SEGA Achtbit auf dem RETRON 5

Schon seit einiger Zeit ist bei mir das Retron 5 in Betrieb und ich bin im Gegensatz zu vielen anderen Nutzern sehr zufrieden damit. Die meisten Spiele werden unterstützt und das System läuft sehr stabil. Auch für Master System-Spiele über den Adapter aus dem Hause SEGA habe ich die Multikonsole in der Vergangenheit problemlos genutzt.

Nun haben die Entwickler bei Hyperkin endlich gehalten, was sie schon lange verspochen haben, der 3-in-1 Adapter für Master System-, SEGA Card- und Game Gear-Spiele ist erschienen und auch in meinem Archiv seit kurzem vorhanden. Der Adapter hat zur Einführung gut sechzig Euro gekostet, bereits jetzt ist der Preis aber bereits gestiegen. Offenbar wurde das Zubehörteil nur in geringer Auflage produziert. Der Adapter macht einen soliden Eindruck, die Modulslots sind weniger eng als in der Konsole selber, bei der sich die Module manchmal weigern, den Slot wieder zu verlassen. Leider ist der Adapter recht hoch, wer seine Konsole also in einem Schrank stehen hat und ein Master System-Modul aufstecken möchte, stöft wie ich eventuell an die räumlichen Grenzen des Möbels. Beim Test liefen die Master System-Spiele bereits absolut problemlos, für die Nutzung des Game Gear- Features ist ein Update der Konsole auf die aktuelle Systemsoftware erforderlich. Diese Softwareversion habe ich leider noch nicht auf der Hardware, freue mich aber bereits, in den nächsten Tagen dann auch portable SEGA-Spiele auf dem heimischen TV zocken zu können.

RETRON 5 Game Gear und Master System Adapter

Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.31: Retron 5

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Das Schimpfwort Retro fasst heuer viele Begrifflichkeiten zusammen und steht doch immer für ein Gefühl von Vetrautheit und Vergangenheit. Im Videospielsegment wird allgemein betrachtet alles als retro bezeichnet, was aktuell nicht mehr in Geschäften der ersten Hand erhältlich ist, das kann also mit etwas Flexibilität auch schon die XBOX der ersten Generation sein. Die Firma Hyperkin versteht unter retro offenbar vor allem die Acht- und 16-Bitter aus dem Hause SEGA und Nintendo. Seit einigen Jahren schon versorgen sie den wachsenden Markt des Retrogaming mit nachgebauten Konsolen zum Abspielen von Mega Drive, SNES und vor allem NES-Spielen. Die Gerätschaften waren in der Vergangenheit mal besser und mal schlechter verarbeitet, kamen jedoch zu keinem Zeitpunkt an die Originalkonsolen heran. Der aktuelle Hardwaremutant Retron 5 versucht nun ebenfalls die Herzen der Gamer zu erobern und macht dabei vieles richtig. Ich selber bin seit kurzem auch auf der dunklen Seite des Mondes zu Hause und erfreue mich mit wachsender Begeisterung an der Konsole. Der Trümmer vereint Modulslots für NES, Famicom, SNES, Mega Drive, Game Boy, Game Boy Color und Game Boy Advance Spiele und deren passende original Controller unter einem knirschenden Plastikdach und spendiert dem TV-Bildschirm ein glasklares HD-Signal. Die Spiele werden von der PC-nahen Architektur ausgelesen und dann als Emulation abgespielt, die Module werden als Dongle weiter benötigt. Spielstände können munter zwischen Konsole und Cartridges hin und her kopiert und Screenshots angefertigt werden. Mitgeliefert wird zudem ein recht klobiger Controller der alle Funktionen direkt abdeckt, die originalen Eingabegeräte können jedoch ebenfalls genutzt werden. Ein paar Spiele verweigern leider die Zusammenarbeit mit dem Gerät, insgesamt funktionieren jedoch die meisten Spiele problemlos und profitieren von der Möglichkeit Scanlines hinzuzufügen, Sprachpatches für Importe zu nutzen und Ländernormen zu umgehen. Der kürzlich angekündigte Game Gear Adapter und die Kompatiblität mit dem Master System Adapter für das Mega Drive runden für mich das bisher positive Gesamtbild ab. Probleme bereiten jedoch Adapter wie das Mega CD, der Super Game Boy oder das 32X, diese können allesamt nicht genutzt werden. Etwas robuster hätte das Gerät zudem gerne sein dürfen, beim Herausziehen der Module knarzt die Konsole manchmal sehr bedenklich und auch der kabellose Controller ist zwar für ein paar Minuten okay, dürfte aber nicht der langlebigste sein. Für rund 150 Euro erhält der geneigte Spieler also ein aus meiner Sicht wirklich überzeugendes Retropaket das zumindest bei mir für etwas Ordnung sorgt und die originalen Konsolen aus Platzgrünen für´s Erste in die Verpackungen im Archiv verbannt. Zumindest ausprobieren sollte jeder das Gerät mal, eventuell lassen sich beim Antesten sogar Kritiker überzeugen, zumindest meine anfängliche Skepsis hat sich bisher nicht aufrecht halten lassen.

Retron 5