UNNÜTZE HARDWARE vol.49: INTER CHANGEABLE LCD-SPIEL

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

Hardware-Emblem

INTER CHANGEABLE L.C.D.-SPIEL

Seit Anbeginn der Menschheit stehen wir vor der bohrenden Frage, wohin mit unseren Händen, wenn wir nicht gerade in der Nase auf Schatzsuche sind. Wir können Däumchen drehen zur Entspannung, uns die Nägel maniküren um einen guten Eindruck zu erwecken oder obszöne Gesten machen um unseren Ruf zu versauen.

Wer in den frühen Neunzigern nicht das Budget für einen Atari Lynx, SEGA Game Gear oder eine chinesische Fingerfalle gehabt hat, kam eventuell in den zweifelhaften Genuss, ein schlechtes LCD-Spielchen geschenkt bekommen zu haben. Auf vielen Märkten des wiedervereinten Deutschlands gab es zahllose dieser Spiele in verschiedenen Varianten und auch das hier vorliegende INTER CHANGEABLE L.C.D. SPIEL im Cartridge Games Set ist in dieser oder ähnlicher Form wohl tausendfach bei uns verkauft worden.

Die poppig bunt gestaltete Verpackung verspricht uns nicht nur NEUES, sondern auch Sport und Actionspiele mit der Möglichkeit in vier Richtungen zu steuern. Das L.C.D.-Spiel basiert vom Aufbau auf ähnlichen Spielen aus dem Hause Konami, die mit dieser Produktreihe und hochwertigen Lizenzen dem Platzhirsch Tiger Toys Paroli in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern geboten haben. Im Gegensatz zur namhaften Vorlage aus Japan lassen sich die Spiele hier jedoch auswechseln, ein einfaches Stecksystem verändert das Spielthema und das Setting. Im Set enthalten sind fünf Spielmodule, die sich alle auf die Gerätebasis stecken lassen. Diese Basis enthält das Batteriefach, zwei Optionsbunttons einen Actionbutten und das simple Steuerkreuz.

Die Verpackung kredenzt namhafte Spiele wie Superman, Football, Transformers, Challenger und Jungle Boy, der mich anscheinend vom Atari VCS 2600 hier hin verfolgt hat. Alle Spiele bieten ein ähnliches Spielprinzip, in der Regel geht es darum, ein Element auf einer Seite einzusammeln und dann auf die andere Seite zu tragen ohne es zu verlieren. Bei der Football-Variante funktioniert dies noch am besten, wirklich Spaß machen beruhigender Weise aber eigentlich alle Spiele nicht – Tiger Toys muss sich um seinen schlechten Ruf also keine Sorgen machen.

LCD-Spiel

Technisch sind alle Spiele ähnlich, die Figuren sind nett gezeichnet und der Sound piepst in allen Titel identisch nervig vor sich hin. Entgegen der reißerischen Behauptung, in vier Richtungen steuern zu können ist nur die Bewegung von links nach rechts und umgekehrt möglich. Das ist zwar Etikettenschwindel, mehr Dynamik hätte die Spiele aber auch nicht besser gemacht und meine schwachen Nerven sicher vollends überfordert.

Fazit: Wer unterwegs nicht weiß, wohin mit seinen Fingern, sollte die Flossen von solchen schlechten LCD-Spielen lassen und lieber nach gelbem Gold in der Nase suchen oder besseres spielen. Wer in den frühen Neunzigern nicht so privilegiert gewesen ist, einen Game Boy aus dem Hause Nintendo besessen zu haben, kann durchaus auch Freude mit fiesen chinesischen Bildschirmspielen gehabt haben, heute muss sich das geneigte Spielkind aber nicht mehr mit solchem bunten Elektroschrott abspeisen lassen – da dreh ich doch lieber wieder Däumchen.

Nerdfaktor: 2/10
Preis-Leistung: 4/10
Verarbeitung: 8/10

LCD-Spiel

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