UNNÜTZE HARDWARE vol.50: N-JOYPAD von QVC

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

Hardware-Emblem

N-JOYPAD von QVC

Der Shoppingkanal QVC ist stets für unangenehme Überraschungen gut und hat hin und wieder auch Videospielsysteme wie das hier vorliegende Verbrechen an der zockenden Gesellschaft im breit gefächerten Repertoire zwischen Nasenhaartrimmern und Zuhälterkettchen.

Das N-JOYPAD ist wie der Name vermuten lassen würde nicht einfach ein genießbares Eingabegerät für Videospiele, sondern ein umfangreiches Unterhaltungssystem für die modernen Wohnstuben der Republik und begeistert natürlich mit enormen Funktionsumfang.

Die Konsole und die beiden mitgelieferten Controller in schickem Neongrau geben sich alle Mühe, der Playstation aus dem Hause Sony zu ähneln und wirken damit leidlich kreativ gestaltet. Wesentlich kreativer sind drei ebenfalls enthaltene Plastikscheiben die den verschallerten Kids der QVC-Kunden suggerieren sollen, sie würden tatsächlich ein zeitgemäßes Entertainmentpaket in den Händen halten. Die drei Scheiben enthalten natürlich keine Software, sondern drücken je nach Größe einfach auf einen anderen Knopf in der geschlossenen Konsole.

Mit Strom möchte das Gerät natürlich auch versorgt werden, die umweltbewußten Hersteller der N-JOYPAD-Konsole haben deswegen an ein Batteriefach gedacht und auf eine Stromversorgung per Netzteil verzichtet – Captain Planet wäre sicherlich begeistert. Die Controller liegen recht gut in der Hand und die Buttons bieten überraschend gute Druckpunkte. Generell ist die Verarbeitung der Hardware okay, der Schließmuskel der Konsole hakt manchmal jedoch ein wenig, der gute alte Mac Gyver würde hier wohl zum Klebeband greifen.

Noch wichtiger als die zukunftsweisende Hardware ist natürlich das Spieleangebot, welches sich auf den Pseudodatenträgern versteckt. Hier hat sich die Einkaufsabteilung von QVC nicht lumpen lassen und die Creme de la Creme der chinesischen Famicloner ins Boot geholt. Tatsächlich schlummern in der Konsole diverse wirklich gute Spiele in gehackten Versionen von Burger Time, Ice Climber oder Donkey Kong 3 mit vielen ausgetauschten Sprites. Diese Modifikationen sind zum zur verhältnismäßig unterhaltsamen Schatzsuche. Daneben finden sich erwartungsgemäß jedoch auch zahlreiche Spiele, die eher als Lückenbüßer zu bezeichnen sind, die Totalausfälle halten sich jedoch in Grenzen.

N-Joypad

Fazit: Abgesehen von der wirklich witzigen Idee mit den Pseudo-CDs bietet das N-JOYPAD nichts, was andere All-in-one-Famiclone-Systeme nicht auch böten. Die Spielauswahl ist überraschend gut, die Controller erfüllen ihren Zweck und die Konsole fällt im Hausmüll dank dezentem Grauton auch nicht weiter auf. Wer also einen Platz für eine Scheibe Wurst sucht oder drei Euro zu viel im Sparschwein hat, kann sich dieses Systems durchaus erbarmen. Menschen denen der Sinn für die wirklich nutzlosen Dinge im Leben fehlt, halten sich von diesem Elektroschrott besser fern und holen sich stattdessen 200 Gramm Gesichtswurst vom Metzger – Mahlzeit.

Nerdfaktor: 3/10
Preis-Leistung: 5/10
Verarbeitung: 7/10

N-Joypad