UNNÜTZE HARDWARE vol.51: TOMY Starcades

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

Hardware-Emblem

TOMY Starcade

Mit dem Namen Thomy verbinden jüngere Konsumenten aller Voraussicht nach in erster Linie Fertigsoßen und Geschmacksverstärker. Älteren Semester ist die gleich benannte, aber anders geschriebene Firma TOMY aber wohl eher als Hersteller mechanischer und elektronischer Spielzeuge ein Begriff.

Primär konnte der japanische Konzern, der in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gegründet wurde in den Siebzigern und Achtzigern mit verschiedenen Kunststoffrobotern auf sich aufmerksam machen, aber auch kleinere Spielzeuge wie die Starcade-Reihe hielten Einzug in die vollgemüllten Kinderzimmer. Unter dem Titel Starcade brachte TOMY eine Vielzahl von kompakten Spielautomaten für kleines Geld auf den Markt und kombinierte damit geschickt digitale Automatenerlebnisse mit mechanischem Spielzeug.

Die Spiele dieser Reihe kamen in einem 6x6x8cm kleinen Kunstoffgehäuse mit transparenter Kuppel und buntem Sockel in den Handel und basierten alle auf der gleichen Mechanik. Die kleinen Automaten werden unten aufgezogen, ein Startschalter an der Seite aktiviert die Motorik des Spiels und ein Taster an der Vorderseite lädt den Spieler zur zugegenermaßen recht primitven Interaktion ein. In der Regel ist allen Spielen gemein, dass Metall- oder Kunstsoffkugeln hochgeschleudert und an bestimmten Punkten platziert werden müssen – das klingt zunächst öde, ist in Aktion aber zum Teil sehr unterhaltsam und fordernd.

Die kleinen Automaten glänzen mit liebevoller und bunter Gestaltung, thematisch passende Hintergrundbilder im Comiclook verleihen den Spielen zusätzliche Lebendigkeit. Malerische Titel wie Rescue Copter, Mini Mouth oder Rocket Tower bekommen durch den rückseitigen Werbetext mehr Dramatik und suggerieren nie zuvor erlebte Action. Mit simplen Mitteln erhalten die kleinen Automaten damit echte Attraktivität und laden zum Spielen ein.

TOMY Starcade

Die Starcades sind robust gefertigt, der Kunststoff wirkt stabil und nur wenige Teile in den Schaukästen wirken unnötig fragil. Die versteckte Mechanik scheint hier anfälliger für grobe Kinderhände zu sein, bei manchen Geräten ist diese ausgeleiert oder fällt komplett aus – vor dem Kauf sollte hierauf geachtet werden, damit keiner heult wenn der Affe hinterher schlapp am Baum hängt oder die Rakete nicht starten will. Gebraucht kosten die kleinen Automaten ohne Verpackung rund 10 Euro, vereinzelt tauchen auch teurere Modelle in OVP auf.

Fazit: Eigentlich alle Automaten aus der Starcade-Reihe von TOMY sehen wirklich toll aus und sind echte Hingucker in der Vitrine. Spielerisch schwanken sie jedoch stark zwischen gähnend langweilig und aufregend actionreich. Vor allem die beiden Titel Mini Mouth und Rescue Copter haben mir persönlich sehr gut gefallen, wer sich nur einen Starcade nach Hause holen wollen würde, sollte vielleicht vorher bei einem Klassenkameraden oder im Kindergarten mal probespielen.

Nerdfaktor: 7/10
Preis-Leistung: 6/10
Verarbeitung: 7/10