Selbstgespräche eines Spielejunkies vol.50: Bit-90

Im Selbstgespräch gebe ich meinen Kommentar zu mehr oder weniger Videospiel relevanten Themen ab und lasse mich gerne auch mal zur Meinungsmache hinreißen. Über eure Meinung zu den Themen freue ich mich natürlich auch!

Heimcomputer sind bis auf wenige Ausnahmen eigentlich nicht mein Sammelgebiet und erst recht nicht mein Spielplatz. Ab und an hole ich mir aus verschieden Gründen aber dennoch einen alten Rechenknecht nach Hause – Nostalgie, Design, Spielebibliotheken oder besondere Merkmale verleiten mich gelegentlich zum Kauf eines solchen neuzeitlichen Abakus.

Vor ein paar Tagen durfte ein kleiner Exot Einzug in mein Archiv halten, der mit einem besonderen Merkmal bei mir punkten konnte. Der Bit-90 der Firma Bit Corporation aus Taiwan ist mit seiner Gummitastatur, der geringen Verbreitung in Deutschland und seinem 18kb kleinen Speicher zwar sicher keine bekannte Größe, aber für mich durchaus interessant. Das Gerät mit Z80A-Prozessor bietet die Möglichkeit Colecovision-Spiele zu verarbeiten und da mir die Konsole bislang fehlt, ich aber seit fast zwanzig Jahren einen Stapel Spiele für die Hardware besitze, durfte der Bit-90 bei mir Unterschlupf finden.

Der Bit-90 erschien 1984 und wurde in verschiedenen Gehäusevarianten veröffentlicht, die mir vorliegende Version in Alu-Look gefällt mir persönlich sehr gut. Die Tastatur mit dunkelgrünen Gummitasten ist überraschend stabil und bietet angenehme Druckpunkte. Insgesamt ist die Verarbeitung des Rechners bis auf einen sehr sensiblen Power-Schalter relativ solide. Serienmäßig bietet das Gerät einen Modulslot für Colecovision-Spiele und kann per Adapter auch Atari VCS 2600-Module verarbeiten. Im Lieferumfang enthalten ist ein Netzteil, ein deutschsprachiges Handbuch, ein Antennenkabel, sowie ein Videokabel mit integriertem Anschluss für eine seperat erhältliche Datasette. Plug and Play wurde hier also bereits 1984 praktiziert, die Taiwaner haben damit also schon früh in den Achtzigern echten Kundenservice praktiziert.

Da für mich die Eigenschaften als Computer eher zweitrangig sind, habe ich mich in erster Linie dem Modulslot für Coleco-Spiele gewidmet. Der Slot ist stabil verarbeitet und schluckt die Module ohne viel Widerstand. Ein gutes Dutzend Spiele habe ich am Gerät getestet und alle Cartridges wurden zunächst erkannt und bis zum ersten Menü geladen. Leider jedoch scheint das Gerät arge Kompatiblitätsprobleme zu haben, wenn es darum geht die Spiele korrekt zu starten. Bis auf Donkey Kong und Donkey Kong Junior ist kein einziges Spiel vollständig korrekt geladen worden. Antarctic Adventure lässt nach dem Titelscreen die Farben vermissen, Cabbage Patch Kids kommt über den Titel nicht hinaus und Omega Race krankt daran, dass die Hardware offenbar keinen zweiten Actionbutton des Original Controllers unterstützt. Das von mir benutzte Mega Drive-Pad wurde über den 9-poligen Stecker zwar erkannt, allerdings kann nur einer der Button aktiviert werden. Bei Donkey Kong ist dies kein Problem, bei anderen Spielen jedoch bereitet dies große Schwierigkeiten. Da aber kaum Spiele vom Gerät korrekt ausgelesen werden – ca. 70% meiner Module kommen über den ersten Screen garnicht hinaus – ist dieser beklagenswerte Umstand eigentlich auch beinahe irrelevant.

Was bleibt ist ein kompakter Heimcomputer, der bei mir mit dem einzig spannenden Feature leider nicht überzeugen kann weil es schlicht nicht gut funktioniert. Die Idee hinter dem Rechner ist durchaus lobenswert, ich werde mich jedoch wohl weiter nach einem ausgewachsenen Colecovision umschauen und in der Zwischenzeit immerhin einen tollen Konsolenport von Donkey Kong auf dem Bit-90 genießen.

Bit 90

G-LOC Air Battle / PIXELQUICKIE vol.33

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Wenn über gute Heimumsetzungen klassischer SEGA-Automaten gesprochen wird, findet G-LOC Air Battle eher selten Erwähnung. Unter der Leitung von Yu Suzuki wurde der inoffizielle Nachfolger zu After Burner 2 von AM2 entwickelt und 1990 in die Spielhallen gebracht. Konvertierungen folgten ab 1991 für diverse Heimcomputer und natürlich auch die damals obligatorischen, hauseigenen SEGA-Konsolen Mega Drive, Master System und Game Gear.

Ich selber habe die Mega Drive-Version nie besessen, generell genießen die Heimumsetzungen des Spieles jedoch nicht den besten Ruf. Dennoch hatte ich als Kind überraschend viel Freude an der Game Gear-Fassung des Fliegerspaßes und werfe nun einen Blick zurück nach vorn auf die portable Version und die für den heimischen 8Bit Flugzeugträger Master System.

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AMIDAR / PIXELQUICKIE vol.24

In der Rubrik Pixelquickies gibt es in unregelmäßigen Abständen kleine Genre-übergreifende Spieletipps auf verschiedenen Plattformen für den kleinen Geldbeutel.

Schon seit vielen Jahren hatte ich mit dem Kauf von Amidar geliebäugelt. Nicht, weil ich sonderlich viel Gutes vom Spiel gehört hätte (eigentlich hört man von dem Spiel ohnehin nie irgendwas), sondern weil ich das Artwork der tollen silberfarbenen Parker-Verpackung unfassbar gut fand. Das Artwork changiert zwischen grausam hässlich und herrlich fantasievoll und lebt von seinem plakativen Comicstil. Für gerade einmal fünf Euro habe ich auf der letzte Retrobörse endlich die Lücke in meinem Regal mit dem Titel füllen können. Im Video und kurzen Review schaue ich mir nun an, ob das Spiel meine – eigentlich recht geringen – Erwartungen erfüllen konnte und ob das Spiel mehr bietet als nur ein seltsames Artwork!

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Pixeladvent 2015: PENGO

Die Weihnachtszeit ist die Zeit des Daddelns und Zockens. Beim Pixeladvent gucken wir uns dazu passend wöchentlich ein kleines, retroaktives Weihnachts- oder Winterspiel an. Viel Spaß und eine angenehm verpixelte Adventszeit wünscht euch PIXELKITSCH.PIXELKITSCH XMAS Illustration

Den Auftakt im Advent 2015 machen wir mit SEGAs oft übersehenem Arcadeklassiker Pengo in seiner Umsetzung für den Game Gear. Als kleiner Pinguin müsst Ihr euch in von Eis geprägten Welten aus der Draufsicht gegen die so genannten Schneebienen (die eigentlich aussehen wie eine Mischung aus Monstern und Vögeln) erwehren. Die Gegner könnt ihr mit den levelbegrenzenden Eisklötzen zerquetschen, sind alle Gegner besiegt, geht es in den nächsten Level. Das Spielprinzip ist ebenso simpel wie packend und passt perfekt auf den kleinen Screen des Game Gear. Für wenige Euro gibt es bereits ein loses Modul, komplett dürften etwa zehn Euro fällig werden. Pengo ist ein winterliches Labyrinthspiel klassischer Machart das in keiner (Game Gear-)Sammlung fehlen sollte.

Happy Birthday: SEGA Game Gear

Als Konkurrenz zum Game Boy am 6.10.1990 in Japan zu Welt gekommen, feiert der SEGA Game Gear genau heute seinen 25ten Geburtstag. Das Handheld mit dem farbigen Display konnte sich zwar gegen die Übermacht des Mariokonzerns nicht durchsetzen, hat mich mit der damals beeindruckenden Technik nach Erscheinen in Europa sofort in seinen Bann gezogen und meine durchaus vorhandene Sympathie mit dem Atari Lynx vergessen lassen. Meine ersten Runden mit Wonderboy im Berliner Spielwarenladen Fantasia waren die Grundlage meiner bis heute anhaltenden Begeisterung für das Batterien fressende Technikmonster. Auch wenn das Display vor allem aus heutiger Sicht nicht mehr wirklich überzeugen kann, ist der Game Gear doch immer noch das Handheld Nummer eins in meiner Sammlung und wird stets einen festen Platz in meinem Nerdherzen behalten.

Game Gear Illustration