UNNÜTZE HARDWARE vol.48: Handy Gear

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

HARDWARE-EMBLEM

Joyplus Handy Gear

In der Kategorie Unnütze Hardware befassen wir uns in dieser Ausgabe mit dem unfassbar praktischen Handy Gear des Herstellers joyplus und schauen, was dieses wenig kompakte Gerät in petto hat. Bereits 2011 hatte ich in dieser Kategorie auch schon das Pendant für den Game Boy unter dem Namen Handy Boy vorgestellt und meine Begeisterung kannte schon damals keine Grenzen.

Genau wie sein Pendant für Nintendos tragbaren Spaßbereiter soll auch der/die/das Handy Gear den Hersteller um einige Deutsche Mark reicher und den Spieler um einen Großteil seines Taschengeldes ärmer machen. Ob Plastiktrümmer mehr kann als schwarz zu sein, erfahrt Ihr jetzt im Review.

Auch der Handy Gear soll dem geneigten Spieler das Leben leichter machen und kommt im peppig poppigen Karton im Stile der neunziger Jahre daher. Die Verpackung in der Größe eines kleinen Schuhkartons brüllt uns nicht nur den Namen des Zubehörs entgegen, sondern auch die zahlreichen tollen Features. Neben der Möglichkeit, endlich überall mit dem ohnehin portablen Game Gear zocken zu können, soll der Handy Gear die Funktion eines Koffers übernehmen, Platz für ein ganzes (kein halbes) Spiel bieten, eine entspiegelte Lupe mitbringen, stoßfest sein und echt praktische Trageriemen in petto haben. Die Idee des Koffers wird hier dank großem Gehäuse, aber geringen Stauraum ad absurdum geführt und der Trageriemen wäre auch nicht nötig, wenn man den Game Gear mit der ab Werk mitgelieferten Schlaufe als Herrenhandtasche trägt. Das beste Feature ist aber sicher der angekündigte Schutz vor Wasser, den wir hier einmal genauer unter die feuchte Lupe nehmen.

Handy Gear Joyplus

Abgesehen davon, dass der Handy Gear allenfalls Spritzwasser oder einen experimentellen Brüllnieser abhält, wirkt das verarbeitete Plastik recht knarzig aber weitgehend stabil. Ein Gummiring am Kunststoff hält Schmutz und Speichel vom Gerät fern und die Buttons des Game Gear selber werden durch eine mechanische Übertragung auf das Gehäuse auf vortreffliche Weise geschont. Dadurch geht die direkte Kontrolle über das Spielgeschehen ein wenig verloren, die Software bleibt aber trotzdem bedienbar. Der Sound kommt durch eine Kunststoffmembran zwar spritzgeschützt, aber wie erwartet etwas gedämpft aus dem edlen Plastikmantel.

Handy Gear Joyplus

Die vielen Öffnungen für Linkkabel, Lautstärkeregler und Helligkeit sind zwar ein guter Ansatz, leider jedoch wurde versäumt, auch das Modul direkt austauschen zu können – so muss das Gerät immer zunächst aus dem schwarzen Kindersarg geholt werden. Die Lupe bietet eine geringe Vergrößerung, schockiert aber immerhin nicht mit starker Verzerrung. Spiele bleiben so auch am FKK-Strand oder der gemischten Sauna weitgehend genießbar.

Fazit:
Insgesamt ist der Handy Gear von joyplus eine alberne Frechheit um an das Taschengeld von Kindern in den frühen Neunzigern zu kommen. Das Teil ist überflüssig wie ein Game Boy ohne Display und wird wohl in keiner Sammlung wirklich benötigt. Kurzum, ich bin begeistert und empfehle jedem, diesen Traum in schwarzem Plastik sofort zu kaufen. Wer bereits den Handy Boy in der Sammlung hat, wird staunen, wie man dessen geringen Nutzwert mit dem Handy Gear noch unterboten hat.

Nerdfaktor: 4/10
Preis-Leistung: 5/10
Verarbeitung: 7/10

Handy Gear Joyplus

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