Vinyl und Videogames: 1981 / Neue Deutsche Invasorenwelle

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1981 / Blumen und Narzissen von Andreas Dorau und die Marinas / Twinvader 3

Für Zocker im heimischen Wohnzimmer, in Spielhallen und unterwegs boten die frühen Achtziger viel Vergnügen fürs zumeist schmale Taschengeld. Das LED-Spiel Twinvader 3 aus dem Hause Actronics ist ein recht simpler Klon von – Achtung, es wird überraschend – Space Invaders, macht aber am Strand des örtlichen Baggerlochs. Ich habe dieses mobile Acardecabinet zwar erst vor ein paar Jahren erstanden, halte es aber durchaus für exemplarisch für viele weitere LED-Spiele seiner Zeit und hole es auch dieser Tage hin und wieder gerne für eine schnelle Runde aus dem Archiv.

Musikalisch begleitet mich seit frühesten Tagen die Musik des begnadeten Andreas Dorau, der mit dem 1981er-Album Blumen und Narzissen ein echtes Hitpaket veröffentlichte. Der Gassenhauer Fred vom Jupiter war ein Lieblingslied meiner Kindheit und sollte auch im Rahmen der zu Tode gerittenen Neuen Deutschen Welle dem einen oder anderen Radiohörer ein Begriff sein. Neben diesem Überhit bietet das Album noch viele weitere spannende Kompositionen und zeigte bereits, dass im damals erst 17 Jahre jungen Dorau Potenzial für eine mehr oder minder große Karriere steckte. Bis heute veröffentlichte das Multitalent 9 weitere Alben, von denen aber bis auf 70 Minuten ungeklärte Herkunft von 1997 keines mehr an den Erfolg des Erstlings anknüpfen konnte. Mir hat die Mischung aus verkitschtem Schlager, verspieltem Humor und zeitgemäßer Elektronik bei Andreas Dorau immer ausgenommen gut gefallen.

So, ich muss jetzt los, Batterien für Twinvader 3 kaufen und an meiner Rakete zum Jupiter weiter arbeiten um Fred abzuholen!

Vinyl und Videogames 1981

Da auch das dazugehörige Video von Andreas Doraus Hitsingle Fred vom Jupiter sehr sehenswert ist, soll dieses hier natürlich nicht unterschlagen werden:

Vinyl und Videogames: 1980 / Jazzy Winterfunk

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1980 / 1980 von Gil Scott-Heron & Brian Jackson / Skiing für Intellivision

Für das Jahr 1980 hat meine Softwarebibliothek abseits des Atari VCS 2600 nur wenig Material hergegeben. Für das Intellivision fiel mir jedoch Skiing in die Hand und soll hier exemplarisch für viele tolle Spiele für die Konsole aus dem Hause Mattel stehen, die ich nie gespielt habe. Die Games befinden sich seit gut zwanzig Jahren in meinem Besitz und die passende Hardware besitze ich seit nunmehr beinahe 10 Jahren. Leider jedoch hat die Konsole schon seit Erwerb auf dem Trödelmarkt einen für mich nicht zu behebenden Defekt und die Spiele sind dadurch kaum spielbar. Lange hatte ich mich auf Sessions mit dem Intellivision gefreut und lebe seither mit der Ernüchterung, eventuell noch weitere Jahre auf den Spielgenuss an einer technisch großartigen Konsole verzichten zu müssen. Somit steht ein Spiel von 1980 als Beispiel für eine lange Zeit des Wartens, die mich eher motiviert, als ernüchtert.

Nicht übermäßig kreativ fällt der Albumtitel meines Vinyls für das Jahr 1980 aus. Das fantastische 1980 von Gil Scott-Heron und Brian Jackson begeistert mit einer melodiösen Mischung aus Soul, Funk und Jazz. Der Keyboarder Jackson und Sänger Scott-Heron haben einen im wahrsten Sinne des Wortes runden Tonträger abgeliefert, der mit seinen fast schon poppigen Arrangements gefällig klingt, aber mit der Stimme von Gilbert Scott-Heron auch schlicht gut ins Ohr geht. Eventuell ist es ein wenig der Unbeschwertheit des Albums geschuldet, dass 1980 bei mir viel zu selten auf dem Plattenteller landet – ein Umstand, den ich im Rahmen dieses kurzen Textes immerhin kurzzeitig wieder beheben konnte.

Vinyl und Videogames 1980

1980 von Gil-Scott-Heron und Brian Jackson aus dem Jahr …Achtung, Tusch… 1980!

Vinyl und Videogames: 1979 / Revolverhelden und Madness

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1979 / One step beyond von Madness / Gunfighter (Cartridge 14) für Philips G7000

Bereits für das Jahr 1978 musste in dieser kleinen Reihe ein G7000-Spiel als Gedächtnisstütze herhalten und auch 1979 darf die Philips-Konsole noch nicht im Schrank verschwinden. Spiele dieser Ära waren oft eher simpel gestrickt und auch das vorliegende Modul Nummer 14, welches auch als Revolverhelden oder Gunfighter bekannt ist, glänzt nicht unbedingt mit großer Finesse. Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Klon von Ataris Combat im Western-Ambiente mit hübscherer Grafik. Da mich Spiele im wilden Westen thematisch eigentlich immer abholen, hat auch dieser unscheinbare Titel hier eine Erwähnung verdient. Als Cowboy duellieren wir uns mit einem schießwütigen Desperado (gesteuert vom eigenen Bruder, besten Kumpel oder Nachbarsjungen) und freuen uns über wirklich gelungene Animationen und simple Spielmechanik. Klar bringt das Spiel keine wirklichen Innovationen mit sich, das Western-Ambiente ist aber gut gelungen und lädt auch heute noch bei Feuerwasser und Patronen zur geselligen Multiplayerpartie ein.

Mit ihrem Debütalbum One step beyond schafften es die Briten von Madness direkt in die höchsten Sphären der weltweiten Charts, kamen bei uns immerhin auf Platz 14, landeten jedoch auch zu Hause nicht auf Platz eins, sondern mussten sich dort mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Die gleichnamige Hitsingle kommt ohne Vocals aus, alleine das gesprochene Intro sorgt aber meist schon für den nötigen Wiedererkennungswert des treibenden Stücks. Ich habe generell wenig Berührungspunkte mit Ska oder 2-tone, die wirklich großen Bands der Szene gehen meist an mir vorrüber, in der Regel höre ich den Sound nur bei lokalen Bands hin und wieder gerne. Dem eingängigen Popappeal von Madness konnte ich mich jedoch nie entziehen und freue mich bis heute immer, wenn ich die Worte „Hey you, don’t watch that, watch this, This is the heavy heavy monster sound…“ höre!

Vinyl und Videogames 1979

On step beyond von den britischen Ska-Urgesteinen Madness aus dem Jahr 1979

Vinyl und Videogames: 1978 / Kraftwerk und das G7000

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1978 / Das Model von Kraftwerk / Air-Sea War (Cartridge 4) für Philips G7000

Das Philips G7000 steht in seiner Konsolengeneration meist im Schatten des Atari VCS 2600. Auch wenn die Softwarebibliothek nicht so umfangreich ist wie bei der namhaften Konkurrenz kann der geneigte Spieler mit der Konsole aber aus meiner Sicht sehr viel Spaß haben. Die Hardware erblickte 1978 das Licht der daddelnden Welt und brachte eine gute Basis an Spielen mit an den Start. Das Kombimodul Air-Sea War / Battle oder im Deutschen noch viel einprägsamer mit See- und Luftkrieg / Panzerschlacht betitelt, bietet soliden Ballerspaß für zwei retroaktive Zocker und katapultiert uns zurück in den kalten Krieg, als die Grafik noch grob aufgelöst und die Joysticks labberig waren!

Musikalisch sind Kraftwerk für mich seit frühesten Kindertagen bereits prägende Wegbegleiter gewesen, habe ich sie doch damals schon durch meinen Vater häufig zu hören bekommen. Mit der Singleauskopplung Das Model vom Album Die Mensch-Maschine haben sie es nicht nur in Deutschland in die Charts geschafft, sondern drei Jahre später mit einer englischsprachigen Version sogar im vereinigten Königreich den Popolymp gestürmt und dort Platz eins elektrisiert. Der ikonische Elektrotrack mit dem eingängigen Texten ist musikalisch sicher nicht das spannendste Stück der Bandgeschichte, aber mit Sicherheit das auch heute noch bekannteste. Zahlreiche Coverversionen von Bands wie Rammstein, Die Toten Hosen oder Zoot Woman sind zwar nett, können dem Original aber nicht das Wasser reichen – für mich bleiben Kraftwerk für mich mit diesem Ohrwurm aus dem Jahr 1978 auf ewig im Gedächtnis.

Vinyl und Videogames 1978

Kraftwerk mit dem elektrisierenden Superhit Das Model aus dem Jahr 1978

Vinyl und Videogames: 1977

Videospiele und Musik sind faszinierende Zeitkapseln. In dieser Rubrik stelle ich kurz und knapp in chronologischer Reihenfolge ein Videospiel und ein Musikmedium vor, die ich persönlich mit dem Jahr ihres Releases verbinde – irgendwie sentimental, manchmal schräg, aber stets pixelig und kitschig!

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1977 / It´s a damn shame von Johnny Guitar Watson /  Combat für Atari VCS 2600

Der Release des Atari VCS 2600 im Jahr 1977 dürfte für die gesamte Videospielbranche ein Meilenstein gewesen sein. Viele Zocker haben ihre ersten Schritte auf dem holzverzierten Heimsystem von Atari getätigt und mit Pitfall, Breakout, Space Invaders oder Combat ihren Weg in die verspielte Gegenwart gepflastert.

Das zuletzt genannte Combat ist sicherlich keine spielerische Offenbarung mehr aus heutiger Sicht, dürfte für viele aber der Erstkontakt mit dem Atarijoystick gewesen sein. Das Spiel lag der Konsole in den ersten Jahren bei und begeistert bis heute mit einfacher Zugänglichkeit. Sich mit einem Kumpel bei Bier und Chips im Panzer oder Flugzeug auf die Nerven zu gehen, ist ein zeitloser Zeitvertreib, der auch heuer noch Beleidigungen im Minutentakt und schadenfrohen Spielspaß provoziert!

Musikalisch ist bei mir vor allem der großartige Johnny Guitar Watson im Jahr 1977 hängen geblieben, dessen Singleauskopplung It´s a damn shame mein Erstkontakt mit seiner Interpretation von Funk und Blues gewesen ist. Watson experimentierte viel mit Funk, Soul und sogar Rap herum und fand so seinen eigenen Stil mit einer Art Westküsten-Rythm´n Blues. 1996 verstarb der Musiker bei einem Konzert im japanischen Yokohama an Herzversagen auf offener Bühne.

It´s a damn shame ist zwar nicht sein größter Hit gewesen – das dürfte im Nachhinein betrachtet wohl A real mother for ya darstellen – aber bis heute verknüpfe ich den entspannten Funktune mit Mister Watson und entsprechend auch mit dem funky Atari-Jahr 1977.

Vinyl und Videogames 1977

Johnny Guitar Watson – It´s a damn shame