UNNÜTZE HARDWARE vol.20: Watara Supervision

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

HARDWARE-EMBLEM

WATARA SUPERVISION

Erfolgreiche technologische Konzepte ziehen immer Nachahmer hinter sich her, die auf den Geld versprechenden Zug aufspringen wollen. Genau so verhielt es sich auch im Jahre 1992 als der taiwanesische Hersteller WATARA seine Variante des GAME BOY – Konzeptes veröffentlichte. Unter dem Namen SUPERVISION schaffte es das offensichtliche Plagiat auch nach Deutschland und wurde hierzulande von HARTUNG veröffentlicht. Neben rund siebzig Spielen erschien auch das eine oder andere vermeintlich nützliche Zubehör für den vier Batterien fressenden Handheld-Klotz.

Was das System taugt und ob es wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz für NINTENDOs Kleinsten gewesen ist, erfahrt Ihr im Video und im kompletten Review! 🙂


In Deutschland von HARTUNG, in England von QUICKSHOT und den meisten restlichen Teilen der Welt von WATARA selbst veröffentlicht, war dem SUPERVISION nur bescheidener Erfolg beschert. Der Einführungspreis war überall günstiger als der GAMEBOY und das mitgelieferte CRYSTBALL war kein komplett schlechter BREAKOUT-Klon. Eine Vielzahl von Spielen, die ebenfalls günstiger waren als die beim großen Rivalen konnten aber nicht kaschieren, dass das Gerät technisch nur in der zweiten Liga spielte. Das Display war mit seinen 160 mal 160 Pixeln und 6,1 mal 6,1 Centimetern zwar geringfügig größer als bei NINTENDOs Pendant, wirkte jedoch noch etwas matschiger in der Darstellung. Der 8-Bit-Prozessor mit seinen 4 MHz war offensichtlich nicht in der Lage, schöne Animationen und Details auf den Schirm mit seinen vier Grautönen zu zaubern. Der Sound war dabei nicht komplett schlecht, einige Cartridges bringen echt nette Melodien aus dem knarzigen Lautsprecher hervor. Interessant war bei dem, auch in Deutschland veröffentlichten Modell die Möglichkeit, den Bildschirm zu kippen, was zwar vollkommen unpraktisch, aber irgendwie witzig ist.

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Unter den erwähnten fast siebzig Spielen finden sich zahlreiche bekannte Konzepte, angefangen bei GALAGA-Kopien, über TETRIS-Plagiate hin zum passablen BOXXLE-Bruder. Kein einziger Titel kann jedoch wirklich komplett überzeugen und so wirken die Machwerke fast durchgehend billig. Einer der wenigen Third-Party-Entwickler war im übrigen SACHEN, die auch den GAME BOY mit zahlreichen mittelprächtigen Titeln versorgt haben. Verpackt waren die Spiele, zumindest in Deutschland in Pappschachteln mit einem Karton-Einleger, in dem das Modul eingelassen wurde. Zusätzlich fand sich stets eine schwarz-weisse Bedienungsanleitung und eine Kunststoffhülle für das Spiel in der bunten, aber leicht hässlichen Box. Zudem gab es ein Linkkabel für den Multiplayerspaß, ein obligatorisches Netzteil und sogar einen TV-Adapter, mit dem der Betrieb über den Fernseher möglich gewesen sein soll.

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FAZIT:
Das SUPERVISION bietet dem geneigten Sammler eine angenehm kleine Angriffsfläche. Mit weniger als siebzig erschienenen Spielen und wenigem Zubehör ist es mit etwas Geduld durchaus möglich, das komplette Sortiment zusammen zusammeln. Die Frage, die sich mir jedoch dabei stellt: Will ich diesen Mist überhaupt in meiner Sammlung haben?
Ich besitze nun sechzehn Spiele für das klobige Gerät mit dem unvorteilhaften Schwerpunkt in Höhe des Diplays und kein Titel kann mich auch nur ansatzweise begeistern. Keiner der Titel kann in irgendeiner Weise wirklich punkten, weder technisch, noch inhaltlich. Wer sich für das Gerät interessiert, darf sich auf lieblose Kopien bekannter Konzepte und oftmals defekte Hardware freuen! Insgesamt ein wirklich überflüssiges Stück Hardware, welches aufgrund seiner Seltenheit aber dennoch seine Reize für den geneigten Freak besitzt.


nerdfaktor: 8/10
preis-leistung: 5/10
verarbeitung: 6/10

27 Gedanken zu “UNNÜTZE HARDWARE vol.20: Watara Supervision

  1. Was ist da den los ? Sag mal spinne ich ? Da stimmt ja plötzlich die Gross und Kleinschreibung im Text!!! Das machst Du aber nicht wegen mir oder ? Ich hab das doch nur als Witzchen gemeint im Email mein Junge ! Aber hast recht, sieht schon besser aus 🙂

  2. Ne Du, das ist mir jetzt aber nicht recht !! Ich meine ja ich bin ehrlich, es war schon etwas komisch alles nur klein geschrieben, aber hey, DAS hat dich oder deinen Blog ausgemacht und ich habe wirklich nur einen Joke gemacht so nebenbei im EMail. Ich meine, schau meinen Blog an. Ich schreibe zwar gross und klein, dafür alles voller Fehler 🙂 Ist das den besser 🙂 Aber trotzdem. Ich danke Dir recht herzlich. Wenn es aber wegen mir sein sollte, tut es mir leid den Joke gemacht zu haben ! Aber wenn ich es trotzdem sagen darf. Es passt nun viel besser ins Gesammtbild hinein und es ist toll dass Du das nun mit der Gross und Kleinschreibung beachtest. Aber ich möchte trotzdem nochmals kurz SORRY sagen ! Denn so war es nicht gemeint 🙂 But keep up the good work seb !!!

  3. nene, ich hatte schon länger mit der idee gespielt, mir einen duden zu kaufen, also war das ein guter anlass! 😀

    es funktioniert einfach besser mit vernünftiger schreibe…mein comments und so lass ich ja auch weiter klein, da bin ich doch zu faul für! 😉

  4. Als wenn ich ehrlich bin, liest es sich mit Gross- Kleinschreibung einfach besser. Da hat sich der Duden doch gelohnt! 😉

  5. Hach wie schön! Unnütze Hardware ist irgendwie immer noch meine Lieblingskategorie.

    Keep it up!

  6. Duden ist auch unnütze hardware 😛

    hast du denn den tv-adapter? interessiert mich, wie die schrammeligen spiele am fernseher aussehen 😉
    ob da auch so ein rahmen wie beim super gameboy ist?

  7. dieser SPeed mario Mix ist ja schrecklich ^^‘

    zum glück blieb ich bei meiner Game Gear ^^ aber es war schade das die sich nie durchgesetzt hat. Irgendwie Cool war es mit den ganzen Schrottigen Sonics und so 😀

  8. ey, die sonics auf dem GG waren doch nicht schrottig! 🙁

    ich habe den gamegear als kind geliebt, gibt ganz großartige spiele dafür und so ein schlimmer flop war das gerät nun auch wieder nicht! 😉

    @pappnase: ne, den adapter habe ich leider nicht und der scheint auch seeeeehr rar zu sein! -ob die spiele dadurch aber besser werden, wage ich mal zu bezweifeln! 😀

  9. Schöner hands-on-Bericht, aber „rund siebzig Spiele“ stimmt wohl nicht: International angekündigt wurden ca. 60 Supervision-Module … von denen jedoch nur gut die Hälfte wirklich erschien. „Rund 40 Spiele“ trifft’s somit eher.

    Viele Grüße,
    Winnie

  10. hi winnie,

    die anzahl mit „fast siebzig“ titeln bezieht sich auf eine auflistung auf wikipedia, der ich da vertraut habe und deren richtigkeit auch relativ wasserdicht ist: http://en.wikipedia.org/wiki/Watara_Supervision dort sind 69 titel gelistet. ich habe aber nirgendwo gesagt, dass es siebzig titel in deutschland gab, denn das wäre tatsächlich falsch! 😉

    beste grüße,

    sebastian

  11. Pingback: PIXELKITSCH # 40: WATARE SUPERVISION

  12. uff…keinen plan…also, die die man auf dem video grob erkennen kann, plus einige mehr! …aber ehrlich gesagt kann man keines davon länger als zehn minuten ertragen! 😀

  13. Naja, ich ertrage bestimmt 12 min davon. Ich fahr ja nur 10 minuten! Kannst du mir aber die mit namen auflisten und sagen, was die besten sind?

  14. also HASH BLOCKS (ja, geiler name!) war ganz manierlich, ist aber auch nur ein klon von tetris! den rest habe ich verdrängt! 😉

  15. Pingback: Fix und Foxi spielen Supervision | PIXELKITSCH

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