Happy Birthday: SEGA Dreamcast

Auf den Tag genau wird SEGAs Abschiedskonsole aus dem Hardware-Markt heute bereits 20 Jahre alt. Der/die/das Dreamcast wurde mit vielen Hoffnungen für den Igel-Konzern am 27ten November 1998 in Japan veröffentlicht. Als Nachfolger zum im Westen vermeintlich nur semi erfolgreichen Saturn kam die Dreamcast gut ein Jahr später im Oktober 1999 auch zu uns nach Deutschland.

Ich selber war damals als treuer Anhänger des Saturns eher skeptisch und habe die schnieke 128 Bit-Konsole nicht direkt gekauft. Zu seltsam fand ich bereits damals den Controller mit seinem schlecht platzierten Kabel, zu unattraktiv die neumodische 3D-Welle und zu teuer ist mir der ungewisse Schritt in SEGAs Zukunft gewesen. Zu Weihnachten 1999 habe ich die Traumkonsole jedoch über die Festtage geliehen bekommen und konnte mich zumindest in Teilen mit Blue Stinger und Sonic Adventure anfreunden. So richtig sprang der Funke bei mir aber erst mit dem Release des brachialen Schlachtfestes Sword Of The Berserk: Gut’s Rage über. Erst der Animeslasher im Polygonlook sorgte dafür, dass ich mir die Dreamcast ins Wohnzimmer holte und erfreute mich später ausgiebig an Worms, Virtua Fighter 3tb und Jet Set Radio.

Auch wenn sich SEGA mit der Dreamcast aus dem Markt der Konsolenhardware verabschieden musste, ist das Gerät doch ein interessantes und wegweisendes Experiment mit fantastischem Zubehör wie dem Angelcontroller, Modem und den Samba de Amigo-Rasseln gewesen. Spiele wie Crazy Taxi, Shen Mue oder Soul Calibur werden ewig mit der Konsole verknüpft bleiben und zaubern vielen Zockern bis heute ein Lächeln ins Gesicht.

Vielen Dank SEGA für die Dreamcast, es hat anscheinend einfach nicht sollen sein…

SEGA Dreamcast

RetroGamer Mega Drive-Sonderheft

In meiner letzten Liebeserklärung an das Mega Drive habe ich anlässlich des dreißigsten Geburtstages bereits ausführlich meine Beziehung zu der 16 Bit-Konsole aus dem Hause SEGA kundgetan.

Auch andere Medien ließen es sich natürlich nicht nehmen, dem Geburtstagskind zum Jubiläum zu gratulieren. Bereits im Sommer hat sich in seiner Ausgabe 182 auch das britische Magazin Retro Gamer dem schwarzen Tausendsassa ausführlich gewidmet. Neben einem längeren Artikel im Magazin mit Kurzinterviews liegen auch ein Sonderheft sowie ein Stickerbogen bei, die der Konsole Ehrerbietung erweisen sollen.

Der Artikel im Heft ist wenig spannend und bringt nur wenig Erhellendes mit sich und auch das Sonderheft glänzt nicht unbedingt mit Neuigkeiten. Im A5 großen Extrablatt werden 30 Spiele aus verschiedenen Genres vorgestellt, die nach Meinung der Redaktion das System definiert haben. Über die Auswahl kann sicher gestritten werden, das Heft ist aber eine flott zu lesende Ergänzung und sicher eine nette Lektüre für den Gang auf das stille Örtchen. Etwas besser gefällt mir da noch der Stickerbogen, der mit einigem Sprites aus der umfangreichen Mega Drive-Bibliothek daherkommt und sich gut an Kühlschränken oder Zockerbudentürchen verkleben lässt – mit einem besseren Arrangement hätten sich auf dem Bogen aber noch deutlich mehr Aufkleber platzieren lassen.

Im britischen Webshop des Verlages ist die Ausgabe leider inzwischen ausverkauft, antiquarisch sollte sie sich aber noch finden lassen.

Meg Drive Retrogamer-Special

SEGA Mega Drive – Liebeserklärung vol.8

Unnütze Hardware ist hin und wieder schön und gut. Am liebsten nutze aber auch ich die wirklich schönen Dinge der Videospielwelt. Deshalb stelle ich euch in der PIXELKITSCH Liebeserklärung hin und wieder Hard- oder Software vor, die mir wirklich ans Herz gewachsen ist.

Herz Emblem

Mein liebes Mega Drive,

am 29. Oktober 1988 erblicktest du im Land der aufgehenden Sonne das Licht der videoverspielten Welt und hast auch uns Europäer zwei Jahre später mit deinem schwarzen Gehäuse beglückt. Zum ersten mal sahen wir uns bei Woolworth auf der Wilmersdorfer Straße in Berlin, wo du den mäßigen Tetris-Klon BlockOut zum Besten geben musstest. Als Nachfolger zum vor allem in Europa und Brasilien erfolgreichen Master System und in Konkurenz zum NES und der PC Engine hattest du es nicht ganz leicht als neumodisches 16 Bit-Heimvideospielsystem. Dein Herzschlag wurde bestimmt vom MC 68000 und deine Stimme bekam seinen wundervollen Klang vom druckvollen Yamaha YM 2612. Deine Nähe zum Master System manifestierte sich mit der sekundären Nutzung des Zilog Z80 und ermöglichte es uns Spielern, per Adapter auch die umfangreiche Softwarebibliothek deines Urahns mit dir zusammen zu nutzen.


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PIXELKITSCH RETROFLASH 227: DisneyQuest

Unter dem Motto in der Kürze liegt die Würze, gibt es unter der Rubrik RETROFLASH ab und an kleine Kurzmeldungen wie Videofundstücke, Bilder oder ähnliches für die es sich nicht lohnen würde, einen ellenlangen Artikel in die Tasten zu hauen!

Flash-Emblem

Der weltweit agierende Disneykonzern hat in seiner Firmenhistorie schon viele Konzepte zur Massenunterhaltung entwickelt, getestet, erfolgreich gemacht und vor die Wand gefahren. Die zahlreichen Parks des Konzern mussten dabei immer wieder als Testgelänge für die Neuentwicklungen herhalten und haben zahllose Attraktionen kommen und gehen gesehen.

Der sehr sehenswerte Youtube-Kanal Defunctland befasst sich thematisch mit den gescheiterten Projekten des Maus-Konzerns und hat sich in der aktuellen Episode den Arcades von Disney gewidmet. Unter dem Namen DisneyQuest wurden je eine der Spielhallen in Disney World und in der Innenstadt von Chicago installiert, beide mit einem sehr ähnlichen, auf Virtual Reality basierenden Konzept. Was die beiden monströsen Hallen zu bieten hatten und wie sie scheiterten, fasst Kevin Perjurer hier im Video gewohnt ruhig und sachlich, aber zugleich unterhaltsam und fundiert zusammen.

Slider aka Skweek / PIXELQUICKIE vol.39

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Slider/Skweek – Game Gear – 1991 – Loriciel/Victor

Was 1989 auf Heimcomputern mit dem bizarr aussehenden Fellknäuel Skweek in Frankreich begann, wanderte als verniedlichte Form nach Japan und wieder zurück in den Westen mit einem aggressiv dreinblickenden Critterverschnitt in sonnigem Zitronengelb, der für die verwirrten Europäer und Amis trotz seiner ohnehin westlichen Herkunft in Slider umbenannt wurde. Auf dem Lynx durfte das Spiel im selben Jahr weiterhin seinen ursprünglichen Namen Super Skweek (tatsächlich die Fortsetzung von Skweek) behalten, eventuell gab es hier lizenzrechtliche Probleme.

Das Spiel stammt ursprünglich aus dem Hause Loriciel und wurde auf zahlreichen Systemen um- und fortgesetzt, vertrieben wurde es ursprünglich von Infogrames. Die kompakte Game Gear-Version erblickte 1991 das Licht der pixeligen Welt und wurde in Japan von der Firma Victor Musical Industries für das energiehungrige SEGA-Handheld umgesetzt und auch die PC-Engine bekam einen Port spendiert.

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