenden Fahrzeugen aus und versuchen im Zeitlimit möglichst wenige Unfälle zu bauen. Im zweiten Spielmodus beharken wir uns zu zweit gleichzeitig wie bei Micro Machines und weisen freuen uns über häufige Crashs. Defintiv trotz simpler Technik eines der besseren G7000-Spiele!
04 See- und Luftkrieg / Panzerschlacht
Grandiose Duelle im Zweispielermodus mit Luft-Seekämpfen und einem netten Combat-Klon. Ebenfalls eines der zwar simpleren aber besser zu spielenden Spiele für das graue System.
06 Bowling / Basketball
Beim Bowling langweilen wir uns sieben Würfe lang über ödes Gameplay und geben schnell der Korbleger-Simulation den Vorzug. Hier ist die Freude über alberne Ballphysik und mangelnde Ballwechsel riesig, spielerisch ist das aber ziemlich mau!
08 Baseball
Ebenfalls eine positive Überraschung ist das adäquat umgesetzte Baseball, das mit erstaunlich korrekten Baseballregeln überzeugt. Dank meines Kumpels, der das Regelwerk beherrscht auch eine grandiose Bereicherung der G7000-Sammlung!
14 Revolverhelden
Sehr spaßiges Duellspiel mit herrlich hampeligen Animationen der Spielersprites. Spielt sich ebenfalls ein wenig wie ein buntes Combat im Westernsetting.
20 Burgenschlacht
Auf gewisse Art und Weise kann die extrem primitve Steinschleuderschlacht tatsächlich Spaß machen. Mit nur einer Stickbewegung den Gegner zu plätten bringt einfach Laune.
38 Supermampfer
Sehr nett gemachter Pac-Man-Klon der zumindest die Heimversion auf dem Atari 2600 auf jeden Fall alt aussehen lässt. Grafisch und spielerisch sehr schön inszeniert und präzise zu steuern. Leider jedoch nicht zu zweit, bzw. nur abwechselnd zu spielen und deshalb nur bedingt Multiplayer-tauglich.

Sind mir eventuell bislang Highlights entgangen? Was sollte ich noch unbedingt mal anspielen? Ich freue mich auf Anregungen! 🙂

G7000