Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.31: Retron 5

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Das Schimpfwort Retro fasst heuer viele Begrifflichkeiten zusammen und steht doch immer für ein Gefühl von Vetrautheit und Vergangenheit. Im Videospielsegment wird allgemein betrachtet alles als retro bezeichnet, was aktuell nicht mehr in Geschäften der ersten Hand erhältlich ist, das kann also mit etwas Flexibilität auch schon die XBOX der ersten Generation sein. Die Firma Hyperkin versteht unter retro offenbar vor allem die Acht- und 16-Bitter aus dem Hause SEGA und Nintendo. Seit einigen Jahren schon versorgen sie den wachsenden Markt des Retrogaming mit nachgebauten Konsolen zum Abspielen von Mega Drive, SNES und vor allem NES-Spielen. Die Gerätschaften waren in der Vergangenheit mal besser und mal schlechter verarbeitet, kamen jedoch zu keinem Zeitpunkt an die Originalkonsolen heran. Der aktuelle Hardwaremutant Retron 5 versucht nun ebenfalls die Herzen der Gamer zu erobern und macht dabei vieles richtig. Ich selber bin seit kurzem auch auf der dunklen Seite des Mondes zu Hause und erfreue mich mit wachsender Begeisterung an der Konsole. Der Trümmer vereint Modulslots für NES, Famicom, SNES, Mega Drive, Game Boy, Game Boy Color und Game Boy Advance Spiele und deren passende original Controller unter einem knirschenden Plastikdach und spendiert dem TV-Bildschirm ein glasklares HD-Signal. Die Spiele werden von der PC-nahen Architektur ausgelesen und dann als Emulation abgespielt, die Module werden als Dongle weiter benötigt. Spielstände können munter zwischen Konsole und Cartridges hin und her kopiert und Screenshots angefertigt werden. Mitgeliefert wird zudem ein recht klobiger Controller der alle Funktionen direkt abdeckt, die originalen Eingabegeräte können jedoch ebenfalls genutzt werden. Ein paar Spiele verweigern leider die Zusammenarbeit mit dem Gerät, insgesamt funktionieren jedoch die meisten Spiele problemlos und profitieren von der Möglichkeit Scanlines hinzuzufügen, Sprachpatches für Importe zu nutzen und Ländernormen zu umgehen. Der kürzlich angekündigte Game Gear Adapter und die Kompatiblität mit dem Master System Adapter für das Mega Drive runden für mich das bisher positive Gesamtbild ab. Probleme bereiten jedoch Adapter wie das Mega CD, der Super Game Boy oder das 32X, diese können allesamt nicht genutzt werden. Etwas robuster hätte das Gerät zudem gerne sein dürfen, beim Herausziehen der Module knarzt die Konsole manchmal sehr bedenklich und auch der kabellose Controller ist zwar für ein paar Minuten okay, dürfte aber nicht der langlebigste sein. Für rund 150 Euro erhält der geneigte Spieler also ein aus meiner Sicht wirklich überzeugendes Retropaket das zumindest bei mir für etwas Ordnung sorgt und die originalen Konsolen aus Platzgrünen für´s Erste in die Verpackungen im Archiv verbannt. Zumindest ausprobieren sollte jeder das Gerät mal, eventuell lassen sich beim Antesten sogar Kritiker überzeugen, zumindest meine anfängliche Skepsis hat sich bisher nicht aufrecht halten lassen.

Retron 5

PIXELKITSCH RETROFLASH 146: RetroN 5 US-Release

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

NEWSFLASH-EMBLEM

Da ich mich generell für jede Form kopierter Konsolen begeistern kann, habe ich auch den oft verschobenen Release des RetroN 5 mit Freude erwartet. Nun ist der Konsolentraum in knarzigem Plastik endlich auf dem amerikanischen Markt erhältlich und erste Reviews machen im Netz die Runde. Dass es nicht die Wolle legende Eiermilchsau geworden ist, die Hersteller Hyperkin im Vorfeld versprochen hat, überrascht mich wenig, aber ein paar Schnitzer weniger wären schon nett gewesen. So bietet das Gerät zwar die Möglichkeit Mega Drive, SNES, NES, Game Boy, Game Boy Color und Game Boy Advance zu zocken, macht jedoch bei einigen Spielen Ausnahmen. So werden offenbar vor allem ausgerechnet in der Klonkonsole einige inoffizielle Releases nicht erkannt und die Speicherfunktion über die Spielstände auf den Modulen scheint einige Macken zu haben. Dazu kommt, dass nur noch ein Anschluss über HDMI an moderne Fernseher vorgesehen ist, das Zocken von Lightgun-Spielen fällt somit flach. Dennoch bietet die Hardware auch Vorteile, vereint sie doch die Modulschächte einiger Konsolen in sich und kann auch mit einigen Rafinessen der gepflegten Emulation aufwarten. Ich empfehle auf jeden Fall mal einen Blick in das Testvideo von Pat the NES-Punk, hier bleiben eigentlich nur wenige Fragen offen.
Sollte sich das Gerät mal zu einem guten Kurs nach Europa wagen, werde ich aber sicherlich auch ein Auge auf das Monstrum werfen! 🙂