UNNÜTZE HARDWARE vol.39: Atari-Klon

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

HARDWARE-EMBLEM

Video Computer Console

Es waren die frühen Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als ich von meinem Amiga 500 gelangweilt nach einer preiswerten Alternative zum elektronischen Zeitvertreib gesucht habe. Fündig wurde ich damals in einem der nach dem Mauerfall aufkommenden und in Berlin überall vertretenden Import-Export-Läden. Dort erwarb ich für eine mir heute nicht mehr geläufige Summe einen Klon des Atari 2600, genau so einen wie hier im Video. Nach ein paar Tagen kroch ein fieses Insekt aus dem Gehäuse der Konsole und ich beschloss, den Fußweg des Tieres zurück zu verfolgen. Im Inneren der geräumigen Hardware fand ich dann ein Gelege mit einer beachtlichen Menge an Maden, die mir in Erinnerung bis heute einen gewissen Würgereiz entlocken. Das nur als Anekdote, woran ich beim Anblick von Atari-Klon-Konsolen immer denken muss.

Im Artikel und Video gucken wir uns jetzt einen solchen Klon mal nicht von innen, aber dennoch etwas genauer an, viel Spaß!

Angelehnt an das klassische Design der vier Schalter Variante des VCS 2600 bietet der Klon eines namentlich nicht verbuchten Herstellers alle Schalter und Anschlüsse die der geneigte Spieler auch vom Original her gewohnt ist. Angeschlossen werden können entsprechend auch Atari-Sticks, aber auch Controller des SEGA Mega Drive, die ich für perfekte Spielkontrolle nur wärmstens empfehlen kann. Die Verarbeitung der Konsole ist in Ordnung, jedoch etwas instabiler als beim Original, das Einstecken von Modulen verlangt dem Gehäuse einiges ab. Der Kunststoff kommt durchweg in schwarz daher, die beschriftete Blende an der Oberseite ist in silber gehalten.

Atari Klon

Vorinstalliert sind in dem Modell laut Beschriftung 256 Spiele, welche sich durch einen Schalter wechseln lassen. Dies geht der Reihe nach, eine Liste zur Auswahl gibt es leider nicht. Alle angetesten Spiele starteten problemlos und bieten eine große Bandbreite der erfolgreichsten Titel, die die Bibliothek der Konsole bereits im Original offeriert. Neben Pitfall finden sich auch die unvermeidlichen Klassiker wie Donkey Kong und Space Invaders. Die Bildqualität ist auf aktuellen Flachbildschirmen ähnlich mittelprächtig wie die der Atari-Vorlage und teilt sich auch exakt die gleiche Frequenz.

Atari Klon

Fazit:
Der namenlose Hersteller der Konsole liefert eine sehr brauchbare Kopie der beliebtesten Atari-Konsole mit einer enormen Spielesammlung. Die volle Kompatiblität mit Orignal Hardware macht das Gerät zu einer schönen Ergänzung der Piratensammlung und zu einer preiswerten Alternative zum Original. Zudem weckt sie bei manchen Zockern (also wohl eigentlich nur bei mir) lustige Erinnerungen an widerliches Getier! 😉

Nerdfaktor: 6/10 (+ 3 Extrapunkte für lustigen Madenspaß!)
Preis-Leistung: 7/10
Verarbeitung: 5/10

4 Gedanken zu “UNNÜTZE HARDWARE vol.39: Atari-Klon

  1. Huh, die Hintergrundstory zu deiner „Original-„Konsolen ist ja nett ! Jedenfalls kannte ich diesen VCS-Klon noch nicht. Und ja die Atari-Joysticks waren alte mies. In den 80zigern hatte ich immer die knarzigen Competion Pro Joysticks. Die Waren eben so einigermaßen exakt. Und dann eben später das Mega Drive Gamepad, das ich für diesen Zweck immer noch benutze. Und dabei habe ich nie ein Mega Drive besessen !

    • Naja…so „nett“ fand ich die Geschichte selber garnicht, aber es freut mich, wenn sie unterhält! 😀

      Die Competition Pro Sticks fand ich auch nie so wirklich gut, mir waren die schon damals zu klein. Ich bin aber generell kein Fan von Sticks, sondern zocke auch schon immer lieber mit´m Pad! Das Mega Drive Pad finde ich bis heute auch noch wirklich brauchbar für´s Atari! 🙂

  2. Pingback: ATARI-Klon revisited | PIXELKITSCH

  3. Pingback: Pixelor | Manchmal auch mit Ninjas

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